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iShares ATX UCITS ETF (DE): Starkes Geschäftsjahr mit hoher Rendite – aber deutlicher Österreich- und Finanzsektor-Konzentration

geralt (CC0), Pixabay

Der iShares ATX UCITS ETF (DE) blickt auf ein ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der ETF bildet den ATX® Index möglichst vollständig nach und investiert direkt in die 20 größten und liquidesten österreichischen Aktien. Der Duplizierungsgrad lag zum Geschäftsjahresende bei sehr hohen 99,95 %, womit der Fonds seinem passiven Anlageziel sehr nahekommt.

Aus Anlegersicht sticht vor allem die außergewöhnlich starke Wertentwicklung hervor. Der ETF erzielte im Berichtszeitraum eine Performance von 46,47 %, während der zugrunde liegende ATX-Preisindex um 41,36 % zulegte. Die Annual Tracking Difference betrug 5,11 Prozentpunkte, der ausgewiesene Tracking Error 1,90 Prozentpunkte. Da es sich um einen rein passiv verwalteten Fonds handelt, sollte diese Differenz jedoch nicht als klassische aktive Outperformance interpretiert werden. Zu berücksichtigen ist insbesondere, dass der Vergleich mit einem Preisindex erfolgt und beim Fonds Kosten, Ausschüttungen und Steuern in die ausgewiesene Wertentwicklung eingehen.

Auch die Entwicklung des Anteilwertes unterstreicht das starke Börsenjahr: Er stieg von 44,14 Euro auf 62,82 Euro, nachdem er zwei Jahre zuvor noch bei 38,34 Euro und 2022/2023 bei 35,06 Euro gelegen hatte. Allein gegenüber dem Vorjahresstichtag entspricht dies einem Anstieg des Anteilwertes von rund 42 %, wobei zusätzlich Ausschüttungen an die Anleger erfolgten.

Das Fondsvermögen erhöhte sich innerhalb eines Jahres sehr deutlich von 90,49 Mio. Euro auf 144,50 Mio. Euro. Ein wesentlicher Teil dieses Anstiegs resultiert aus dem positiven Anlageergebnis von rund 44,02 Mio. Euro. Zusätzlich verzeichnete der ETF Netto-Mittelzuflüsse von 13,27 Mio. Euro, was zeigt, dass neben der Kursentwicklung auch neue Anlegergelder zum Wachstum beigetragen haben. Die Kombination aus positiver Performance und Mittelzuflüssen ist grundsätzlich ein erfreuliches Signal.

Die Ertragsrechnung zeigt zugleich, wie stark der Fonds von Dividenden und Kurssteigerungen der österreichischen Unternehmen profitiert hat. Die Bruttodividenden beliefen sich auf rund 5,51 Mio. Euro. Nach Quellensteuern und Aufwendungen entstand ein ordentlicher Nettoertrag von 4,41 Mio. Euro. Hinzu kamen realisierte Kursgewinne abzüglich realisierter Verluste von netto 7,28 Mio. Euro. Besonders bedeutend waren jedoch die nicht realisierten Wertsteigerungen von insgesamt 32,32 Mio. Euro, sodass das gesamte Ergebnis des Geschäftsjahres bei 44,02 Mio. Euro lag. Damit basiert ein erheblicher Teil des Jahreserfolgs weiterhin auf noch nicht realisierten Kursgewinnen. Bei einer deutlichen Korrektur des österreichischen Aktienmarktes könnten sich Teile dieser Buchgewinne entsprechend wieder reduzieren.

Für einkommensorientierte Anleger ist auch die Ausschüttung interessant. Insgesamt wurden für das Geschäftsjahr 1,92 Euro je Anteil ausgeschüttet, davon 0,99 Euro als Zwischenausschüttung und 0,93 Euro als Endausschüttung. Bezogen auf den Anteilwert von 62,82 Euro am Geschäftsjahresende entspricht dies rechnerisch einer Ausschüttung von rund 3,1 % des Stichtagswertes. Gleichzeitig wurden erhebliche Beträge auf neue Rechnung vorgetragen, sodass nicht sämtliche verfügbaren realisierten Ergebnisse ausgeschüttet wurden.

