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conovum AG veröffentlicht neuen Jahresabschluss: Was die bisherige Bilanz über das Münchner IT-Unternehmen verrät

geralt (CC0), Pixabay

Die conovum AG aus München hat am 16. September 2026 ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 veröffentlicht.

Der Registereintrag bestätigt die Veröffentlichung eindeutig.

conovum ist damit die zweite Aktiengesellschaft, deren Jahresabschluss wir für diesen Veröffentlichungstag über öffentlich indexierte Registerdaten eindeutig verifizieren konnten.

Anders als bei der börsennotierten Gateway Real Estate AG handelt es sich allerdings um ein kleines, nicht börsennotiertes IT- und Beratungsunternehmen.

Und genau das hat Auswirkungen darauf, wie viel das Unternehmen öffentlich offenlegen muss.

Software, SAP und Business Travel

conovum bezeichnet sich heute als hybrides Software- und Beratungsunternehmen.

Der Schwerpunkt liegt unter anderem auf Business-Travel-Systemen, SAP-Integration, Cloud-Lösungen, Softwareentwicklung sowie Finanz- und Personalprozessen.

Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als einen führenden europäischen Anbieter für die Integration von Geschäftsreisedaten.

Im Handelsregister ist ein Grundkapital von 50.000 Euro eingetragen.

Der Vorstand besteht aus Carsten Hoymann, Marko Schmidt und Gunther Schöppe.

Eine Besonderheit bei der Analyse

Die Veröffentlichung vom 16. September 2026 ist in den öffentlich indexierten Registerdaten bereits nachweisbar.

Die vollständigen Bilanzpositionen des neuen 2024/25-Abschlusses sind über die frei zugänglichen Suchindizes derzeit jedoch noch nicht vollständig abrufbar.

Deshalb wäre es unseriös, bereits konkrete 2025er Gewinn-, Eigenkapital- oder Liquiditätszahlen zu behaupten.

Was sich sehr wohl analysieren lässt, ist die Ausgangslage aus dem unmittelbar vorhergehenden Geschäftsjahr.

Und die war durchaus interessant.

Bilanzsumme sank auf 2,13 Millionen Euro

Zum 30. September 2024 betrug die Bilanzsumme der conovum AG rund 2,129 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch rund 2,600 Millionen Euro gewesen.

Die Bilanz verkleinerte sich damit um etwa 18 Prozent.

Bei einem Beratungs- und Softwareunternehmen muss eine schrumpfende Bilanz allerdings nicht automatisch negativ sein.

Solche Unternehmen benötigen wesentlich weniger Sachanlagen als Industrieunternehmen.

Entscheidend ist vielmehr, wie sich Eigenkapital, Forderungen und Liquidität entwickeln.

Eigenkapitalquote von mehr als 62 Prozent

Das Eigenkapital lag bei rund 1,331 Millionen Euro.

Das entsprach einer rechnerischen Eigenkapitalquote von etwa 62,5 Prozent.

Das ist grundsätzlich eine sehr komfortable Kapitalausstattung.

Die Verbindlichkeiten betrugen lediglich etwa 207.700 Euro, also weniger als zehn Prozent der Bilanzsumme.

Von einer hoch verschuldeten Gesellschaft konnte zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein.

Eigenkapital sank dennoch deutlich

Die hohe Eigenkapitalquote verdeckt allerdings einen wichtigen Trend.

Ein Jahr zuvor hatte das Eigenkapital noch rund 1,982 Millionen Euro betragen.

Innerhalb eines Geschäftsjahres sank es damit um ungefähr 651.000 Euro beziehungsweise 33 Prozent.

Auch der Bilanzgewinn ging von rund 1,827 Millionen auf 1,176 Millionen Euro zurück.

Damit blieb die Kapitalausstattung zwar stark.

Die Richtung der Entwicklung war jedoch deutlich negativ.

Gerade deshalb ist der nun veröffentlichte 2024/25-Abschluss interessant:

Er wird zeigen müssen, ob der Rückgang nur ein einmaliger Effekt war oder sich fortgesetzt hat.

Der auffälligste Punkt: Bankguthaben bricht um 98 Prozent ein

Noch bemerkenswerter war die Entwicklung der liquiden Mittel.

Zum 30. September 2023 verfügte conovum über rund 688.243 Euro Bank- und Kassenguthaben.

Ein Jahr später waren davon nur noch 11.849 Euro übrig.

Das entspricht einem Rückgang um mehr als 98 Prozent.

Diese Zahl wirkt auf den ersten Blick alarmierend.

Sie muss allerdings im Zusammenhang betrachtet werden.

Mehr als 688.000 Euro Wertpapiere

conovum hielt gleichzeitig Wertpapiere des Umlaufvermögens von rund 688.191 Euro.

Hinzu kamen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 1,398 Millionen Euro.

Das Unternehmen hatte sein Vermögen also nicht einfach „verbraucht“.

