Bei einer länderübergreifenden Razzia gegen eine mutmaßliche internationale Schleuserbande haben Ermittler aus Deutschland und Belgien sieben Tatverdächtige festgenommen. Sechs der Festnahmen erfolgten in Belgien, eine weitere in Deutschland – unter anderem wurden Wohnungen in Leipzig durchsucht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.
Die Bande steht im Verdacht, in großem Stil Menschen aus Drittstaaten illegal nach Deutschland und andere EU-Länder eingeschleust zu haben. Insgesamt sollen knapp 300 Migranten über teils lebensgefährliche Routen nach Europa gebracht worden sein. Die Fahrten führten laut Ermittlungen vor allem über Polen und Österreich – häufig in Kleintransportern, ohne ausreichende Versorgung und unter Missachtung jeglicher Sicherheitsstandards.
Koordinierter Zugriff in zwei Ländern
Die Festnahmen und Durchsuchungen waren Teil eines koordinierten Zugriffs im Rahmen eines europäischen Ermittlungsverfahrens. Unterstützt wurden die Maßnahmen von Europol und Eurojust, den zuständigen EU-Behörden für Polizei- und Justizzusammenarbeit. Ziel der Aktion war es, Strukturen zu zerschlagen, die als professionell organisiert und gewinnorientiert gelten.
Schleusung als lukratives Geschäft
Den mutmaßlichen Mitgliedern der Bande wird neben dem bandenmäßigen Einschleusen von Ausländern auch die Kommerzialisierung menschlicher Not vorgeworfen. Für die einzelnen Schleusungen wurden offenbar hohe Geldbeträge verlangt – häufig mehrere Tausend Euro pro Person.
„Diese Gruppen agieren skrupellos und gefährden Menschenleben“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Festgenommenen Teil eines europaweiten Netzwerks sind, das sich auf die illegale Einreise und Weiterverbringung von Migranten spezialisiert hat.
Ermittlungen dauern an
Die sieben Festgenommenen sollen nun in Untersuchungshaft genommen und einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Ermittlungen in Deutschland, Belgien und weiteren EU-Staaten laufen weiter. Weitere Durchsuchungen und Festnahmen sind nicht ausgeschlossen.
Fazit: Die Zerschlagung der mutmaßlichen Schleuserbande zeigt erneut, wie eng internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen organisierte Kriminalität sein muss. Hinter den Zahlen stehen jedoch vor allem auch Hunderte von Menschen, die sich unter hohem Risiko auf der Suche nach Schutz und Perspektive nach Europa begeben haben.