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Starke Performance, aber hohe US- und Technologiekonzentration – iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) im Anlegercheck

geralt (CC0), Pixabay

Der iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) blickt auf ein ausgesprochen erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der Fonds verfolgt einen passiven Investmentansatz und bildet den Dow Jones Global Titans 50 Index nach, der 50 führende multinationale Großunternehmen umfasst. Die einzelnen Indexpositionen werden regelmäßig angepasst und grundsätzlich auf maximal 8 % begrenzt. Der Duplizierungsgrad gegenüber dem Referenzindex lag zum Geschäftsjahresende bei hohen 97,44 %, womit der Fonds seine Aufgabe als Indexfonds weitgehend erfüllt.

Besonders überzeugend ist aus Anlegersicht die Wertentwicklung. Die ausschüttende Anteilklasse erzielte im Berichtszeitraum eine Performance von 36,17 %, während der zugrunde liegende Performanceindex um 37,23 % zulegte. Die annualisierte Tracking Difference betrug damit -1,06 Prozentpunkte, der Tracking Error lediglich 0,16 Prozentpunkte. Auch die im Mai 2025 neu aufgelegte thesaurierende Anteilklasse entwickelte sich sehr stark: Vom 6. Mai 2025 bis zum 30. April 2026 erzielte sie 32,98 %, gegenüber 34,01 % beim Vergleichsindex. Damit hat der ETF Anlegern in einem Jahr einen erheblichen Wertzuwachs gebracht, auch wenn die Rendite erwartungsgemäß etwas hinter der des Index zurückblieb.

Das sehr gute Börsenjahr zeigt sich auch in der Ertragsrechnung. Insgesamt erzielte das Sondervermögen ein Geschäftsjahresergebnis von rund 712,6 Mio. Euro. Davon entfielen rund 161,6 Mio. Euro auf realisierte Ergebnisse und rund 551,0 Mio. Euro auf nicht realisierte Wertsteigerungen. Der erhebliche Anteil nicht realisierter Gewinne macht allerdings deutlich, dass ein großer Teil des Erfolgs auf gestiegenen Börsenkursen basiert und deshalb bei zukünftigen Marktkorrekturen auch wieder teilweise verloren gehen kann.

Das Fondsvermögen belief sich zum 30. April 2026 auf rund 2,59 Mrd. Euro, wobei 99,67 % unmittelbar in Aktien investiert waren. Auffällig ist insbesondere die starke geografische Konzentration: 81,20 % des Fondsvermögens entfielen auf US-Aktien. Taiwan folgte mit 4,91 %, Großbritannien mit 3,02 %, die Schweiz mit 2,53 % und Südkorea mit 2,52 %. Anleger erhalten somit zwar formal Zugang zu multinationalen Unternehmen aus mehreren Ländern, tatsächlich wird die Wertentwicklung des Fonds jedoch sehr stark vom US-Aktienmarkt bestimmt.

Auch auf Ebene der Einzelwerte besteht eine deutliche Konzentration. Zu den größten Positionen gehörten NVIDIA mit 8,08 %, Amazon und Apple mit jeweils 7,84 %, Microsoft mit 7,59 %, Broadcom mit 5,99 % sowie die beiden Alphabet-Aktienklassen. Allein die zehn größten Positionen machen rechnerisch knapp 59 % des Fondsvermögens aus. Für Anleger bedeutet dies einerseits eine starke Beteiligung an weltweit führenden und hochprofitablen Großkonzernen, andererseits aber auch eine ausgeprägte Abhängigkeit von wenigen Mega-Cap-Unternehmen und insbesondere vom Technologie- und Wachstumssegment. Der ETF ist daher deutlich konzentrierter als ein sehr breit gestreuter Weltaktienindex.

