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KMW Windpark Straubenhardt schreibt 1,18 Millionen Euro Verlust – Stromumsatz bricht um 20 Prozent ein

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die KMW Windpark Straubenhardt GmbH & Co. KG mit Sitz in Mainz betreibt Windkraftanlagen und weist zum Jahresende 2025 eine Bilanzsumme von 41,912 Millionen Euro aus.

Ende 2024 waren es noch 45,414 Millionen Euro. Die Bilanzsumme schrumpft damit um rund 3,50 Millionen Euro beziehungsweise 7,7 Prozent.

1,18 Millionen Euro Jahresverlust

Unter dem Strich steht 2025 ein Jahresfehlbetrag von exakt 1.179.777,14 Euro.

Dieser Verlust soll entsprechend den Regelungen des Gesellschaftsvertrags weiter vorgetragen werden.

Der bisherige Bilanzgewinn reduziert sich dadurch von 2,977 Millionen auf 1,798 Millionen Euro.

Das Eigenkapital sinkt entsprechend von 16,327 Millionen auf 15,148 Millionen Euro.

Trotz des erheblichen Verlusts bleibt damit ein Bilanzgewinn von knapp 1,8 Millionen Euro stehen.

Stromumsatz sinkt um fast 1,2 Millionen Euro

Ein wesentlicher Belastungsfaktor ist die Umsatzentwicklung.

Die Erlöse gehen von 5,913 Millionen auf 4,727 Millionen Euro zurück.

Das entspricht einem Minus von rund 1,186 Millionen Euro beziehungsweise 20,1 Prozent.

Nach Angaben der Gesellschaft stammen die Umsatzerlöse überwiegend aus dem Verkauf von Strom.

Warum die Stromerlöse derart deutlich zurückgingen, erläutert der veröffentlichte Abschluss nicht. Angaben zur Stromproduktion, zu Windverhältnissen oder durchschnittlich erzielten Verkaufspreisen enthält der vorliegende Anhang nicht.

Eine konkrete Ursache für den Umsatzrückgang lässt sich deshalb aus den Zahlen nicht ableiten.

Fremdleistungen steigen um mehr als 70 Prozent

Während die Einnahmen sinken, steigen gleichzeitig wichtige Kostenpositionen.

Die bezogenen Fremdleistungen erhöhen sich von 757.212 auf 1.290.222 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 533.000 Euro beziehungsweise 70,4 Prozent.

Auch der Materialverbrauch legt zu – von 62.983 auf 99.583 Euro. Insgesamt steigt der Materialaufwand damit von rund 820.000 Euro auf knapp 1,390 Millionen Euro.

Der Abschluss erläutert nicht detailliert, weshalb die Fremdleistungen so kräftig gestiegen sind. Eine bestimmte Ursache sollte daher aus den Zahlen allein nicht abgeleitet werden.

Auch sonstige Kosten steigen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhen sich ebenfalls.

Sie steigen von 520.725 auf 559.730 Euro.

Darin enthalten sind unter anderem Miet- und Pachtzinsen, Versicherungen, Berater-, Prüfungs- und Gutachterkosten sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit Rückbauverpflichtungen.

Zusammen treffen damit niedrigere Umsätze auf deutlich höhere Fremdleistungen und leicht höhere sonstige betriebliche Aufwendungen.

Zinsbelastung bleibt bei mehr als einer halben Million Euro

Die Finanzierungskosten gehen zwar zurück, bleiben aber erheblich.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sinken von 552.391 auf 518.508 Euro.

Sie stammen überwiegend aus Darlehens- und Bereitstellungszinsen gegenüber der Landesbank Baden-Württemberg.

Zusätzlich enthält der Betrag 34.903 Euro Zinsaufwand aus der Abzinsung der langfristigen Rückbauverpflichtung.

Auf der anderen Seite erzielt die Gesellschaft Zinserträge von 159.338 Euro, fast ausschließlich aus Termingeldern. Im Vorjahr waren es noch 235.583 Euro.

Auch diese Erträge gingen damit um rund 32 Prozent zurück.

