In der süditalienischen Küstenstadt Castellammare di Stabia, nahe Neapel, hat sich am gestrigen Nachmittag ein schwerer Seilbahnunfall ereignet. Die Bahn, die Touristen auf den rund 1.200 Meter hohen Monte Faito bringt, erlitt einen Kabelriss – mit tragischen Folgen.
Eine der Kabinen, die sich bereits in der Nähe der Bergstation befand, stürzte nach dem Abriss eines Tragseils in die Tiefe. An Bord befanden sich fünf Menschen – für vier von ihnen kam jede Hilfe zu spät. Nur ein Passagier, ein 30-jähriger Tourist aus Israel, überlebte schwer verletzt. Sein Zustand wird laut Medienberichten als kritisch eingestuft.
Unter den Todesopfern befinden sich laut ersten Angaben zwei britische Staatsangehörige, ein Israeli sowie ein 59-jähriger italienischer Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers. Die örtliche Staatsanwaltschaft in Neapel hat Ermittlungen zum Hergang und zur Ursache des Unglücks aufgenommen.
Die Rettungsarbeiten gestalteten sich extrem schwierig: Dichter Nebel und schlechtes Wetter erschwerten den Einsatz der Einsatzkräfte. Zwei weitere Kabinen mit insgesamt 16 Passagieren schwebten nach dem Unfall zwischen Berg und Tal und mussten unter Einsatz von Seilen und Höhenrettern gesichert evakuiert werden. Alle Insassen dieser Kabinen konnten unverletzt gerettet werden.
Die betroffene Seilbahn wurde ursprünglich im Sommer 1952 eröffnet und war erst vor wenigen Tagen nach der Winterpause wieder in Betrieb genommen worden. Der jetzige Vorfall ist nicht der erste in der Geschichte der Bahn: Bereits im August 1960 kam es zu einem tödlichen Unfall, als sich eine Gondel vom Zugseil löste und auf ein Bahngleis stürzte – damals verloren vier Menschen ihr Leben.
Die Region um den Monte Faito ist ein beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Das Unglück hat in Italien große Bestürzung ausgelöst. Die Behörden kündigten eine umfassende technische Untersuchung der Seilbahnanlage an.