Die Bremer Beteiligungsgesellschaft weist für 2025 einen Jahresfehlbetrag von 4.065,15 Euro aus. Im vorherigen Abschluss waren es 2.946,39 Euro.
Ein direkter Vergleich der beiden Zahlen ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich 2024 lediglich um ein Rumpfgeschäftsjahr vom 29. April bis zum 31. Dezember 2024 handelte.
2025 war damit das erste vollständige Geschäftsjahr, das in der vorliegenden Bilanz abgebildet wird.
Ausstehende 12.500 Euro werden eingefordert
Die auffälligste Veränderung findet sich beim Kapital.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro. Ende 2024 waren davon allerdings noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen ausgewiesen.
Zum 31. Dezember 2025 steht dieser Posten bei null.
Damit wird nun das komplette gezeichnete Kapital von 25.000 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen.
Diese Veränderung ist wesentlich dafür, dass das Eigenkapital trotz des neuen Jahresverlustes kräftig gestiegen ist.
Eigenkapital steigt auf knapp 18.000 Euro
Ende 2024 hatte die Gesellschaft ein Eigenkapital von lediglich 9.553,61 Euro ausgewiesen. Zum Jahresende 2025 waren es 17.988,46 Euro.
Das entspricht einem Anstieg von rund 88 Prozent.
Hinter der auf den ersten Blick starken Verbesserung steht allerdings nicht ein operativer Gewinn. Im Gegenteil: Die Gesellschaft schreibt weiterhin rote Zahlen.
Der Verlust des vorherigen Rumpfgeschäftsjahres von 2.946,39 Euro wird inzwischen als Verlustvortrag ausgewiesen. Hinzu kommt der neue Jahresfehlbetrag von 4.065,15 Euro.
Damit summieren sich Verlustvortrag und aktueller Fehlbetrag auf rund 7.012 Euro.
Liquidität steigt deutlich
Auch auf der Aktivseite ist eine klare Veränderung erkennbar.
Die liquiden Mittel erhöhten sich von 5.496 Euro auf 14.362 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von rund 8.865 Euro beziehungsweise etwa 161 Prozent.
Damit hat sich der Kassen- und Bankbestand innerhalb des Berichtszeitraums mehr als verdoppelt.
Die Finanzanlagen blieben dagegen unverändert bei 5.000 Euro.
Nach Angaben im Jahresabschluss handelt es sich dabei um Anteile an verbundenen Unternehmen, die grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert werden.
Bilanzsumme wächst um fast 85 Prozent
Insgesamt erhöhte sich die Bilanzsumme von 10.496 Euro auf 19.362 Euro.
Das entspricht einem Anstieg um rund 8.865 Euro beziehungsweise gut 84 Prozent.
Auch hier ist allerdings Vorsicht bei der Interpretation geboten. Die Entwicklung fällt in die Aufbauphase einer jungen Gesellschaft, und der Vorjahresabschluss umfasst lediglich acht Monate.
Ein starkes prozentuales Wachstum bei einer derart kleinen Ausgangsbasis sagt deshalb nur begrenzt etwas über die wirtschaftliche Entwicklung des zugrunde liegenden Windparkprojekts aus.
Keine Verbindlichkeiten in der Bilanz
Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft zum Jahresende keinerlei Verbindlichkeiten ausweist.
Neben dem Eigenkapital stehen auf der Passivseite lediglich Rückstellungen von 1.373 Euro. Im Vorjahr waren es rund 943 Euro.
Damit ist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag nahezu vollständig eigenkapitalfinanziert.
Bei einer Bilanzsumme von 19.362 Euro und einem Eigenkapital von 17.988 Euro ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 92,9 Prozent.
Noch eine sehr kleine Beteiligungsgesellschaft
Die Größenordnung der Bilanz zeigt zugleich, dass hier nicht die Bilanz eines millionenschweren Windparkbetreibers vorliegt.
Das Anlagevermögen beträgt lediglich 5.000 Euro, die Bilanzsumme weniger als 20.000 Euro. Die Gesellschaft fungiert als Beteiligungsgesellschaft innerhalb des wpd-Konzerns und wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH in Bremen einbezogen.
Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.
Kapitalbasis wächst – Verluste bleiben
Die Bilanz für 2025 zeigt damit vor allem eine Gesellschaft in einer frühen Phase.
Das bislang ausstehende Kapital wurde vollständig eingefordert, die liquiden Mittel stiegen auf mehr als 14.000 Euro und das Eigenkapital erhöhte sich auf knapp 18.000 Euro.
Gleichzeitig schreibt die Gesellschaft weiterhin Verluste. Nach einem Fehlbetrag von 2.946 Euro im Rumpfgeschäftsjahr 2024 kamen 2025 weitere 4.065 Euro Verlust hinzu.
Die entscheidende Entwicklung lautet deshalb: Die Kapitalbasis der Windpark Nahe Beteiligungs GmbH wurde gestärkt – ein positives Jahresergebnis steht aber weiterhin aus.
Ob und wann die Beteiligung künftig nennenswerte Erträge liefert, lässt sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss nicht erkennen.