Bankschulden sinken um 2,42 Millionen Euro

Trotz des hohen Jahresverlusts setzt die Gesellschaft ihren Schuldenabbau fort.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sinken von 27,246 Millionen auf 24,824 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 2,422 Millionen Euro beziehungsweise 8,9 Prozent.

Die gesamten Verbindlichkeiten gehen von 27,447 Millionen auf 24,955 Millionen Euro zurück.

Damit reduziert der Windpark seine bilanziellen Schulden innerhalb eines Jahres um knapp 2,493 Millionen Euro.

Mehr als 22 Millionen Euro Bankschulden langfristig

Die Finanzierung bleibt allerdings stark langfristig geprägt.

Von den Bankverbindlichkeiten sind rund 2,422 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Weitere 22,402 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon wiederum entfallen 12,715 Millionen Euro auf Laufzeiten von mehr als fünf Jahren.

Damit haben gut 90 Prozent der Bankschulden eine Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Bankverbindlichkeiten sind unter anderem durch eine Sicherungsübereignung der Windkraftanlagen besichert.

Eigenkapitalquote bleibt erstaunlich stabil

Der Jahresverlust reduziert das Eigenkapital um knapp 1,18 Millionen Euro auf 15,148 Millionen Euro.

Weil gleichzeitig die Bilanzsumme deutlich schrumpft, verändert sich die Eigenkapitalquote allerdings nur geringfügig.

Ende 2025 liegt sie rechnerisch bei rund 36,1 Prozent.

Ende 2024 waren es rund 36,0 Prozent.

Damit bleibt die relative Eigenkapitalausstattung trotz des hohen Jahresverlusts praktisch stabil.

Bankguthaben fällt um mehr als sieben Millionen Euro

Die spektakulärste Bewegung des Abschlusses findet sich allerdings auf der Aktivseite.

Das Guthaben bei Kreditinstituten sinkt von 12,032 Millionen auf 4,949 Millionen Euro.

Innerhalb eines Jahres verschwinden damit rund 7,083 Millionen Euro beziehungsweise 58,9 Prozent aus dem Bankguthaben.

Die Gesellschaft erläutert, dass die Bankguthaben aus einem Rückbaurücklagekonto sowie Kontokorrentkonten bei der Landesbank Baden-Württemberg bestehen.

Wie hoch die einzelnen Kontenbestände sind, wird nicht angegeben.

Gleichzeitig Forderungen gegen Gesellschafter von 7,7 Millionen Euro

Dem starken Rückgang der Bankguthaben steht eine nahezu spiegelbildliche Entwicklung gegenüber.

Die Forderungen gegen Gesellschafter steigen von lediglich 701.488 Euro auf 7,696 Millionen Euro.

Das ist ein Zuwachs von rund 6,994 Millionen Euro – nahezu eine Verelfachung.

Nach Angaben im Anhang betreffen diese Forderungen im Wesentlichen ein kurzfristig gewährtes Darlehen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Größenordnung ist bemerkenswert: Die Forderungen gegen Gesellschafter entsprechen Ende 2025 rechnerisch rund 18,4 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Liquidität offenbar in konzernnahe Forderung verschoben

Die beiden Entwicklungen fallen auch deshalb auf, weil sie größenmäßig sehr nah beieinanderliegen.

Das Bankguthaben sinkt um rund 7,083 Millionen Euro.

Gleichzeitig steigen die Forderungen gegen Gesellschafter um rund 6,994 Millionen Euro.

Der Anhang bestätigt, dass die Gesellschafterforderungen im Wesentlichen ein kurzfristig gewährtes Darlehen betreffen. Damit hat sich die Struktur des Umlaufvermögens erheblich verändert: Ein großer Betrag, der zuvor als Bankguthaben vorhanden war, steht Ende 2025 als kurzfristige Forderung gegen Gesellschafter in der Bilanz.

Aus dem Abschluss allein lässt sich allerdings nicht sicher ableiten, dass exakt dieselben Mittel unmittelbar vom Bankkonto in dieses Darlehen geflossen sind. Dafür wäre eine detaillierte Kapitalflussrechnung beziehungsweise eine Erläuterung der einzelnen Zahlungsströme erforderlich.

Technische Anlagen verlieren 3,24 Millionen Euro Buchwert

Auch das Anlagevermögen schrumpft deutlich.

