Für die Hausservice-Konzept UG (haftungsbeschränkt) aus Griesheim wird kein reguläres Insolvenzverfahren eröffnet. Das Amtsgericht Darmstadt hat den Insolvenzantrag am 3. September 2026 mangels Masse gemäß § 26 Abs. 1 InsO abgewiesen.
Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 9 IN 629/26 geführt. Die aktuelle Geschäftsanschrift lautet Willy-Brandt-Allee 42, 64347 Griesheim. Eingetragen ist die Gesellschaft beim Amtsgericht Darmstadt unter HRB 106708.
Geschäftsführer ist Cimi Farago.
Die Abweisung mangels Masse ist besonders einschneidend: Das vorhandene Vermögen reicht nach der gerichtlichen Prüfung voraussichtlich nicht aus, um überhaupt die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens zu finanzieren.
Ursprünglich als Sachverständigenbüro Farago gegründet
Die Hausservice-Konzept UG ist ein noch sehr junges Unternehmen.
Die Gesellschaft wurde 2024 gegründet und am 1. August 2024 in das Handelsregister eingetragen. Ursprünglich firmierte sie unter dem Namen Sachverständigenbüro Farago UG (haftungsbeschränkt).
Der frühere Firmenname macht deutlich, wo der ursprüngliche Schwerpunkt des Unternehmens lag: bei technischen Sachverständigenleistungen.
Erst später wurde die Gesellschaft in Hausservice-Konzept UG (haftungsbeschränkt) umbenannt und das Tätigkeitsspektrum deutlich in Richtung Gebäudedienstleistungen erweitert.
Als frühere Geschäftsanschrift ist Rübgrund 9B in 64347 Griesheim dokumentiert. Inzwischen befindet sich der Unternehmenssitz laut aktueller Insolvenzbekanntmachung in der Willy-Brandt-Allee 42.
Sachverständigengutachten für Elektrotechnik und Elektronik
Der Unternehmensgegenstand ist ungewöhnlich breit gefächert.
Ein wesentlicher Bereich war der Betrieb eines Sachverständigenbüros. Vorgesehen waren sachverständige Bewertungen und Begutachtungen sowie die Erstellung von Expertisen auf sämtlichen Gebieten der Elektrotechnik und Elektronik.
Darüber hinaus sollte das Unternehmen Bauvorhaben im elektrotechnischen Bereich begleiten und entsprechende bauliche beziehungsweise technische Abnahmen durchführen.
Damit richteten sich die Leistungen insbesondere an Immobilieneigentümer, Bauherren, Unternehmen und andere Auftraggeber, die elektrische Anlagen fachlich überprüfen oder Bauleistungen technisch begleiten lassen wollten.
Thermografie zur Erkennung technischer Probleme
Zum Angebot gehörten außerdem Gebäudethermografie und Elektrothermografie.
Bei der Gebäudethermografie können mithilfe von Wärmebildkameras beispielsweise Wärmeverluste, problematische Gebäudebereiche oder energetische Schwachstellen sichtbar gemacht werden.
Elektrothermografie wird dagegen insbesondere eingesetzt, um ungewöhnliche Wärmeentwicklungen an elektrischen Anlagen und Bauteilen zu erkennen. Solche Temperaturabweichungen können Hinweise auf überlastete oder fehlerhafte elektrische Komponenten liefern.
Damit bewegte sich die ursprüngliche Geschäftsidee deutlich im Bereich technischer Prüf-, Kontroll- und Sachverständigenleistungen.
Später deutlich breiteres Hausservice-Angebot
Mit der Erweiterung des Unternehmensgegenstandes kamen zahlreiche klassische Gebäudedienstleistungen hinzu.
Die Hausservice-Konzept UG durfte Hausserviceleistungen, Gebäudereinigung und Handwerksdienstleistungen anbieten.
Hinzu kamen die Pflege rund ums Haus, Kleinreparaturen, Instandsetzungen und Überprüfungen.
Auch Winterdienst, Objektbetreuung, Objektüberwachung, Sanierungsarbeiten und Notdienstleistungen gehörten zum eingetragenen Tätigkeitsspektrum.
Damit entwickelte sich aus dem ursprünglich spezialisierten Sachverständigenbüro zumindest nach dem gesellschaftsrechtlichen Unternehmensgegenstand ein umfassender Dienstleister rund um Immobilien und technische Gebäudeausstattung.
Die Gesellschaft wurde öffentlich auch im Bereich Gebäudereinigung beziehungsweise Gebäudedienstleistungen geführt.
Verbindung zu einem weiteren Elektrotechnik-Unternehmen
Geschäftsführer Cimi Farago war beziehungsweise ist auch mit weiteren Unternehmen aus dem elektrotechnischen Bereich verbunden.
Besonders auffällig ist die Lim Prüftechnik GmbH aus Griesheim.
Diese Gesellschaft wurde bereits 2019 gegründet. Ihr Unternehmensgegenstand umfasst die Prüfung elektrischer Anlagen, Betriebsmittel und Maschinen.
Auch dort war Cimi Farago zunächst Geschäftsführer.
Die geschäftliche Ausrichtung der Lim Prüftechnik GmbH weist damit deutliche fachliche Überschneidungen mit dem ursprünglichen Sachverständigen- und Elektrotechnikbereich der heutigen Hausservice-Konzept UG auf.
Auch Lim Prüftechnik geriet in die Insolvenz
Bemerkenswert ist, dass auch die Lim Prüftechnik GmbH wirtschaftlich in Schwierigkeiten geriet.