Vielmehr hatte sich die Zusammensetzung des Umlaufvermögens deutlich verändert.

Unmittelbar verfügbares Bankgeld war gering.

Dafür standen Wertpapiere und Forderungen in erheblichem Umfang zur Verfügung.

Forderungen steigen um rund 300.000 Euro

Auch diese Entwicklung verdient Aufmerksamkeit.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen von etwa 1,098 Millionen auf 1,398 Millionen Euro.

Das sind rund 300.000 Euro mehr.

Bei einem Beratungsunternehmen können höhere Forderungen aus guten Umsätzen entstehen.

Sie können aber gleichzeitig Liquidität binden.

Eine Rechnung an einen Kunden ist eben noch kein Geldeingang.

Für die Analyse des neuen Abschlusses wird deshalb besonders interessant sein, ob diese Forderungen inzwischen bezahlt wurden und sich das Bankguthaben wieder erhöht hat.

Verbindlichkeiten bleiben überschaubar

Die Verbindlichkeiten stiegen zwar von rund 173.200 auf 207.700 Euro.

Der Anstieg beträgt knapp 20 Prozent.

Gemessen an der Bilanzsumme ist das Niveau dennoch niedrig.

Außerdem hatten sämtliche Verbindlichkeiten laut Anhang eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Das bedeutet zwar kurzfristigen Zahlungsbedarf, aber keinen großen langfristigen Schuldenberg.

Rückstellungen von fast 590.000 Euro

Wesentlich bedeutender als die Verbindlichkeiten waren die Rückstellungen.

Sie stiegen von rund 444.800 auf 589.900 Euro.

Damit machten Rückstellungen rund 28 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.

Rückstellungen stehen für wirtschaftliche Verpflichtungen, deren genaue Höhe oder Zeitpunkt noch nicht vollständig feststeht.

Bei einem personalintensiven Beratungsunternehmen können sie beispielsweise aus Mitarbeiter-, Steuer- oder sonstigen Verpflichtungen entstehen.

28 Mitarbeiter

conovum beschäftigte im Geschäftsjahr 2023/24 durchschnittlich 28 Mitarbeiter.

Im Vorjahr waren es 25 gewesen.

Damit wuchs die Belegschaft trotz der schrumpfenden Bilanz.

Das ist ein interessantes Signal.

Es kann für Wachstum und Investitionen in Personal sprechen.

Es bedeutet aber gleichzeitig höhere laufende Kosten.

Kein Lagebericht erforderlich

conovum wurde im vorangegangenen Abschluss als kleine Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 1 HGB eingestuft.

Die Gesellschaft nutzte deshalb gesetzliche Erleichterungen und verzichtete auf einen Lagebericht.

Für externe Beobachter bedeutet das weniger Transparenz als bei einer großen oder börsennotierten Aktiengesellschaft.

Es gibt beispielsweise keine ähnlich ausführliche Beschreibung von Risiken, Prognosen und Geschäftsverlauf wie bei Gateway Real Estate.

Das ist gesetzlich zulässig – macht eine externe Bilanzanalyse aber schwieriger.

Unsere Analyse

Die Ausgangslage vor dem neuen Abschluss war insgesamt solide, aber nicht ohne Fragezeichen.

Positiv waren:

eine Eigenkapitalquote von mehr als 62 Prozent, geringe Verbindlichkeiten und ein erheblicher Bestand an Wertpapieren.

Auffällig waren dagegen:

der Rückgang des Eigenkapitals um rund ein Drittel, der niedrigere Bilanzgewinn, die steigenden Forderungen und vor allem der Einbruch des Bankguthabens von 688.000 auf weniger als 12.000 Euro.

Das neue Geschäftsjahr 2024/25 ist deshalb besonders interessant.

Die entscheidenden Fragen lauten:

Hat sich das Bankguthaben wieder erholt?

Sind die hohen Forderungen eingegangen?

Wie hat sich das Eigenkapital entwickelt?

Und konnte das Unternehmen seinen Bilanzgewinn stabilisieren?

Fazit

Die conovum AG ging mit einer grundsätzlich robusten Eigenkapitalbasis in das nun veröffentlichte Geschäftsjahr.

Von einer klassischen Überschuldungs- oder Fremdfinanzierungsproblematik war im Vorjahr nichts zu sehen.

Dennoch gab es auffällige Verschiebungen innerhalb der Bilanz.

Insbesondere das nahezu vollständig abgeschmolzene Bankguthaben verdient im neuen Jahresabschluss besondere Aufmerksamkeit.

Die Veröffentlichung vom 16. September 2026 ist bestätigt.

Solange die vollständigen aktuellen Bilanzpositionen des 2024/25-Abschlusses in den frei indexierbaren Quellen noch nicht vorliegen, sollte allerdings niemand alte Zahlen einfach als aktuelle ausgeben.

Gerade bei Bilanzanalysen gilt:

Eine fehlende Zahl ist besser als eine erfundene Zahl.

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