Donald Trump steckt mitten in einem wirtschafts- und handelspolitischen Chaos, das zunehmend außer Kontrolle gerät – und aus dem es womöglich kein Entkommen mehr gibt.
Am Mittwochmorgen kündigte Trump überraschend neue Zölle auf Stahl und Aluminium aus allen Ländern an – ein Schritt, der Preise für Konsumgüter und Industriewaren deutlich erhöhen dürfte. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Europa schlug sofort zurück. Die Märkte reagierten panisch. Der Nasdaq rutschte in eine Korrektur, der S&P 500 steht kurz davor.
Tariff-Man in der Zwickmühle
Trump nutzt Zölle gern als politisches Druckmittel – ein Tweet, ein Meeting, eine Drohung, und plötzlich lenken Staaten wie Kanada ein. Doch die Strategie wird immer riskanter.
„Jede neue Zollandrohung macht Trumps Position schwächer“, sagt Simon Johnson vom MIT.
„Die Preise steigen, die Wirtschaft schwächt sich ab – es ist ein Eigentor.“
Wall Street und Unternehmen verlieren die Geduld. Die Aktien von Einzelhändlern wie Walmart, Target und Kohl’s fielen nach Warnungen vor einem Konsumeinbruch. Auch Delta Airlines kürzte ihre Gewinnprognose – die Leute überlegen es sich zweimal, ob sie sich Reisen noch leisten können.
Inflation oder Rezession – Trump droht beides
Das Ironische: Trump versprach 2020, die Inflation zu bekämpfen. Doch seine Zölle verteuern Importe – also genau das Gegenteil. Falls eine Rezession einsetzt, könnte das die Inflation bremsen, so der zynische Gedanke im Weißen Haus.
„Niemand will eine Rezession“, sagt Ex-Finanzminister Larry Summers,
„aber es gibt eine echte Möglichkeit, dass Trumps Kurs genau das auslöst.“
Auch Goldman Sachs erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Rezession auf 20 %.
Wähler werden ungeduldig
Viele, die Trump gewählt haben, fühlen sich betrogen. Statt günstigerer Preise, wie versprochen, steigen die Lebenshaltungskosten weiter. Besonders die, die es ohnehin schwer haben, leiden nun noch mehr.
„Wenn Trump nicht aufpasst, trifft er ausgerechnet die, die ihn ins Amt gebracht haben“, warnt Ökonom Scott Lincicome.
Fazit: Das Pulverfass ist gezündet
Trump könnte sich aus dem Dilemma befreien – etwa durch Verhandlungen oder Zollpausen. Doch er scheint nicht bereit, die Reißleine zu ziehen. Stattdessen eskaliert er weiter – auch auf die Gefahr hin, die US-Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen.
„Das ist eine selbstverschuldete Wunde“, sagte Summers.
„So etwas würde man von einem Gegner der USA erwarten – nicht vom Präsidenten.“
Der Präsident setzt alles auf eine Karte – und riskiert dabei, dass die wirtschaftliche Bombe tatsächlich explodiert.