Die Bremer Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 4.538.605 Euro aus. Ende 2024 waren es lediglich 225.416 Euro.
Damit hat sich die Bilanzsumme binnen eines Jahres auf mehr als das Zwanzigfache erhöht.
Der enorme Sprung hängt vor allem mit zwei Positionen zusammen: den Finanzanlagen auf der Aktivseite und der Kapitalrücklage auf der Passivseite.
Finanzanlagen springen von 215.000 auf 4,525 Millionen Euro
Besonders spektakulär fällt die Veränderung des Anlagevermögens aus.
Ende 2024 standen Finanzanlagen von lediglich 215.000 Euro in der Bilanz. Zum Jahresende 2025 waren es bereits 4,525 Millionen Euro.
Das ist ein Zuwachs um 4,31 Millionen Euro.
Die Finanzanlagen bestehen nach den Angaben im Jahresabschluss aus Anteilen an verbundenen Unternehmen. Sie werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern nicht ein niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt werden muss.
Damit steckt praktisch das gesamte Vermögen der Gesellschaft inzwischen in Beteiligungen.
Die Finanzanlagen machen rechnerisch rund 99,7 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.
4,31 Millionen Euro zusätzlich in der Kapitalrücklage
Nahezu spiegelbildlich entwickelte sich die Kapitalrücklage.
Sie stieg von 210.000 Euro auf 4,52 Millionen Euro – ebenfalls um exakt 4,31 Millionen Euro.
Das gezeichnete Kapital blieb dagegen unverändert bei 25.000 Euro.
Damit wird deutlich, dass der enorme Bilanzsprung nicht durch eine klassische Erhöhung des Stammkapitals zustande kam. Stattdessen wurde die Kapitalrücklage massiv aufgestockt.
Das Eigenkapital der Gesellschaft erhöhte sich dadurch von rund 204.000 Euro auf 4,536 Millionen Euro.
Eigenkapitalquote von fast 100 Prozent
Bemerkenswert ist auch die Finanzierungsstruktur.
Verbindlichkeiten werden in der Bilanz zum 31. Dezember 2025 überhaupt nicht ausgewiesen. Neben dem Eigenkapital stehen auf der Passivseite lediglich Rückstellungen von rund 2.273 Euro.
Damit ergibt sich rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 99,95 Prozent.
Die Gesellschaft ist zum Bilanzstichtag somit praktisch vollständig mit Eigenkapital finanziert.
Das unterscheidet die Beteiligungsgesellschaft deutlich von klassischen Windpark-Betreibergesellschaften, deren Anlagen häufig zu einem erheblichen Teil über Bankdarlehen finanziert werden.
Vom Verlust zurück in die Gewinnzone
Neben dem massiven Ausbau der Bilanz gibt es eine zweite auffällige Entwicklung: Die Gesellschaft hat 2025 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen geschafft.
Der Jahresüberschuss beträgt 22.297 Euro.
Im Vorjahr hatte noch ein Jahresfehlbetrag von 21.817 Euro zu Buche gestanden.
Die Ergebnisverbesserung gegenüber 2024 beträgt damit rechnerisch rund 44.100 Euro.
Welche Erträge konkret hinter dem Gewinn stehen, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben allerdings nicht erkennen. Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung liegt in den vorliegenden Informationen nicht vor.
Deshalb wäre es auch nicht belastbar, den Gewinn unmittelbar dem Ausbau der Finanzanlagen oder bestimmten Windpark-Erträgen zuzuschreiben.
Alte Verluste noch nicht vollständig ausgeglichen
Trotz des positiven Jahresergebnisses sind die Verluste der Vergangenheit in der Bilanz weiterhin sichtbar.
Der Verlustvortrag beträgt 30.965,72 Euro. Im Vorjahr waren es 9.148,75 Euro.
Der Anstieg erklärt sich bilanziell durch den Jahresfehlbetrag des Vorjahres von 21.816,97 Euro, der in den Verlustvortrag eingeflossen ist.
Der neue Jahresüberschuss von 22.297 Euro reicht rechnerisch aus, um einen großen Teil dieses Verlustvortrags auszugleichen – sofern er entsprechend verwendet wird.
Nur rund 8.500 Euro auf dem Bankkonto
Während Millionenbeträge in den Finanzanlagen stecken, fällt die unmittelbar ausgewiesene Liquidität ausgesprochen gering aus.
Die Bankguthaben und sonstigen Zahlungsmittel gingen von rund 10.416 Euro auf 8.505 Euro zurück.
Hinzu kommen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von rund 5.100 Euro.
Das gesamte Umlaufvermögen beträgt damit lediglich 13.605 Euro.
Die Bilanz ist folglich extrem stark auf die Beteiligungsposition konzentriert: Millionenwerte stehen in den Finanzanlagen, während nur ein vergleichsweise kleiner Betrag als kurzfristiges Vermögen ausgewiesen wird.
Rückstellungen gehen drastisch zurück
Auch bei den Rückstellungen gab es eine deutliche Veränderung.
Sie sanken von 21.381 Euro auf nur noch 2.273 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von knapp 19.100 Euro beziehungsweise rund 89 Prozent.
Welche konkreten Verpflichtungen im Vorjahr hinter den höheren Rückstellungen standen und weshalb diese 2025 so deutlich zurückgingen, wird in den vorliegenden Angaben nicht erläutert.
Teil des wpd-Konzerns
Die Windpark Lutzhöft Beteiligungs GmbH gehört zum Konzern der wpd GmbH mit Sitz in Bremen und wird in deren Konzernabschluss einbezogen.
Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.
Aus kleiner Beteiligungsgesellschaft wird eine Millionenbilanz
Die Zahlen für 2025 zeigen damit eine außergewöhnliche Veränderung.
Innerhalb eines Jahres steigt die Bilanzsumme von 225.000 Euro auf 4,54 Millionen Euro. Die Finanzanlagen wachsen um 4,31 Millionen Euro auf 4,525 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöht sich die Kapitalrücklage um denselben Betrag auf 4,52 Millionen Euro.
Und während 2024 noch ein Verlust von knapp 21.817 Euro angefallen war, steht für 2025 ein Gewinn von rund 22.300 Euro in den Büchern.
Der auffälligste Punkt bleibt jedoch die enorme Kapital- und Beteiligungsausweitung.
Innerhalb nur eines Geschäftsjahres ist aus einer Beteiligungsgesellschaft mit einer Bilanzsumme von gut 225.000 Euro eine Gesellschaft mit mehr als 4,5 Millionen Euro Bilanzvolumen geworden.
Was konkret hinter der zusätzlichen Beteiligung von mehreren Millionen Euro steht und welchem Projekt beziehungsweise verbundenen Unternehmen die Finanzanlagen zuzuordnen sind, geht aus dem veröffentlichten Jahresabschluss allerdings nicht hervor.