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Windpark Zur Krümme Beteiligungs GmbH: Eigenkapital wächst – doch der Verlust steigt das zweite Jahr in Folge
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Windpark Zur Krümme Beteiligungs GmbH: Eigenkapital wächst – doch der Verlust steigt das zweite Jahr in Folge

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Zur Krümme Beteiligungs GmbH aus Bremen fällt auf den ersten Blick unspektakulär aus: Die Bilanzsumme beträgt gerade einmal knapp 17.000 Euro, Bankverbindlichkeiten werden überhaupt nicht ausgewiesen und die Liquidität hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Für Anleger ist jedoch eine andere Entwicklung interessanter: Die Gesellschaft schreibt weiterhin rote Zahlen – und der Jahresfehlbetrag ist 2025 deutlich gestiegen.

Dabei muss die Bilanz richtig eingeordnet werden. Die Windpark Zur Krümme Beteiligungs GmbH ist nach den vorliegenden Angaben keine Gesellschaft mit millionenschweren Windkraftanlagen in der eigenen Bilanz. Ihr Anlagevermögen besteht ausschließlich aus Finanzanlagen von 5.000 Euro. Zudem gehört sie zum Konzern der wpd GmbH aus Bremen. Entsprechend wenig sagt diese Einzelbilanz über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines möglicherweise dahinterstehenden Windparkprojekts aus.

Jahresverlust steigt um mehr als 77 Prozent

Der kritischste Wert findet sich auf der Passivseite. Für 2025 weist die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 3.922,24 Euro aus. Im Vorjahr waren es 2.213,50 Euro.

Damit ist der Verlust innerhalb eines Jahres um rund 77 Prozent gestiegen.

Zusätzlich besteht bereits ein Verlustvortrag von 5.491,34 Euro, nachdem dieser Ende 2024 noch bei 3.277,84 Euro gelegen hatte. Zusammengenommen zeigen die Zahlen, dass die Gesellschaft bislang keine nachhaltige Ertragskraft aufgebaut hat.

Bei einer Beteiligungsgesellschaft dieser Größenordnung muss das allerdings nicht automatisch alarmierend sein. Verwaltungs-, Abschluss- und sonstige Gesellschaftskosten können Verluste verursachen, während wirtschaftliche Erträge möglicherweise erst auf Ebene anderer Projektgesellschaften entstehen. Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit entsprechenden Details liegt in den übermittelten Angaben jedoch nicht vor.

Genau deshalb lässt sich nicht erkennen, wodurch der Verlust 2025 konkret verursacht wurde.

Eigenkapital steigt trotz Verlust deutlich

Paradox erscheint zunächst die Entwicklung des Eigenkapitals. Trotz des höheren Jahresfehlbetrags stieg es von 7.008,66 Euro auf 15.586,42 Euro.

Der Grund dafür ist in der Kapitalstruktur zu finden. Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro. Ende 2024 waren davon allerdings noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgezogen worden. Ende 2025 existiert dieser Abzug nicht mehr.

Das eingeforderte Kapital erhöhte sich damit von 12.500 auf die vollen 25.000 Euro.

Die Verbesserung des Eigenkapitals resultiert somit nicht aus erwirtschafteten Gewinnen. Im Gegenteil: Operativ beziehungsweise ergebnisseitig kam ein weiterer Verlust hinzu. Der stärkere Eigenkapitalausweis ist vielmehr auf die Veränderung bei den ausstehenden Einlagen zurückzuführen.

Für Anleger ist diese Unterscheidung wesentlich: Mehr Eigenkapital bedeutet hier nicht automatisch eine verbesserte Profitabilität.

Liquidität verdreifacht sich

Positiv fällt die Entwicklung der verfügbaren Zahlungsmittel auf. Die liquiden Mittel erhöhten sich von lediglich 3.834,16 Euro auf 11.999,47 Euro und haben sich damit mehr als verdreifacht.

Gleichzeitig weist die Bilanz keinerlei Verbindlichkeiten aus. Auf der Fremdkapitalseite stehen lediglich Rückstellungen von 1.413,05 Euro, nach 1.825,50 Euro im Vorjahr.

Eine klassische Überschuldung durch Bankdarlehen oder Lieferantenkredite ist auf Ebene dieser Gesellschaft damit nicht erkennbar.

