Mehr Chancengleichheit durch verpflichtende Förderung – Ministerin setzt Impulse für Bildungsreform
Bundesbildungs- und Familienministerin Karin Prien (CDU) will die Sprachförderung in Deutschland stärker und gezielter ausbauen. In einem Interview mit der Welt am Sonntag sprach sich Prien klar für bundesweit einheitliche Sprachtests bei vierjährigen Kindern aus. Diese sollen bereits im Vorschulalter ermitteln, ob ein Sprachförderbedarf vorliegt.
„Je nach Ergebnis sollte es dann bei Bedarf eine verpflichtende Sprachförderung geben“, so Prien. Ziel sei es, Kindern mit sprachlichen Defiziten frühzeitig zu helfen – noch bevor sie in die Schule eintreten. Denn Sprachkompetenz sei der Schlüssel zu Bildungserfolg, Integration und Chancengleichheit.
Die Ministerin betonte jedoch, dass die konkrete Umsetzung in den Zuständigkeitsbereich der Länder falle – ebenso wie die Frage nach einer möglichen Kita-Pflicht. Auch diese Maßnahme könne aus ihrer Sicht Vorteile bringen. Als weitere Option nannte Prien eine vorgezogene Schulpflicht für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Diese solle sicherstellen, dass kein Kind unvorbereitet in den regulären Unterricht startet.
Der Vorstoß ist Teil einer breiteren Debatte über frühkindliche Bildung in Deutschland. Bildungsforscher und Verbände mahnen seit Jahren an, dass gerade Kinder aus benachteiligten Familien bessere Förderung benötigen – und dass Defizite im Sprachbereich oft lange nachwirken.
Priens Vorschlag zielt darauf ab, Bildungsgerechtigkeit nicht erst mit Schulbeginn, sondern bereits in der Kita wirksam anzugehen – mit präventiven Maßnahmen statt späterer Reparatur. Die Diskussion über verpflichtende Tests und Förderung dürfte nun neuen Schwung bekommen – und nicht nur unter Bildungspolitiker:innen für Gesprächsstoff sorgen.