Der iShares Dow Jones Asia Pacific Select Dividend 50 UCITS ETF (DE) blickt auf ein außergewöhnlich starkes Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der ETF verfolgt einen passiven Ansatz und bildet den Dow Jones Asia/Pacific Select Dividend 50 Index mit 50 vergleichsweise dividendenstarken Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum direkt nach. Der Duplizierungsgrad lag zum Geschäftsjahresende bei sehr hohen 99,87 %, was für eine konsequente Umsetzung der Indexstrategie spricht.
Aus Renditesicht war das Geschäftsjahr ausgesprochen erfolgreich. Der zugrunde liegende Performanceindex erzielte 39,46 %, während der ETF nach Kosten, Ausschüttungen und Steuern auf 39,10 % kam. Die Annual Tracking Difference betrug damit lediglich -0,36 Prozentpunkte, der Tracking Error sogar nur 0,10 Prozentpunkte. Für einen passiven ETF sind dies überzeugende Werte: Die Abweichung vom Referenzindex ist gering und liegt ungefähr in der Größenordnung der laufenden Kosten.
Auch der Anteilwert entwickelte sich deutlich positiv. Er stieg von 23,36 Euro Ende April 2025 auf 30,96 Euro Ende April 2026, was allein auf Kursebene einem Zuwachs von rund 32,5 % entspricht. Hinzu kommen die während des Geschäftsjahres geleisteten Ausschüttungen. Damit bestätigt die Entwicklung die im Bericht ausgewiesene Gesamtrendite von 39,10 %. Im Vergleich zu 22,12 Euro im Geschäftsjahr 2022/2023 liegt der Anteilwert mittlerweile rund 40 % höher.
Die Ertragsrechnung zeigt, dass das gute Ergebnis nicht ausschließlich auf Buchgewinnen beruhte. Der Fonds vereinnahmte rund 20,5 Mio. Euro Bruttodividenden und erzielte nach Quellensteuern und Aufwendungen einen ordentlichen Nettoertrag von 18,79 Mio. Euro. Hinzu kamen netto 35,59 Mio. Euro realisierte Veräußerungsgewinne. Das realisierte Jahresergebnis erreichte damit 54,38 Mio. Euro. Weitere 56,63 Mio. Euro entfielen auf die Veränderung nicht realisierter Ergebnisse, sodass sich insgesamt ein Geschäftsjahresergebnis von beeindruckenden 111,01 Mio. Euro ergab.
Für einkommensorientierte Anleger ist insbesondere die Ausschüttung interessant. Insgesamt wurden 1,04 Euro je Anteil ausgeschüttet, davon 0,56 Euro als Zwischenausschüttung und 0,48 Euro als Endausschüttung. Bei einem Anteilwert von 23,36 Euro zu Beginn des Geschäftsjahres entspricht dies rechnerisch einer Ausschüttung von rund 4,5 % des damaligen Anteilwertes. Bemerkenswert ist, dass die Gesamtausschüttung mit 18,79 Mio. Euro nahezu dem ordentlichen Nettoertrag des Fonds entspricht. Ein erheblicher Teil der verfügbaren realisierten Erträge wurde dagegen nicht ausgeschüttet: 14,78 Mio. Euro wurden wiederangelegt und 83,67 Mio. Euro auf neue Rechnung vorgetragen.
Ein weiteres positives Signal ist die starke Nachfrage nach dem ETF. Das Fondsvermögen erhöhte sich innerhalb eines Jahres von 252,87 Mio. Euro auf 557,82 Mio. Euro und damit um mehr als 120 %. Dieser Anstieg ist allerdings keineswegs allein das Ergebnis der guten Börsenentwicklung. Netto flossen dem Fonds 212,84 Mio. Euro neue Anlegergelder zu. Anteilscheinverkäufen von 228,53 Mio. Euro standen lediglich Rücknahmen von 15,69 Mio. Euro gegenüber. Die massiven Mittelzuflüsse können als Vertrauenssignal gewertet werden und verbessern zugleich die wirtschaftliche Größenordnung des Fonds.
