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Japan zählt erstmals mehr als 100.000 Hundertjährige – gleichzeitig schrumpft die Bevölkerung rasant

Kanenori (CC0), Pixabay

Nach Angaben des japanischen Gesundheitsministeriums leben inzwischen 107.677 Hundertjährige im Land. Das sind 7.914 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Damit wurde erstmals die Schwelle von 100.000 überschritten.

Gesundheitsminister Kenichiro Ueno führt die Entwicklung unter anderem auf medizinischen Fortschritt zurück. Viele Menschen könnten dadurch länger leben und bis ins hohe Alter aktiv bleiben.

Von 153 auf mehr als 107.000

Besonders eindrucksvoll wird die Entwicklung im historischen Vergleich.

Als das japanische Gesundheitsministerium 1963 mit der Erfassung begann, wurden im gesamten Land lediglich 153 Menschen im Alter von mindestens 100 Jahren gezählt.

25 Jahre später waren es bereits mehr als 10.000.

Heute sind es 107.677.

Seit inzwischen 56 Jahren in Folge steigt die Zahl der Hundertjährigen jedes Jahr.

88 Prozent sind Frauen

Auffällig ist dabei der enorme Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Rund 88 Prozent der mindestens 100-Jährigen sind Frauen.

Das passt zur generell höheren Lebenserwartung japanischer Frauen. Sie liegt bei rund 87 Jahren, während Männer im Durchschnitt etwa 81 Jahre erreichen.

Japan steht damit exemplarisch für eine Gesellschaft, in der immer mehr Menschen ein außergewöhnlich hohes Lebensalter erreichen.

Doch gleichzeitig wächst ein ganz anderes demografisches Problem.

Bevölkerung fällt unter 120 Millionen

Während die Zahl der Hochbetagten steigt, schrumpft die japanische Bevölkerung angesichts niedriger Geburtenraten und vergleichsweise geringer Einwanderung massiv.

Zu Jahresbeginn fiel die Zahl der Japanerinnen und Japaner erstmals seit 42 Jahren unter die Marke von 120 Millionen.

Nur noch rund 119,7 Millionen Menschen wurden gezählt.

Besonders deutlich wird die Dimension beim Vergleich mit dem Vorjahr: Innerhalb von nur zwölf Monaten verlor Japan 917.000 Einwohner.

Das entspricht rechnerisch einem Rückgang von mehr als 2.500 Menschen pro Tag.

Japans demografisches Paradox

Damit zeigen zwei Rekorde in entgegengesetzte Richtungen.

Auf der einen Seite erreichen dank hoher Lebenserwartung und medizinischem Fortschritt immer mehr Menschen ein Alter von 100 Jahren oder mehr. Auf der anderen Seite fehlen jüngere Generationen, um die Bevölkerungsverluste auszugleichen.

Genau darin liegt eine der größten langfristigen Herausforderungen Japans.

Eine alternde und gleichzeitig schrumpfende Bevölkerung verändert den Arbeitsmarkt, die sozialen Sicherungssysteme und den Bedarf an Pflege und medizinischer Versorgung.

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