Positiv zu bewerten ist die überschaubare Kostenstruktur. Die Gesamtkostenquote beträgt für die ausschüttende und die thesaurierende Anteilklasse jeweils 0,51 % pro Jahr. Bei der neuen thesaurierenden Anteilklasse handelt es sich dabei noch um eine annualisierte Schätzung, da sie erst im Mai 2025 aufgelegt wurde. Zusätzlich entstanden im Geschäftsjahr Transaktionskosten von rund 210.000 Euro. Geschäfte über eng mit BlackRock verbundene Broker fanden nicht statt. Für einen ETF sind 0,51 % nicht extrem niedrig, angesichts der konzentrierten internationalen Strategie jedoch noch vertretbar. Die Differenz von rund einem Prozentpunkt zwischen Index- und Fondsperformance zeigt allerdings, dass neben der Kostenquote auch Steuern und weitere Faktoren die tatsächlich erzielte Anlegerperformance belasten.

Interessant ist zudem die Entwicklung der Anlegergelder. Bei der etablierten ausschüttenden Anteilklasse standen Mittelzuflüssen von rund 121,5 Mio. Euro Anteilsrücknahmen von rund 243,7 Mio. Euro gegenüber. Daraus ergab sich ein Netto-Mittelabfluss von rund 122,3 Mio. Euro. Trotzdem stieg ihr Fondsvermögen von rund 2,00 Mrd. Euro auf rund 2,59 Mrd. Euro, vor allem aufgrund der starken Kapitalmarktentwicklung. Die neu eingeführte thesaurierende Anteilklasse verzeichnete dagegen netto Zuflüsse von rund 6,4 Mio. Euro und erreichte zum Geschäftsjahresende ein Volumen von rund 7,1 Mio. Euro. Die Mittelabflüsse aus der ausschüttenden Anteilklasse sollten beobachtet werden, stellen angesichts der Größe und Liquidität des Gesamtfonds derzeit jedoch kein unmittelbares Problem dar.

Für Anleger stehen inzwischen zwei unterschiedliche Ertragsvarianten zur Verfügung. Bei der thesaurierenden Anteilklasse wurden 0,42 Euro je Anteil wiederangelegt. Die ausschüttende Anteilklasse zahlte insgesamt 9,38 Mio. Euro beziehungsweise 0,38 Euro je Anteil aus, davon 0,07 Euro als Zwischenausschüttung und 0,31 Euro als Endausschüttung. Damit können Anleger je nach persönlicher Strategie zwischen laufenden Ausschüttungen und automatischer Wiederanlage wählen.

Auf der Risikoseite weist der Bericht ausdrücklich auf ein hohes Marktpreis- und Währungsrisiko hin. Gleichzeitig werden Adressenausfall-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken als niedrig beziehungsweise gering eingestuft. Auch geopolitische Spannungen, unter anderem im Zusammenhang mit Russland und der Ukraine, dem Nahen Osten und Taiwan, werden als Unsicherheitsfaktoren genannt. Gerade für Euro-Anleger ist das Währungsrisiko relevant, weil ein Großteil des Portfolios in US-Dollar und anderen Fremdwährungen investiert ist und keine vollständige Währungsabsicherung besteht.

Aus Anlegersicht fällt das Gesamturteil positiv, aber nicht uneingeschränkt aus. Der ETF überzeugt durch eine sehr starke historische Jahresperformance, eine gute Indexabbildung, hohe Liquidität und ein Portfolio aus weltweit führenden Unternehmen. Besonders für Anleger, die gezielt auf globale Mega-Caps und die langfristige Stärke großer US-Technologieunternehmen setzen möchten, kann der Fonds attraktiv sein. Gleichzeitig ist er kein gleichmäßig diversifizierter Welt-ETF: Die sehr hohe US-Gewichtung, die Konzentration auf wenige Großunternehmen sowie das erhebliche Fremdwährungsrisiko erhöhen die Schwankungsanfälligkeit. Nach dem außergewöhnlich starken Geschäftsjahr von über 36 % sollte daher nicht davon ausgegangen werden, dass sich eine vergleichbare Rendite regelmäßig wiederholen lässt. Als langfristiger Baustein für wachstumsorientierte Anleger erscheint der ETF interessant, als alleinige globale Aktienanlage ist seine Konzentration jedoch relativ hoch.

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