Ein wesentlicher Kritikpunkt aus Anlegersicht ist allerdings die starke Konzentration des Portfolios. Rund 50,48 % des Fondsvermögens entfallen auf den Finanzsektor. Weitere größere Branchen sind industrielle Grundstoffe und Halbfabrikate mit 16,12 %, Handel und Dienstleistungen mit 13,28 % sowie industrielle Produktion und Bau mit 7,76 %. Der Fonds ist damit trotz seiner 20 Einzelaktien keineswegs breit über verschiedene Branchen diversifiziert.

Diese Konzentration zeigt sich auch auf Einzeltitelebene. Die größten Positionen sind Erste Group Bank mit 17,86 %, BAWAG Group mit 14,08 %, OMV mit 12,35 % und Raiffeisen Bank International mit 7,66 %. Bereits diese vier Unternehmen repräsentieren zusammen knapp 52 % des Fondsvermögens. Weitere größere Positionen sind voestalpine mit 6,88 %, Andritz mit 6,60 % und Verbund mit 5,48 %. Anleger erwerben somit weniger einen global diversifizierten Aktienfonds als vielmehr eine konzentrierte Wette auf österreichische Banken, Industrie-, Energie- und Infrastrukturunternehmen.

Positiv ist dagegen das fehlende Währungsrisiko für Euro-Anleger, da ausschließlich österreichische Aktien in Euro gehalten werden. Adressenausfall-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken werden vom Fondsmanagement jeweils als niedrig beziehungsweise gering eingestuft. Das allgemeine und unternehmensspezifische Marktpreisrisiko wird dagegen ausdrücklich als hoch bezeichnet. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten infolge des Russland-Ukraine-Krieges, der Spannungen im Nahen Osten sowie der Risiken rund um Taiwan.

Die Kostenstruktur ist für einen regionalen Aktien-ETF insgesamt moderat. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,32 %, während die vereinbarte Pauschalvergütung bei 0,30 % pro Jahr liegt. Die separat ausgewiesenen Transaktionskosten beliefen sich auf lediglich 9.024 Euro. Für langfristige Anleger bleiben die laufenden Kosten damit vergleichsweise überschaubar.

Neu eingeführt wurden zum 16. April 2026 Liquiditätsmanagementinstrumente wie Dual Pricing und eine mögliche Rückgabegebühr von bis zu 2 % des Bruttorücknahmebetrags. Diese Instrumente sollen verhindern, dass verbleibende Anleger bei größeren Mittelabflüssen durch entstehende Transaktions- und Liquiditätskosten benachteiligt werden. Für Anleger ist dennoch wichtig zu wissen, dass Rücknahmen unter bestimmten Umständen zusätzliche Kosten verursachen können.

Nachhaltigkeitsorientierte Anleger sollten zudem beachten, dass der ETF weder als Artikel-8- noch als Artikel-9-Fonds nach SFDR eingestuft ist. Die Anlagen berücksichtigen nicht verpflichtend die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten.

Für die Qualität des Jahresberichts spricht schließlich das uneingeschränkte Prüfungsurteil von PricewaterhouseCoopers. Nach Einschätzung des Abschlussprüfers entspricht der Bericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Fonds.

Fazit aus Anlegersicht: Der iShares ATX UCITS ETF (DE) hat 2025/2026 von der außergewöhnlich starken Entwicklung des österreichischen Aktienmarktes profitiert. Eine Performance von 46,47 %, steigende Mittelzuflüsse, attraktive Ausschüttungen und eine niedrige Kostenquote sprechen für ein sehr erfolgreiches Berichtsjahr. Gleichzeitig sollte die starke vergangene Rendite nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen hoch konzentrierten Länder-ETF handelt. Mehr als die Hälfte des Vermögens hängt direkt oder indirekt von wenigen großen Finanz-, Energie- und Industrieunternehmen ab. Für Anleger, die gezielt auf Österreich setzen und höhere Schwankungen akzeptieren können, kann der ETF daher eine interessante Beimischung sein. Als alleinige Basis eines langfristig diversifizierten Aktienportfolios ist er aufgrund des ausgeprägten Länder-, Branchen- und Einzeltitelrisikos dagegen deutlich weniger geeignet.

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