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Zweite Windpark Abens-Nord 2025: Hohe Eigenkapitalquote und 1,5 Millionen Euro Liquidität – aber widersprüchliche Angaben im Anhang

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bilanzsumme der Zweite Windpark Abens-Nord GmbH & Co. KG hat sich im Geschäftsjahr 2025 nur geringfügig verändert.

Zum 31. Dezember 2025 betrug sie 2.428.787,12 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 2.449.356,53 Euro.

Damit verringerte sich die Bilanzsumme um lediglich rund 20.569 Euro beziehungsweise 0,8 Prozent.

Hinter dieser auf den ersten Blick geringen Veränderung stehen jedoch erhebliche Verschiebungen auf der Aktivseite.

Sachanlagevermögen verfünffacht sich

Das Anlagevermögen stieg von 41.916,81 Euro auf 216.551,04 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um 174.634 Euro beziehungsweise rund 416,6 Prozent.

Das Sachanlagevermögen erreichte damit mehr als das Fünffache des Vorjahreswertes.

Welche konkreten Investitionen hinter diesem Anstieg stehen, wird in den vorgelegten Angaben nicht erläutert.

Der Anhang beschreibt lediglich die allgemeinen Bewertungsgrundsätze. Sachanlagen werden demnach zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, planmäßig linear abgeschrieben.

Aus dem Zahlenanstieg allein lässt sich deshalb nicht zuverlässig bestimmen, welche Anlagen 2025 angeschafft oder hergestellt wurden.

Forderungen sinken um fast 550.000 Euro

Deutlich zurückgegangen sind dagegen die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.

Sie reduzierten sich von

1.204.199,49 Euro

auf

655.560,12 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 548.639 Euro beziehungsweise 45,6 Prozent.

Besonders ausgeprägt war die Veränderung bei den Forderungen gegen Gesellschafter.

Diese gingen von 737.152,38 Euro auf 206.030,11 Euro zurück.

Damit verminderten sich die in der Bilanz ausdrücklich als Forderungen gegen Gesellschafter bezeichneten Beträge um rund 531.122 Euro beziehungsweise 72,1 Prozent.

Die Forderungen gegen Gesellschafter machten Ende 2025 noch rund 31,4 Prozent der gesamten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände aus.

Auffällige Abweichung zwischen Bilanz und Anhang bei Gesellschafterforderungen

An dieser Stelle enthält der Abschluss allerdings eine weitere erklärungsbedürftige Angabe.

Die Bilanz weist ausdrücklich aus:

Forderungen gegen Gesellschafter 2025: 206.030,11 Euro

und

Forderungen gegen Gesellschafter 2024: 737.152,38 Euro.

Im Anhang findet sich dagegen eine Tabelle zu „Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern“.

Dort werden die Forderungen sowohl für 2025 als auch für 2024 mit 0 Euro angegeben.

Damit stehen sich innerhalb desselben veröffentlichten Jahresabschlusses unterschiedliche Angaben gegenüber.

Ob hier verschiedene Abgrenzungen oder Definitionen verwendet wurden oder eine fehlerhafte Übertragung vorliegt, lässt sich anhand der Veröffentlichung nicht klären.

Die Differenz sollte deshalb nicht eigenständig aufgelöst werden.

Liquidität steigt auf mehr als 1,5 Millionen Euro

Während die Forderungen zurückgingen, stiegen die liquiden Mittel deutlich.

Kassen- und Bankguthaben erhöhten sich von

1.139.117,30 Euro

auf

1.504.949,11 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um rund 365.832 Euro beziehungsweise 32,1 Prozent.

Damit bestanden zum Bilanzstichtag liquide Mittel, die mehr als das Elffache der in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten ausmachten.

Eine solche Gegenüberstellung ist allerdings nur eine bilanzielle Momentaufnahme. Sie sagt für sich genommen noch nichts über Zahlungsströme nach dem Bilanzstichtag oder künftige Investitions- und Zahlungsverpflichtungen aus.

Umlaufvermögen von 2,16 Millionen Euro

Das gesamte Umlaufvermögen belief sich zum Jahresende auf 2.160.509,23 Euro.

Im Vorjahr waren es 2.343.316,79 Euro.

Damit ging das Umlaufvermögen um rund 182.808 Euro beziehungsweise 7,8 Prozent zurück.

Hinzu kommen aktive Rechnungsabgrenzungsposten von 51.726,85 Euro nach 64.122,93 Euro im Vorjahr.

Eigenkapital unverändert bei 1,915 Millionen Euro

Auf der Passivseite weist die Gesellschaft unverändert 1.915.000 Euro Eigenkapital aus.