Beim Amtsgericht Darmstadt wurde unter dem Aktenzeichen 9 IN 1222/25 ein Insolvenzverfahren über diese Gesellschaft geführt.
Am 10. Dezember 2025 wurde zunächst die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Gesellschaft bereits durch Cimi Farago als Liquidator vertreten.
Am 19. März 2026 wurde schließlich das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Lim Prüftechnik GmbH i.L. eröffnet.
Damit sind innerhalb weniger Monate zwei Gesellschaften aus dem beruflichen Umfeld von Cimi Farago insolvenzrechtlich betroffen.
Dabei muss allerdings klar unterschieden werden: Die Lim Prüftechnik GmbH und die Hausservice-Konzept UG sind rechtlich eigenständige Unternehmen. Aus der Insolvenz der einen Gesellschaft lässt sich nicht automatisch die Ursache für die wirtschaftlichen Probleme der anderen ableiten.
Frühere Verbindung auch zu Aufleger + Keller Elektro
Cimi Farago war zudem zeitweise Geschäftsführer der Aufleger + Keller Elektro GmbH.
Auch diese Gesellschaft war im elektrotechnischen Umfeld tätig. Farago schied dort im September 2024 als Geschäftsführer aus.
Damit zeigt sich über mehrere Gesellschaften hinweg ein deutlicher beruflicher Schwerpunkt in den Bereichen Elektrotechnik, technische Prüfungen, Gebäudetechnik und damit verbundene Dienstleistungen.
Die Hausservice-Konzept UG führte dieses Tätigkeitsfeld weiter, kombinierte es jedoch zusätzlich mit klassischen Hausmeister-, Reinigungs-, Objektbetreuungs- und Sanierungsleistungen.
Nur rund zwei Jahre bis zur Insolvenz
Besonders auffällig ist die kurze Zeitspanne zwischen Gründung und wirtschaftlichem Scheitern.
Die Gesellschaft wurde erst im Sommer 2024 eingetragen. Bereits im Jahr 2026 kam es zum Insolvenzantrag.
Damit bestand das Unternehmen nur rund zwei Jahre, bevor die finanzielle Situation so weit fortgeschritten war, dass das Insolvenzgericht nicht einmal mehr genügend Masse für die Durchführung eines regulären Insolvenzverfahrens feststellen konnte.
Welche konkreten Ursachen dafür verantwortlich waren, geht aus der gerichtlichen Bekanntmachung nicht hervor.
Es liegen keine belastbaren Angaben zur Höhe der Schulden, zur Zahl der Gläubiger, zu Umsätzen, offenen Kundenforderungen oder möglichen Steuerrückständen vor.
Ebenso lässt sich derzeit nicht feststellen, in welchem Umfang die Gesellschaft tatsächlich Mitarbeiter beschäftigte und welche der zahlreichen im Unternehmensgegenstand genannten Leistungen zuletzt operativ ausgeführt wurden.
Abweisung mangels Masse ist gravierender als normale Insolvenzeröffnung
Das Amtsgericht Darmstadt hat das Insolvenzverfahren nicht eröffnet, sondern den Antrag nach § 26 Abs. 1 InsO mangels Masse abgewiesen.
Das bedeutet vereinfacht: Das vorhandene Vermögen reicht voraussichtlich nicht aus, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu bezahlen, und ein ausreichender Kostenvorschuss wurde nicht geleistet.
Damit kommt es gerade nicht zu einem normalen Insolvenzverfahren, in dem ein Insolvenzverwalter das Unternehmen beziehungsweise dessen Vermögen verwertet und die vorhandenen Mittel anschließend an die Gläubiger verteilt.
Für Gläubiger ist eine solche Entscheidung regelmäßig ein besonders negatives Signal, weil bereits die Finanzierung des Insolvenzverfahrens nicht gesichert ist.
Auflösung der Gesellschaft als Folge
Wird die Abweisung mangels Masse rechtskräftig, hat dies für eine Unternehmergesellschaft grundsätzlich weitreichende Folgen.
Eine UG (haftungsbeschränkt) wird durch die rechtskräftige Abweisung des Insolvenzantrags mangels Masse grundsätzlich kraft Gesetzes aufgelöst. Im weiteren Verlauf kann die Gesellschaft aus dem Handelsregister gelöscht werden, wenn keine weiteren Abwicklungsmaßnahmen erforderlich sind.
Damit steht die erst 2024 gegründete Hausservice-Konzept UG bereits nach kurzer Unternehmensgeschichte vor dem gesellschaftsrechtlichen Ende.
Das Geschäftsmodell war durchaus breit aufgestellt: vom Sachverständigenbüro für Elektrotechnik und Elektronik über Thermografie und technische Bauüberwachung bis hin zu Gebäudereinigung, Hausservice, Kleinreparaturen, Sanierung, Winterdienst und Objektbetreuung.
Wirtschaftlich hat dieses Konzept jedoch nicht verhindert, dass die Gesellschaft innerhalb von rund zwei Jahren in eine Situation geriet, in der nicht einmal mehr ausreichend Vermögen für die Kosten eines regulären Insolvenzverfahrens vorhanden war.
Das Amtsgericht Darmstadt hat den Insolvenzantrag über das Vermögen der Hausservice-Konzept UG (haftungsbeschränkt), Willy-Brandt-Allee 42, 64347 Griesheim, am 3. September 2026 mangels Masse abgewiesen. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 9 IN 629/26 geführt.