Die KMW Windpark Heßloch GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2024 mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen. Nach einem Jahresüberschuss von 698.561 Euro im Vorjahr weist die Windparkgesellschaft nun einen Jahresfehlbetrag von 270.319,84 Euro aus. Gleichzeitig gingen Umsatz, Bankguthaben und Bilanzsumme kräftig zurück.
Auf der Finanzierungsseite zeigt sich dagegen eine markante Veränderung: Die Ende 2023 noch vorhandenen Bankverbindlichkeiten von knapp sechs Millionen Euro werden Ende 2024 mit null Euro ausgewiesen. Dafür stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen auf mehr als 3,3 Millionen Euro. Eingefügter Text
Stromumsatz fällt um 38 Prozent
Die Umsatzerlöse der Gesellschaft brachen von 2,52 Millionen Euro auf 1,55 Millionen Euro ein. Das entspricht einem Rückgang um rund 970.000 Euro beziehungsweise 38 Prozent. Die Einnahmen stammen laut Jahresabschluss im Wesentlichen aus dem Verkauf von Strom. Eingefügter Text
Der deutliche Umsatzrückgang schlägt sich auch im Ergebnis nieder. Aus einem Gewinn von 698.561 Euro im Jahr 2023 wurde 2024 ein Verlust von 270.320 Euro. Die Ergebnisverschlechterung beträgt damit gegenüber dem Vorjahr knapp 969.000 Euro.
Warum die Stromerlöse derart stark zurückgegangen sind, wird im vorliegenden Jahresabschluss nicht näher erläutert. Angaben zur produzierten Strommenge oder zum Windaufkommen enthält der Abschluss nicht.
Knapp sechs Millionen Euro Bankschulden nicht mehr in der Bilanz
Besonders auffällig ist die Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Ende 2023 standen hier noch 5.999.968 Euro in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2024 beträgt diese Position 0 Euro. Eingefügter Text
Parallel dazu stiegen allerdings die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erheblich: von lediglich 8.861 Euro auf 3.332.489 Euro.
Nach Angaben im Anhang handelt es sich dabei insbesondere um ein Darlehen der KMW Windpark Dingen GmbH & Co. KG. Hinzu kommen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die Aufwandsübernahme der Komplementärin. Eingefügter Text
Die Finanzierung hat sich damit deutlich verschoben: Bankverbindlichkeiten werden nicht mehr ausgewiesen, während konzerninterne Verpflichtungen stark gestiegen sind.
Gesamtverbindlichkeiten fast halbiert
Trotz dieses Anstiegs sank die Gesamtverschuldung kräftig. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von 6,37 Millionen auf 3,45 Millionen Euro.
Das sind rund 2,91 Millionen Euro weniger als Ende 2023 – ein Rückgang um knapp 46 Prozent.
Von den verbliebenen Verbindlichkeiten sind rund 829.000 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Rund 2,63 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Verpflichtungen mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren werden zum Bilanzstichtag nicht mehr ausgewiesen. Eingefügter Text
Bankguthaben schrumpft um mehr als zwei Millionen Euro
Gleichzeitig hat sich das Finanzpolster erheblich verkleinert. Das Guthaben bei Kreditinstituten fiel von 3,30 Millionen auf 1,22 Millionen Euro.
Innerhalb eines Jahres verschwanden damit bilanziell rund 2,08 Millionen Euro beziehungsweise 63 Prozent des Bankguthabens. Eingefügter Text
Der Abschluss erklärt nicht ausdrücklich, wofür dieser Liquiditätsrückgang verwendet wurde. Insbesondere lässt sich aus den Bilanzzahlen allein nicht sicher ableiten, in welchem Umfang das Geld zur Rückzahlung der Bankverbindlichkeiten eingesetzt wurde.
Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen zurück. Sie reduzierten sich von 363.839 Euro auf 230.314 Euro.
Windenergieanlagen noch mit 6,18 Millionen Euro bewertet
Das Sachanlagevermögen besteht aus technischen Anlagen und Maschinen. Der Buchwert sank von 7,16 Millionen auf 6,18 Millionen Euro. Eingefügter Text
Die Gesellschaft schreibt ihre Windenergieanlagen nach Inbetriebnahme über eine Nutzungsdauer von 16 Jahren linear ab. Eingefügter Text
Der Rückgang des Sachanlagevermögens beträgt 987.499 Euro.
Rückbau soll 2034 mehr als 1,5 Millionen Euro kosten
Eine erhebliche zukünftige Verpflichtung ergibt sich aus dem späteren Rückbau der Anlagen. Die Gesellschaft geht für das Jahr 2034 von Rückbaukosten in Höhe von 1.524.437 Euro aus.
In dieser Kalkulation sind jährliche Preissteigerungen von 2,8 Prozent berücksichtigt. Die erwarteten Kosten werden über die Laufzeit des Pachtvertrags schrittweise als Rückstellung aufgebaut. Eingefügter Text
Ende 2024 beträgt die Rückstellung für den Rückbau bereits 638.305 Euro.
Insgesamt werden sonstige Rückstellungen von 659.980 Euro ausgewiesen. Hinzu kommen Steuerrückstellungen von 91.907 Euro, die vollständig die Gewerbesteuer betreffen. Eingefügter Text
Eigenkapital sinkt – Quote steigt trotzdem
Der Jahresverlust belastet auch das Eigenkapital. Dieses ging von 3,78 Millionen auf 3,51 Millionen Euro zurück.
Trotzdem erhöhte sich die rechnerische Eigenkapitalquote deutlich von rund 34,7 auf 45,5 Prozent. Der Grund dafür liegt vor allem in der stark geschrumpften Bilanzsumme.
Diese sank von 10,89 Millionen auf 7,71 Millionen Euro – ein Rückgang um rund 3,18 Millionen Euro beziehungsweise 29 Prozent. Eingefügter Text
Höhere Kosten für Fremdleistungen
Neben den niedrigeren Stromerlösen stiegen einzelne Kostenpositionen. Die Aufwendungen für bezogene Fremdleistungen erhöhten sich von 281.399 Euro auf 371.066 Euro.
Zu den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gehören unter anderem Miet- und Pachtzahlungen, Kosten für Rückbauverpflichtungen, Versicherungen sowie Berater-, Prüfungs- und Gutachterkosten. Eingefügter Text
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen gingen dagegen von 217.577 Euro auf 188.812 Euro zurück. Sie entstanden im Wesentlichen aus Darlehenszinsen gegenüber der Deutschen Leasing AG und der KMW Windpark Dingen GmbH & Co. KG. Eingefügter Text
Windpark beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter
Die KMW Windpark Heßloch GmbH & Co. KG beschäftigt kein eigenes Personal. Die Geschäftsführung liegt bei der KMW Energien Verwaltungs GmbH. Als Geschäftsführer werden Klaus Steffen Hofmann und Dr. Volker Müller genannt. Die Windparkgesellschaft wird zudem in den Konzernabschluss der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG einbezogen. Eingefügter Text
Der Jahresabschluss wurde am 9. Dezember 2025 festgestellt. Eingefügter Text
Für 2024 ergibt sich damit ein deutlich verändertes Bild: Der Umsatz aus dem Stromgeschäft fällt kräftig, aus einem Gewinn wird ein Verlust und das Bankguthaben schrumpft um mehr als zwei Millionen Euro. Gleichzeitig sinken die gesamten Verbindlichkeiten um fast drei Millionen Euro und die zuvor knapp sechs Millionen Euro schweren Bankverbindlichkeiten werden zum Jahresende nicht mehr ausgewiesen.