Der Betrag besteht vollständig aus Kapitalanteilen der Kommanditisten.

Der Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust wird mit 0 Euro angegeben.

Auch hier gilt: Daraus kann nicht geschlossen werden, dass die Gesellschaft 2025 exakt ein ausgeglichenes Jahresergebnis erzielt hätte. Eine Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Angaben zu Umsätzen, Erträgen, Aufwendungen und Jahresergebnis sind in den vorgelegten Daten nicht enthalten.

Eigenkapitalquote von knapp 79 Prozent

Auf Basis der veröffentlichten Bilanz ergibt sich eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund

78,8 Prozent.

Im Vorjahr lag sie bei rund 78,2 Prozent.

Damit ist die Gesellschaft bilanziell in hohem Umfang durch Eigenkapital finanziert.

Den 1,915 Millionen Euro Eigenkapital stehen lediglich 383.428,90 Euro Rückstellungen und 130.358,22 Euro Verbindlichkeiten gegenüber.

Die hohe rechnerische Eigenkapitalquote darf allerdings nicht mit einer Aussage über die Ertragskraft verwechselt werden. Ohne Gewinn- und Verlustrechnung lässt sich nicht beurteilen, welche laufenden Erträge und Aufwendungen 2025 entstanden.

Rückstellungen sinken leicht

Die Rückstellungen gingen von 392.875,72 Euro auf 383.428,90 Euro zurück.

Das entspricht einem Rückgang um rund 9.447 Euro beziehungsweise 2,4 Prozent.

Der Anhang erläutert, dass Steuerrückstellungen noch nicht veranlagte Steuern des Geschäftsjahres enthalten und sonstige Rückstellungen für weitere ungewisse Verbindlichkeiten unter Berücksichtigung erkennbarer Risiken gebildet werden.

Eine konkrete Aufschlüsselung der 383.429 Euro nach einzelnen Rückstellungsarten enthält die vorgelegte Veröffentlichung nicht.

Verbindlichkeiten gehen auf 130.358 Euro zurück

Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2025 Verbindlichkeiten von 130.358,22 Euro aus.

Zum Vorjahresstichtag waren es 141.480,81 Euro.

Damit gingen die Verbindlichkeiten um rund 11.123 Euro beziehungsweise 7,9 Prozent zurück.

Nach der Bilanz sind sämtliche 130.358,22 Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Langfristige Verbindlichkeiten werden dort nicht ausgewiesen.

Anhang nennt für 2025 jedoch 141.480,81 Euro

Genau an diesem Punkt ergibt sich ein auffälliger Widerspruch.

Unter „Angabe zu Restlaufzeitvermerken“ heißt es im Anhang:

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 2025: 141.480,81 Euro.

Die Bilanz nennt dagegen für 2025:

130.358,22 Euro.

Auffällig ist, dass die im Anhang für 2025 genannten 141.480,81 Euro exakt dem Bilanzwert der gesamten Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 entsprechen.

Damit besteht zwischen Bilanz und Anhang für 2025 eine Differenz von 11.122,59 Euro.

Auch der Vorjahreswert weicht ab

Noch komplizierter wird die Situation durch die Vergleichszahl.

Der Anhang nennt für das Vorjahr kurzfristige Verbindlichkeiten von 105.722,54 Euro.

In der Bilanz werden für den 31. Dezember 2024 dagegen Verbindlichkeiten von 141.480,81 Euro ausgewiesen, die dort ebenfalls vollständig als kurzfristig bezeichnet werden.

Somit lassen sich die Restlaufzeitangaben des Anhangs nicht ohne Weiteres mit der Bilanz abstimmen.

Der Jahresabschluss liefert hierfür keine Erklärung.

Es wäre deshalb nicht sachgerecht, einen der Werte eigenständig als den „richtigen“ zu bestimmen. Feststellen lässt sich lediglich, dass die veröffentlichten Angaben voneinander abweichen.

Keine langfristigen oder besicherten Verbindlichkeiten

Bei anderen Finanzierungsangaben ist der Abschluss eindeutig.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren werden sowohl für 2025 als auch für das Vorjahr mit 0 Euro angegeben.

Auch der Gesamtbetrag der durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherten Verbindlichkeiten beträgt laut Anhang 0 Euro.

Damit weist die Veröffentlichung keine besicherten bilanziellen Verbindlichkeiten aus.

Noch eine Abweichung bei den Gesellschafterangaben

Auch die gesonderten Angaben zu den Gesellschaftern sind nicht vollständig mit der Bilanz in Einklang zu bringen.

