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Fünf Erkenntnisse vom weltweit ersten Halbmarathon mit humanoiden Robotern – und warum Menschen noch immer die Nase vorn haben

KELLEPICS (CC0), Pixabay

Wer bei der Vorstellung eines Straßenrennens zwischen Menschen und Robotern dystopische Bilder von übermächtigen Androiden im Kopf hat, kann fürs Erste beruhigt aufatmen: Die Menschen laufen (noch) vorneweg.

Mehr als 20 zweibeinige Roboter gingen am Samstag in Peking beim weltweit ersten Halbmarathon für humanoide Maschinen an den Start. Und obwohl die Hightech-Teilnehmer mit beeindruckender Technik aufwarteten, konnten sie mit den menschlichen Läufern in Sachen Ausdauer und Tempo nicht mithalten.

Roboter gegen 12.000 Menschen – mit klarer Siegerseite

Während rund 12.000 Menschen am Rennen teilnahmen, liefen die Roboter in einem eigens abgesperrten Streifen neben den menschlichen Teilnehmern. Die 21 Kilometer lange Strecke im Pekinger Technologiebezirk Yizhuang war dabei nicht nur lang, sondern auch mit leichten Steigungen und Kurven versehen – eine Herausforderung für die mechanischen Teilnehmer.

Der schnellste Roboter, Tiangong Ultra – entwickelt vom Beijing Humanoid Robot Innovation Center – benötigte 2 Stunden und 40 Minuten für die Strecke. Zum Vergleich: Der Sieger der Männerwertung unter den Menschen kam nach nur 1 Stunde und 2 Minuten ins Ziel. Der Weltrekord liegt bei 56:42 Minuten (Jacob Kiplimo, Uganda).

Batteriewechsel statt Wasserpausen

Wie ihre menschlichen Mitstreiter brauchten auch die Roboter zwischendurch neue Energie – in Form von frischen Batterien. Bis zu drei Mal musste Tiangong Ultra während des Laufs „tanken“. Sollte ein Roboter komplett ausfallen, durften die Teams ihn durch ein Ersatzgerät ersetzen – jedoch mit einer Strafzeit von zehn Minuten pro Wechsel.

Hilfe auf Schritt und Tritt

Die humanoiden Maschinen meisterten die Strecke nur teilweise eigenständig. Viele Roboter liefen mit einem menschlichen Helfer im Schlepptau, der im Fall eines Sturzes eingreifen konnte. Einige waren sogar per Leine gesichert oder wurden ferngesteuert.

Stolz auf Fortschritte – aber das Ziel liegt noch weit

Trotz der deutlichen Überlegenheit der menschlichen Läufer äußerte sich Tang Jian, Technikchef des Entwicklerteams, optimistisch:

„Ich will nicht angeben, aber ich denke, dass kein westliches Unternehmen mit den sportlichen Leistungen von Tiangong Ultra mithalten kann.“

Entscheidend sei ein Algorithmus, der menschliche Laufbewegungen imitiere, sowie ein vorteilhaftes Bein-Design.

China setzt auf humanoide Roboter als Zukunftsbranche

Das Rennen war Teil einer größeren PR-Kampagne zur Förderung chinesischer Robotik. In den letzten Monaten gingen Videos viral, die Roboter auf Fahrrädern oder beim Kampfsport zeigten. In einem Regierungsdokument von 2023 erklärte Chinas Industrieministerium humanoide Roboter zur „neuen Front technologischen Wettbewerbs“, mit dem Ziel, bis 2025 in Serienproduktion zu gehen und sichere Lieferketten für zentrale Bauteile zu etablieren.


Fazit:
Die Roboter haben die Strecke bewältigt – mit beeindruckender Technik, aber deutlich langsamer als ihre menschlichen Rivalen. Für den Moment bleibt der Mensch der schnellere Läufer. Doch wie lange noch? In Chinas Werkhallen wird weiter an der Zukunft gebaut – Schritt für Schritt.

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