Die Portfoliozusammensetzung verdient aus Anlegersicht jedoch besondere Aufmerksamkeit. Rund 99,1 % des Fondsvermögens sind in Aktien investiert. Dabei besteht eine deutliche geografische Konzentration: Australien macht allein 42,82 % des Fonds aus, Singapur 17,65 % und Hongkong 16,02 %. Zusammengenommen entfallen somit mehr als drei Viertel des gesamten Fondsvermögens auf diese drei Märkte. Japan ist mit lediglich 8,52 % vertreten. Die Bezeichnung „Asia Pacific“ darf deshalb nicht mit einer gleichmäßigen Diversifikation über die gesamte Region verwechselt werden.
Auch auf Einzeltitelebene bestehen deutliche Schwerpunkte. Größte Position ist BHP mit 8,98 %, gefolgt unter anderem von Fortescue mit 5,06 %, Honda Motor mit 4,57 %, DBS Group mit 4,08 % und ANZ Group mit 3,99 %. Damit vereinigen bereits die fünf größten Positionen rund 27 % des Fondsvermögens auf sich. Besonders Rohstoffunternehmen und Finanzwerte besitzen damit erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des ETFs.
Genau hier liegt neben den Chancen auch das wesentliche Risiko. BlackRock selbst stuft das absolute Marktpreisrisiko als hoch ein. Für einen Euro-Anleger besteht zusätzlich ein hohes Währungsrisiko, da die Aktien unter anderem in australischen Dollar, Hongkong-Dollar, japanischen Yen und Singapur-Dollar notieren und der Fonds keine im Bericht erkennbare umfassende Währungsabsicherung verfolgt. Eine Aufwertung des Euro gegenüber diesen Währungen kann somit einen Teil der lokalen Aktienrendite wieder aufzehren. Adressenausfall-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken werden dagegen als niedrig beziehungsweise gering bewertet.
Die Kostenstruktur fällt insgesamt günstig aus. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,31 %, bei einer vereinbarten Pauschalvergütung von 0,30 % jährlich. Hinzu kamen im Geschäftsjahr Transaktionskosten von rund 337.000 Euro, die nicht Bestandteil der Gesamtkostenquote sind. Angesichts der Tracking Difference von lediglich 0,36 Prozentpunkten gelingt es dem ETF dennoch, seinen Index sehr effizient abzubilden.
Zu beachten ist außerdem eine Änderung im Liquiditätsmanagement. Seit dem 16. April 2026 verfügt der Fonds über zusätzliche Instrumente wie Dual Pricing und eine mögliche Rückgabegebühr von bis zu 2 %, um Verwässerungseffekte durch größere Mittelbewegungen zu begrenzen. Für Anleger ist dies vor allem als zusätzlicher Schutz des verbleibenden Fondsvermögens vor Transaktionskosten großer Zu- oder Abflüsse zu verstehen, gleichzeitig sollte die Möglichkeit einer Rückgabegebühr berücksichtigt werden.
Positiv für die Qualität des Berichts ist schließlich, dass der unabhängige Abschlussprüfer den Jahresbericht ohne wesentliche Beanstandungen beurteilt und bestätigt hat, dass er den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens ermöglicht.
Anlegerfazit: Der Jahresbericht fällt insgesamt deutlich positiv aus. Eine Gesamtrendite von 39,10 %, eine geringe Tracking-Abweichung, attraktive Ausschüttungen, niedrige laufende Kosten und außergewöhnlich hohe Mittelzuflüsse sprechen für den ETF. Gleichzeitig darf die starke Jahresperformance nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein spezialisiertes Produkt mit erheblichen Schwankungsrisiken handelt. Die hohe Gewichtung Australiens, die Konzentration auf einzelne Dividenden-, Finanz- und Rohstoffwerte sowie das erhebliche Fremdwährungsrisiko machen den Fonds deutlich weniger breit diversifiziert als einen globalen Aktien-ETF.
Für Anleger, die gezielt laufende Ausschüttungen und ein Dividenden-/Value-Engagement im asiatisch-pazifischen Raum suchen und entsprechende Währungs- und Konjunkturrisiken akzeptieren können, erscheint der ETF nach diesem Jahresbericht attraktiv. Als alleinige Basis eines langfristigen Aktienportfolios ist er wegen seiner regionalen und sektoralen Konzentration dagegen weniger geeignet; seine Stärken liegen eher in der Rolle einer rendite- und ausschüttungsorientierten Beimischung.