Wie bereits erwähnt, nennt die Bilanz Forderungen gegen Gesellschafter von 206.030,11 Euro.

Die entsprechende Anhangtabelle weist dagegen Forderungen von 0 Euro aus.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern nennt die Tabelle für 2025 ebenfalls 0 Euro; für 2024 werden 1.286,40 Euro angegeben.

Eine gesonderte Position „davon gegenüber Gesellschaftern“ enthält die Passivseite der Bilanz in der vorgelegten Darstellung nicht.

Gerade die Abweichung bei den Forderungen ist jedoch erheblich: 206.030 Euro laut Bilanz stehen 0 Euro in der entsprechenden Anhangtabelle gegenüber.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die durchschnittliche Zahl der im Geschäftsjahr beschäftigten Arbeitnehmer wird mit 0,0 angegeben.

Aus dieser Zahl allein lässt sich nicht ableiten, wie technische, kaufmännische oder administrative Aufgaben des Windparks organisiert werden. Dazu enthält der vorgelegte Abschluss keine weiteren Informationen.

Windpark AbensNord BeteiligungsGmbH als Komplementärin

Persönlich haftende Gesellschafterin ist laut Jahresabschluss die Windpark AbensNord BeteiligungsGmbH mit Sitz in Wittmund-Burhafe.

Ihr gezeichnetes Kapital beträgt 25.871,37 Euro.

Unter der Rubrik „Unterschrift der Geschäftsführung“ werden Gerd Puse und Hajo de Buhr genannt.

Der Jahresabschluss wurde am 2. Juli 2026 festgestellt.

Fortführungsannahme ausdrücklich zugrunde gelegt

Die Bewertung erfolgte laut Anhang unter Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Ein grundlegender Wechsel der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden gegenüber dem Vorjahr habe nicht stattgefunden.

Damit enthält der vorgelegte Abschluss keinen Hinweis darauf, dass bei seiner Erstellung von der handelsrechtlichen Fortführungsannahme abgewichen worden wäre.

Insgesamt starke bilanzielle Eigenkapitalausstattung

Rein anhand der Bilanz zeigt sich zum Jahresende 2025 eine Gesellschaft mit einer hohen Eigenkapitalausstattung.

Von 2,43 Millionen Euro Bilanzsumme entfallen 1,915 Millionen Euro auf Eigenkapital. Die rechnerische Eigenkapitalquote liegt damit bei knapp 79 Prozent.

Die liquiden Mittel erhöhten sich auf 1,50 Millionen Euro, während die bilanzierten Verbindlichkeiten auf rund 130.000 Euro zurückgingen.

Gleichzeitig wurde offenbar erheblich in Sachanlagen investiert: Ihr Buchwert erhöhte sich von rund 42.000 Euro auf knapp 217.000 Euro.

Besonders bemerkenswert ist außerdem die Verschiebung innerhalb des Umlaufvermögens. Die Forderungen sanken um knapp 549.000 Euro, während die liquiden Mittel um knapp 366.000 Euro zunahmen.

Ob zwischen diesen Entwicklungen ein unmittelbarer Zusammenhang besteht, lässt sich aus dem Abschluss nicht feststellen.

Zwei Punkte bleiben erklärungsbedürftig

Trotz der insgesamt überschaubaren Bilanzstruktur enthält die Veröffentlichung mindestens zwei erhebliche Abstimmungsfragen.

Zum einen nennt die Bilanz für 2025 206.030,11 Euro Forderungen gegen Gesellschafter, während die entsprechende Tabelle im Anhang 0 Euro ausweist.

Zum anderen stehen 130.358,22 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten laut Bilanz einem Betrag von 141.480,81 Euro laut Restlaufzeitvermerk des Anhangs gegenüber.

Auch beim Vorjahresvergleich passen die Angaben nicht zusammen.

Das bedeutet nicht, dass daraus automatisch auf wirtschaftliche Schwierigkeiten oder eine fehlerhafte Rechnungslegung geschlossen werden könnte. Die veröffentlichten Zahlen lassen lediglich erkennen, dass einzelne Angaben innerhalb des Jahresabschlusses nicht ohne zusätzliche Erläuterung miteinander abstimmbar sind.

Gerade bei einem Jahresabschluss sollten solche Differenzen transparent benannt werden. Eine Stellungnahme der Gesellschaft könnte klären, ob unterschiedliche Abgrenzungen zugrunde liegen oder ob es sich um Übertragungs- beziehungsweise Darstellungsfehler handelt.

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