Das unterscheidet die Beteiligungs-GmbH grundlegend von vielen eigentlichen Windpark-Betreibergesellschaften, deren Bilanzen aufgrund der hohen Investitionskosten regelmäßig von Millionenbeträgen an Bankkrediten geprägt werden.

Nur 5.000 Euro Finanzanlagen

Bemerkenswert ist vielmehr die sehr kleine Bilanz. Das gesamte Vermögen beträgt zum Jahresende lediglich 16.999,47 Euro. Davon entfallen 5.000 Euro auf Finanzanlagen und knapp 12.000 Euro auf Bankguthaben.

Die Finanzanlagen werden im Anhang als Anteile an verbundenen Unternehmen beschrieben und grundsätzlich zu Anschaffungskosten beziehungsweise gegebenenfalls zum niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Mehr Details über diese Beteiligung – insbesondere deren wirtschaftlichen Wert, Ertragslage oder Ergebnisbeiträge – liefert der vorliegende Abschluss nicht.

Das ist für eine Anlegerbewertung die entscheidende Einschränkung. Der Firmenname „Windpark Zur Krümme Beteiligungs GmbH“ legt zwar einen Zusammenhang mit einem Windenergieprojekt nahe. Aus der vorliegenden Einzelbilanz lässt sich aber nicht ableiten, wie profitabel der betreffende Windpark arbeitet, wie hoch dessen Verschuldung ist oder welche Stromerlöse erzielt werden.

Wichtiger Hinweis: Teil des wpd-Konzerns

Interessant ist dagegen die Konzernzugehörigkeit. Laut Anhang wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.

Für die Bewertung bedeutet dies, dass die Beteiligungs-GmbH nicht isoliert betrachtet werden sollte. Die wirtschaftliche Bedeutung kann sich aus ihrer Funktion innerhalb einer größeren Unternehmens- und Projektstruktur ergeben.

Geschäftsführer war 2025 Dr. Gernot Blanke. Der Jahresabschluss wurde am 20. April 2026 festgestellt.

Was Anleger kritisch hinterfragen sollten

Für sich genommen vermittelt die Bilanz keinen Eindruck akuter finanzieller Belastung: Es gibt keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten, die liquiden Mittel sind gestiegen und das Eigenkapital deckt einen großen Teil der überschaubaren Bilanzsumme ab.

Die Kehrseite ist jedoch ebenso eindeutig: Die Gesellschaft erwirtschaftet nach den vorliegenden Zahlen bislang keine Gewinne. Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich von 2.213,50 auf 3.922,24 Euro, während sich der Verlustvortrag weiter aufgebaut hat.

Besonders wichtig ist deshalb die Frage nach der Funktion der 5.000-Euro-Beteiligung. Anleger müssten wissen, an welcher Gesellschaft sie konkret besteht, welchen wirtschaftlichen Wert diese Beteiligung besitzt und welche Erträge daraus künftig erwartet werden.

Ohne diese Informationen wäre es falsch, aus der kleinen und nahezu schuldenfreien Bilanz auf die wirtschaftliche Stärke des eigentlichen Windenergieprojekts zu schließen.

Fazit: Solide kleine Bilanz, aber keine Aussage über die Rendite des Windparks

Aus Anlegersicht ist der Jahresabschluss der Windpark Zur Krümme Beteiligungs GmbH vor allem deshalb interessant, weil er zeigt, wie wenig eine einzelne Gesellschaft innerhalb einer Windparkstruktur über das Gesamtprojekt verraten kann.

Positiv sind 15.586 Euro Eigenkapital, knapp 12.000 Euro Liquidität und das Fehlen ausgewiesener Verbindlichkeiten. Kritisch bleibt dagegen die Ergebnisentwicklung: Der Jahresverlust stieg 2025 um rund 77 Prozent, und der Verlustvortrag wächst weiter.

Das ist angesichts der geringen absoluten Beträge noch kein dramatisches Warnsignal. Es zeigt aber auch keine operative Erfolgsgeschichte.

Für Anleger wäre daher nicht diese 17.000-Euro-Bilanz allein entscheidend, sondern vor allem der Abschluss der Gesellschaft, an der die Beteiligung von 5.000 Euro gehalten wird. Erst dort dürften sich – sofern es sich um die eigentliche Projektgesellschaft handelt – die wirklich relevanten Kennzahlen zu Windkraftanlagen, Stromerlösen, Finanzierung, Zinsbelastung, Cashflow und Rentabilität finden.

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