Mit angeblichen Forderungen aus Gewinnspiel-Abonnements versuchen Kriminelle derzeit erneut, Verbraucher unter Druck zu setzen. Die Täter verschicken dazu Briefe oder E-Mails im Namen vermeintlicher Anwaltskanzleien und drohen mit rechtlichen Konsequenzen.
Im Mittelpunkt steht eine angebliche „letzte außergerichtliche Zahlungsaufforderung“ über mehrere tausend Euro.
Angeblicher Vertrag mit Gewinnspielanbieter
Betroffene erhalten Post von einer vermeintlichen Kanzlei „Dr. Schmied & Partner“. Darin wird behauptet, das Opfer habe bereits im Jahr 2024 telefonisch einen Vertrag mit einem Gewinnspielunternehmen namens „Lotto WIN24“ abgeschlossen.
Laut Schreiben:
- sei eine kostenlose Testphase abgelaufen
- der Vertrag anschließend automatisch verlängert worden
- mehrere Rechnungen unbezahlt geblieben
Nun müsse ein Betrag von 4.250 Euro bezahlt werden, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden.
Täter setzen Opfer telefonisch unter Druck
Im Brief befindet sich eine Telefonnummer für „Rückfragen“. Wer dort anruft, landet direkt bei den Betrügern.
Dort versuchen die Täter:
- Angst vor Gerichtsverfahren zu erzeugen
- Zeitdruck aufzubauen
- schnelle Zahlungen zu erzwingen
Ziel ist letztlich eine Banküberweisung auf ein Konto der Kriminellen.
Betrugsmasche inzwischen auch per E-Mail
Neben Briefen kursieren mittlerweile auch E-Mails mit ähnlichem Inhalt.
Darin geht es häufig um angebliche Forderungen von „Euromillion24“. Als Inkassounternehmen wird dabei oft eine angebliche „Bundes Inkasso GmbH & Co. KG“ genannt.
Teilweise sollen Betroffene sogar per WhatsApp Kontakt mit einem angeblichen Rechtsanwalt aufnehmen.
Zahlreiche Hinweise auf einen Betrug
Die angebliche Kanzlei und die Forderungen halten einer Überprüfung nicht stand.
Mehrere Warnzeichen sprechen klar für einen Betrugsversuch:
- Die Unternehmen „Lotto WIN24“ und „Euromillion24“ existieren nicht.
- Die genannte Rechtsanwältin ist in keinem offiziellen Register auffindbar.
- Die Kanzlei-Adresse führt laut Karten- und Branchenverzeichnissen ins Leere.
- Das verwendete „Bundesrepublik Deutschland“-Siegel ist gefälscht.
- Die Schreiben enthalten unübliche Formulierungen und teils schlechte Sprache.
- Die verwendeten Domains wurden erst vor kurzer Zeit registriert.
Auch die Website der angeblichen Kanzlei wirkt unseriös. Dort finden sich unfertige englische Standardtexte aus Website-Baukästen, die offenbar nie angepasst wurden.
Warum die Masche funktioniert
Die Täter setzen gezielt auf:
- Unsicherheit bei angeblichen Vertragsabschlüssen
- Angst vor Inkasso und Gerichten
- offiziellen Eindruck durch Kanzlei-Optik und Siegel
- psychologischen Druck
Gerade ältere Menschen oder Verbraucher mit wenig Erfahrung im Umgang mit Inkassoschreiben geraten dadurch schnell unter Stress.
So sollten Betroffene reagieren
Verbraucherschützer raten:
- keine Zahlungen leisten
- nicht telefonisch Kontakt aufnehmen
- Schreiben ignorieren
- persönliche Daten nicht herausgeben
Wurde bereits Geld überwiesen, sollten Betroffene:
- sofort die Bank kontaktieren
- versuchen, die Zahlung stoppen zu lassen
- Anzeige bei der Polizei erstatten
Außerdem gilt: Wer auf solche Schreiben reagiert, muss damit rechnen, künftig weitere Betrugsversuche zu erhalten.
Ähnlich und auch bzgl. WIn24 jetzt 3800€ und von einer angeblichen Kanzlei „Becker und Partner“ aus Berlin. Ebenfalls schlechtes Deutsch auf der Website, der Anwalt ist anderweitig nicht zu finden und an der Adresse bei Maps ist ein Frauenarzt, diverses Anderes und eine Kanzlei „Weber und Partner“ (die vmtl nichts damit zu tun haben).