Im Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Projekt RMN GmbH & Co. KG aus Oberhaching, die früher unter dem Namen STÖCKICHT Ruffinistraße GmbH & Co. KG firmierte, hat das Amtsgericht München am 1. September 2026 die zuvor angeordneten Sicherungsmaßnahmen aufgehoben.
Das Verfahren wird beim Amtsgericht München unter dem Aktenzeichen 1500 IN 62/26 geführt. Die Gesellschaft hat ihre Geschäftsanschrift am Kirchplatz 7 b, 82041 Oberhaching und ist beim Amtsgericht München unter HRA 110018 eingetragen.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die RMN Verwaltungs GmbH, die früher als SISTEMA Concept GmbH firmierte. Diese wird durch Geschäftsführer Rainer Oliver Gerstl vertreten.
Die aktuelle Entscheidung bedeutet zunächst, dass die mit Beschluss vom 16. Februar 2026 angeordneten insolvenzrechtlichen Sicherungsmaßnahmen nicht länger bestehen. Aus der Bekanntmachung allein ergibt sich jedoch noch nicht, aus welchem konkreten Grund das Gericht sie aufgehoben hat.
Gesellschaft eigens für die Ruffinistraße 35 in München
Die Projekt RMN GmbH & Co. KG ist keine allgemeine Immobiliengesellschaft mit einer Vielzahl unterschiedlicher Objekte. Der in der Insolvenzbekanntmachung angegebene Geschäftszweig ist ausgesprochen konkret: Sanierung und Verkauf der Immobilie Ruffinistraße 35 in München.
Schon der frühere Firmenname STÖCKICHT Ruffinistraße GmbH & Co. KG zeigt, dass die Gesellschaft als projektbezogene Objektgesellschaft für dieses Münchner Immobilienvorhaben gegründet wurde.
Bei dem Objekt handelt es sich um ein Wohngebäude in der Ruffinistraße 35 im Münchner Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg.
Das Geschäftsmodell bestand damit im Wesentlichen darin, die Immobilie zu entwickeln beziehungsweise umfassend zu sanieren und die entstandenen Wohnungen anschließend einzeln zu vermarkten und zu verkaufen.
Kernsanierung eines 12-Familienhauses
Das Projekt Ruffinistraße 35 wurde bereits mehrere Jahre vor dem Insolvenzantrag am Münchner Immobilienmarkt angeboten.
Für das Gebäude war eine umfangreiche Kernsanierung eines bestehenden 12-Familienwohnhauses vorgesehen. Entstehen sollten hochwertig sanierte Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit gehobener Ausstattung.
Die Vermarktung stellte insbesondere den Altbaucharakter des Hauses heraus. Die bestehenden großzügigen Grundrisse sollten mit modernen Wohnkonzepten verbunden werden.
Fast alle Wohnungen waren mit einem Balkon oder einer Loggia zum Innenhof vorgesehen. Hinzu kamen hochwertige Innenausstattungen wie Fischgrätparkett sowie Naturstein in den Sanitärbereichen.
Auch das historische Treppenhaus sollte aufwendig restauriert werden. Im Innenhof war zusätzlich ein Glasaufzug vorgesehen.
Das Projekt zielte damit klar auf das gehobene Münchner Eigentumswohnungssegment.
Wohnung wurde für knapp 1,2 Millionen Euro angeboten
Welches Preisniveau mit dem Projekt verbunden war, zeigt ein früheres Verkaufsangebot aus dem Jahr 2020.
Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit rund 86 Quadratmetern Wohnfläche in der Ruffinistraße 35 wurde damals für 1,186 Millionen Euro angeboten.
Das entsprach einem Angebotspreis von rund 13.800 Euro je Quadratmeter.
Die Vermarktung hob insbesondere die Lage in Neuhausen, die Nähe zum Schloss Nymphenburg und dessen Park sowie die aufwendige Sanierung des historischen Gebäudes hervor.
Damit handelte es sich bei dem Projekt keineswegs um klassischen preisgünstigen Wohnungsbau, sondern um die Entwicklung und Vermarktung hochwertiger Eigentumswohnungen in einer der gefragten Münchner Wohnlagen.
Gesellschaft bereits 2018 gegründet
Die Projektgesellschaft wurde 2018 beim Amtsgericht München eingetragen.
Ursprünglich firmierte sie unter STÖCKICHT Ruffinistraße GmbH & Co. KG. Die Gesellschaft war damit von Beginn an unmittelbar auf das konkrete Projekt in der Ruffinistraße ausgerichtet.
Die heutige Bezeichnung Projekt RMN GmbH & Co. KG entstand erst später im Zuge einer Umstrukturierung beziehungsweise Umfirmierung.
Auch bei der persönlich haftenden Gesellschafterin gab es Namensänderungen. Die heutige RMN Verwaltungs GmbH hieß zuvor SISTEMA Concept GmbH und davor STÖCKICHT Vermögensverwaltungs- und Beteiligungs GmbH.
Die Gesellschaftsstruktur zeigt damit eine deutliche Verbindung zum langjährig bestehenden Stöckicht- beziehungsweise späteren SISTEMA-Immobilienumfeld.
Rainer Gerstl seit Jahren im Immobiliengeschäft tätig
Geschäftsführer der Komplementärgesellschaft ist Rainer Oliver Gerstl. Er ist seit vielen Jahren mit verschiedenen Immobilien-, Bauträger- und Projektgesellschaften verbunden.
Dazu gehört insbesondere die Stöckicht Baubetreuungen GmbH & Co. KG, die bereits seit vielen Jahren im süddeutschen Immobiliengeschäft tätig ist beziehungsweise tätig war.