Die technischen Anlagen und Maschinen stehen Ende 2025 mit 25,947 Millionen Euro in der Bilanz. Ein Jahr zuvor waren es noch 29,190 Millionen Euro.

Der Buchwert sinkt damit um rund 3,243 Millionen Euro.

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten gehen gleichzeitig von 3,195 Millionen auf 2,840 Millionen Euro zurück. Insgesamt fällt das Sachanlagevermögen von 32,385 Millionen auf 28,787 Millionen Euro.

Die Windenergieanlagen werden nach Angaben des Unternehmens über eine durchschnittliche Nutzungsdauer von 16 Jahren linear abgeschrieben.

Der niedrigere Buchwert ist daher zunächst bilanziell im Zusammenhang mit den planmäßigen Abschreibungen zu sehen und erlaubt für sich genommen keine Aussage über den technischen Zustand der Anlagen.

Rückbau könnte mehr als 4,4 Millionen Euro kosten

Eine weitere große Zahl versteckt sich in den Rückstellungen.

Die Gesellschaft kalkuliert für den späteren Rückbau ihrer Windenergieanlagen im Jahr 2036 mit Kosten von 4,424 Millionen Euro.

Dabei berücksichtigt sie jährliche Preissteigerungen von 2,8 Prozent. Die erwarteten Ausgaben werden über die Laufzeit des Pachtvertrags in der Rückstellung angesammelt und aufgrund ihrer Langfristigkeit abgezinst.

Aktuell beträgt die tatsächlich bilanzierte Rückstellung für den Rückbau 1,495 Millionen Euro.

Rückstellungen steigen auf 1,81 Millionen Euro

Insgesamt erhöhen sich die Rückstellungen von 1,639 Millionen auf 1,810 Millionen Euro.

Während die Steuerrückstellungen deutlich von 301.183 auf 51.567 Euro sinken, steigen die sonstigen Rückstellungen von 1,338 Millionen auf 1,759 Millionen Euro.

Neben der Rückbauvorsorge von 1,495 Millionen Euro entfallen 257.000 Euro auf Lieferungen und Leistungen sowie kleinere Beträge auf Steuerberatung und Abschlussprüfung.

Keine eigenen Mitarbeiter

Eigene Mitarbeiter beschäftigt die Windparkgesellschaft nicht.

Die Geschäftsführung liegt bei der KMW Energien Verwaltungs GmbH. Als Geschäftsführer werden Klaus Steffen Hofmann und Dr. Volker Müller genannt.

Für die Übernahme der persönlichen Haftung erhielt die Komplementärin 2025 eine Vergütung von 2.000 Euro. Direkte Geschäftsführerbezüge zahlte die Windparkgesellschaft nicht.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der KMW einbezogen.

Der Jahresabschluss wurde am 29. Mai 2026 unterzeichnet und am 26. August 2026 festgestellt.

Hoher Verlust – aber gleichzeitig kräftiger Schuldenabbau

Der Jahresabschluss 2025 fällt damit in mehrfacher Hinsicht auf.

Die überwiegend aus dem Stromverkauf stammenden Umsatzerlöse brechen um rund 20 Prozent auf 4,73 Millionen Euro ein. Gleichzeitig steigen die bezogenen Fremdleistungen um mehr als 70 Prozent. Unter dem Strich steht deshalb ein Jahresfehlbetrag von knapp 1,18 Millionen Euro.

Auf der Finanzierungsseite zeigt sich dagegen eine andere Entwicklung. Die Bankverbindlichkeiten sinken um 2,42 Millionen auf 24,82 Millionen Euro. Trotz des Verlusts bleibt die Eigenkapitalquote mit rund 36 Prozent nahezu unverändert, weil auch die Bilanzsumme deutlich zurückgeht.

Besonders bemerkenswert ist jedoch die Verschiebung innerhalb des Umlaufvermögens: Das Bankguthaben fällt um 7,08 Millionen Euro, während die Forderungen gegenüber Gesellschaftern um 6,99 Millionen Euro auf 7,70 Millionen Euro steigen. Der Abschluss nennt als wesentlichen Bestandteil dieser Forderungen ein kurzfristig gewährtes Darlehen.

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