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50 Jahre ETF-Idee: Wie aus einem belächelten Fonds eine Billionen-Revolution wurde

viarami (CC0), Pixabay

Indexfonds feiern ein besonderes Jubiläum: Vor 50 Jahren, am 31. August 1976, brachte der US-Finanzpionier John Bogle den ersten Indexfonds für Privatanleger auf den Markt. Eine damals noch skeptisch betrachtete Idee entwickelte sich über die folgenden Jahrzehnte zu einem der wichtigsten Konzepte für den langfristigen Vermögensaufbau. Heute verwalten Indexfonds und ETFs weltweit Billionenbeträge.

Eine einfache Idee verändert die Finanzwelt

In den 1970er-Jahren wurde die Fondsbranche von aktiv gemanagten Produkten bestimmt. Fondsmanager versuchten, durch die gezielte Auswahl einzelner Aktien besser als der Gesamtmarkt abzuschneiden – verbunden mit entsprechenden Verwaltungs- und Managementkosten.

John Bogle stellte dieses Prinzip infrage. Seine Überlegung: Wenn es vielen Fondsmanagern langfristig nicht gelingt, den Markt zu schlagen, könnten Anleger stattdessen einfach den gesamten Markt kaufen.

Der daraus entstandene Indexfonds verzichtete weitgehend auf die aktive Auswahl einzelner Aktien und bildete stattdessen einen Börsenindex ab. Das sollte die Kosten reduzieren, die Transparenz erhöhen und die Geldanlage vereinfachen.

Vom Indexfonds zum ETF

Der ursprüngliche Indexfonds von 1976 war noch kein ETF im heutigen Sinne und wurde nicht an der Börse gehandelt.

Der nächste Entwicklungsschritt folgte später: 1990 startete in Kanada der erste ETF, 1993 folgte in den USA der bekannte SPDR S&P 500. In Deutschland begann der ETF-Handel im Jahr 2000 mit Produkten auf den DAX, Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 an der Frankfurter Börse Xetra.

Inzwischen ist daraus ein riesiger Markt geworden. Anleger können über ETFs nicht nur in große Aktienindizes investieren, sondern beispielsweise auch in einzelne Regionen, Branchen, Anleihen, Rohstoffe und spezielle Anlagestrategien.

Geldanlage auch mit kleinen Beträgen

Eine der wesentlichen Veränderungen besteht darin, dass breit gestreute Kapitalmarktanlagen für wesentlich mehr Privatanleger zugänglich geworden sind.

Während eine umfangreiche Diversifikation früher vor allem für vermögende oder institutionelle Investoren leicht umsetzbar war, ermöglichen Indexfonds und ETFs die Beteiligung an ganzen Märkten bereits mit vergleichsweise kleinen Anlagebeträgen.

Dazu kommt der Kostenfaktor. Weil bei klassischen Indexprodukten kein Fondsmanagement permanent einzelne Unternehmen auswählen muss, können die laufenden Kosten vergleichsweise niedrig gehalten werden.

Rund 10.000 ETFs – die Auswahl wird selbst zum Problem

Der enorme Erfolg hat allerdings einen Nebeneffekt: Aus dem ursprünglich besonders einfachen Anlagekonzept ist mittlerweile ein Markt mit einer kaum überschaubaren Produktvielfalt entstanden.

Nach Angaben des Beitrags gibt es weltweit inzwischen rund 10.000 börsengehandelte Indexfonds.

Neben klassischen Welt-, Länder- und Branchenindizes existieren zahlreiche spezialisierte Strategien.

Damit entsteht ein gewisser Widerspruch zur ursprünglichen Idee: Indexfonds sollten Geldanlage eigentlich einfacher machen. Eine immer größere Zahl teilweise sehr spezieller Produkte kann die Entscheidung für Anleger dagegen wieder komplizierter machen.

Diskussion über mögliche Schattenseiten

Mit dem starken Wachstum passiver Investments wird auch über mögliche Auswirkungen auf die Kapitalmärkte diskutiert.

Kritiker befürchten unter anderem, dass durch die automatische Gewichtung von Unternehmen in großen Indizes besonders viel Kapital in ohnehin schon große Konzerne fließen könnte.

Im Beitrag wird diese Diskussion insbesondere im Zusammenhang mit großen Technologieunternehmen erwähnt, die in bedeutenden Aktienindizes teilweise ein hohes Gewicht besitzen.

Damit steht 50 Jahre nach Einführung des ersten Indexfonds nicht mehr nur die Frage im Raum, ob passive Geldanlage funktioniert. Zunehmend wird auch diskutiert, welche Folgen ihre enorme Verbreitung für Märkte und Bewertungen haben könnte.

Vom Nischenprodukt zum Massenmarkt

Die Entwicklung der vergangenen fünf Jahrzehnte ist bemerkenswert: Was 1976 mit einem vergleichsweise einfachen Fonds begann, hat sich zu einem globalen Massenmarkt entwickelt.

Dabei ist das Grundprinzip nahezu unverändert geblieben: Anleger versuchen nicht, einzelne Gewinner vorherzusagen, sondern beteiligen sich möglichst breit an einem Markt.

Gerade diese Kombination aus Diversifikation, vergleichsweise niedrigen Kosten und einfacher Umsetzung erklärt einen wesentlichen Teil des Erfolgs von Indexfonds und ETFs.

Das 50-jährige Jubiläum zeigt damit auch, wie stark sich die private Geldanlage verändert hat: Aus einer zunächst belächelten Idee ist eines der zentralen Anlagekonzepte unserer Zeit geworden.

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