Deren Geschäftsfeld umfasst den Erwerb von Grundstücken, die Errichtung und Veräußerung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen sowie die Baubetreuung. Als regionale Schwerpunkte wurden unter anderem Weißenburg, Donauwörth und München genannt. Der Schwerpunkt lag dabei auf Reihenhäusern und Eigentumswohnungen.
Die Stöckicht Baubetreuungen GmbH & Co. KG ist allerdings nicht die Schuldnerin des aktuellen Insolvenzverfahrens. Die Namensähnlichkeit kann hier leicht zu Verwechslungen führen.
Betroffen ist ausschließlich die Projekt RMN GmbH & Co. KG, vormals STÖCKICHT Ruffinistraße GmbH & Co. KG.
Weitere Gesellschaften im Stöckicht- und SISTEMA-Umfeld
Rainer Gerstl ist beziehungsweise war darüber hinaus mit mehreren weiteren Immobiliengesellschaften verbunden.
Dazu gehören unter anderem die SISTEMA Immobilien GmbH & Co. KG sowie die SISTEMA Riemerling GmbH & Co. KG, die früher als STÖCKICHT Kirchseeon GmbH & Co. KG firmierte.
Auch diese Gesellschaften beschäftigen sich mit Grundstücken, Immobilienentwicklung, Bebauung, Sanierung, Verwertung und Verwaltung.
Bei der SISTEMA Riemerling GmbH & Co. KG umfasst der Unternehmensgegenstand beispielsweise ausdrücklich den An- und Verkauf von Grundstücken und Immobilien, die Errichtung und Sanierung von Wohn- und Geschäftsimmobilien als Bauträger oder Generalübernehmer sowie die Grundstücksentwicklung.
Das unterstreicht die langjährige Tätigkeit des Unternehmensumfeldes im Bereich Bauträgergeschäft und Projektentwicklung.
Das jetzige Insolvenzantragsverfahren betrifft dennoch allein die Projekt RMN GmbH & Co. KG. Wirtschaftliche Schwierigkeiten dieser Gesellschaft dürfen nicht ohne Weiteres auf andere verbundene Unternehmen übertragen werden.
Insolvenzantragsverfahren läuft seit Anfang 2026
Das Verfahren trägt das Aktenzeichen 1500 IN 62/26 und wurde damit im Jahr 2026 beim Amtsgericht München anhängig.
Am 16. Februar 2026 ordnete das Insolvenzgericht zunächst Sicherungsmaßnahmen an.
Solche Maßnahmen dienen dazu, während der Prüfung des Insolvenzantrags zu verhindern, dass sich die Vermögenslage des Schuldners zum Nachteil der Gläubiger verändert. Je nach konkreter gerichtlicher Anordnung können beispielsweise Verfügungsbeschränkungen oder die Einsetzung eines vorläufigen Insolvenzverwalters vorgesehen sein.
Welche einzelnen Sicherungsmaßnahmen im Februar im Fall der Projekt RMN GmbH & Co. KG angeordnet worden waren, geht aus der aktuellen Kurzbekanntmachung vom 1. September nicht hervor.
Sicherungsmaßnahmen jetzt vollständig aufgehoben
Mit dem aktuellen Beschluss hat das Amtsgericht München diese Maßnahmen wieder aufgehoben.
Wichtig ist: Die Aufhebung der Sicherungsmaßnahmen ist nicht automatisch mit der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gleichzusetzen.
Sie kann verschiedene Ursachen haben. Beispielsweise können Sicherungsmaßnahmen entfallen, wenn über den Insolvenzantrag anderweitig entschieden wurde, der Antrag zurückgenommen oder erledigt wurde oder die Voraussetzungen für die Maßnahmen nicht mehr bestehen.
Aus der vorliegenden Veröffentlichung lässt sich deshalb nicht sicher ableiten, ob das Insolvenzverfahren eröffnet, der Antrag abgewiesen oder das Insolvenzantragsverfahren auf andere Weise beendet wurde.
Für eine endgültige Einordnung ist eine weitere gerichtliche Bekanntmachung zum Aktenzeichen 1500 IN 62/26 maßgeblich.
Hochpreisiges Münchner Sanierungsprojekt steht im Mittelpunkt
Ungewöhnlich konkret lässt sich dagegen der wirtschaftliche Hintergrund der Schuldnergesellschaft nachvollziehen.
Die Projekt RMN GmbH & Co. KG war eigens mit der Sanierung und dem Verkauf der Immobilie Ruffinistraße 35 in München befasst.
Dort sollte ein bestehendes 12-Familienhaus kernsaniert und in hochwertige Eigentumswohnungen überführt werden. Einzelne Wohnungen wurden bereits 2020 zu Preisen von mehr als einer Million Euro angeboten.
Das Insolvenzantragsverfahren betrifft damit eine klassische Immobilien-Projektgesellschaft, deren wirtschaftlicher Erfolg maßgeblich davon abhängt, ob die Sanierungskosten, Finanzierung und Verkaufserlöse eines einzelnen Projektes im vorgesehenen Verhältnis stehen.
Welche konkreten finanziellen Schwierigkeiten bei der Projekt RMN GmbH & Co. KG zum Insolvenzantrag führten und ob sämtliche Wohnungen des Projektes Ruffinistraße 35 bereits verkauft worden sind, lässt sich aus den derzeit öffentlich verfügbaren Informationen nicht belastbar feststellen.
Fest steht bislang lediglich: Das Amtsgericht München hat am 1. September 2026 die seit dem 16. Februar 2026 bestehenden Sicherungsmaßnahmen aufgehoben.
Das Insolvenzantragsverfahren betrifft die Projekt RMN GmbH & Co. KG, vormals STÖCKICHT Ruffinistraße GmbH & Co. KG, Kirchplatz 7 b, 82041 Oberhaching, und wird unter dem Aktenzeichen 1500 IN 62/26 geführt.