Dark Mode Light Mode

Phishing-Radar: DKB, easybank, PayPal und Volksbanken im Visier von Betrügern

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Die Verbraucherzentrale warnt aktuell vor mehreren Phishing-Wellen, bei denen Kriminelle gezielt die Namen bekannter Banken, Zahlungsdienste und Behörden missbrauchen. Besonders aktuell ist eine Betrugsnachricht im Namen der DKB. Daneben kursieren gefälschte Mitteilungen zur easybank, zu PayPal und zur VR-SecureGo-App der Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Maschen unterscheiden sich im Detail, folgen aber demselben Prinzip: Die Empfänger sollen verunsichert oder unter Zeitdruck gesetzt und anschließend über einen Link auf eine betrügerische Internetseite gelockt werden. Dort können persönliche Daten, Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen abgegriffen werden.

DKB: Angebliche App-Registrierung läuft am 20. August ab

Am 13. August 2026 warnt die Verbraucherzentrale vor einer besonders aktuellen Phishing-Mail im Namen der DKB. Darin wird behauptet, die Registrierung der DKB-App laufe am 20. August 2026 ab. Danach werde das Online-Banking vorübergehend deaktiviert.

Um dies zu verhindern, sollen Kunden auf die Schaltfläche „Jetzt reaktivieren“ klicken und eine erneute Authentifizierung durchführen. Gleichzeitig versprechen die Absender, der Vorgang dauere lediglich wenige Minuten.

Genau diese Kombination soll offenbar dazu führen, dass Empfänger möglichst schnell handeln und den Link anklicken, ohne die Nachricht genauer zu überprüfen. Auffällig sind außerdem eine unseriöse Absenderadresse und die unpersönliche Anrede.

Wer ein DKB-Konto besitzt, sollte den Link keinesfalls benutzen. Ob tatsächlich eine Mitteilung der Bank vorliegt, sollte ausschließlich über die offizielle Banking-App oder die bekannte Internetseite der DKB kontrolliert werden.

easybank: Angeblicher unbefugter Zugriff auf das Konto

Seit dem 12. August 2026 wird vor einer weiteren Masche gewarnt. Diesmal missbrauchen die Täter den Namen der easybank.

Unter dem Betreff „Sicherheitswarnung: Unbefugter Zugriff auf Ihr Konto“ wird behauptet, es habe einen nicht autorisierten Zugriff auf das Kundenkonto gegeben. Über einen Link sollen die Empfänger einen angeblich „vollständigen Bericht“ aufrufen und anschließend ihre Identität erneut bestätigen.

Die Betrüger setzen dabei bewusst auf Angst: Wer glaubt, dass sich ein Fremder Zugang zum eigenen Bankkonto verschafft hat, reagiert möglicherweise sofort.

Die Nachricht weist jedoch typische Phishing-Merkmale auf. Neben einer verdächtigen Absenderadresse und der unpersönlichen Anrede „Sehr geehrter Kunde“ enthält sie sogar einen sprachlichen Fehler. Die Grußformel lautet „Mit freundlichen Grüße“ statt „Mit freundlichen Grüßen“.

PayPal: Kontofunktionen angeblich bereits eingeschränkt

Auch PayPal-Nutzer sind derzeit Ziel einer Phishing-Kampagne. Die seit 11. August 2026 bekannte Nachricht trägt den Betreff „Erinnerung: Wir haben einige Ihrer Kontofunktionen ausgesetzt“.

Darin wird behauptet, dass aufgrund einer Sicherheitsüberprüfung die im PayPal-Konto gespeicherten Profildaten erneut bestätigt werden müssten.

Die Täter erhöhen den Druck mit einer Frist von sieben Tagen. Erfolgt die angebliche Verifizierung nicht rechtzeitig, sollen unter anderem Zahlungen, Überweisungen auf das eigene Bankkonto und der Empfang von Geld vorübergehend nicht mehr möglich sein.

Für die vermeintliche Überprüfung wird ein Link in der E-Mail angeboten. Genau dieser sollte nicht angeklickt werden. Wer überprüfen möchte, ob mit seinem PayPal-Konto tatsächlich etwas nicht stimmt, sollte die PayPal-App beziehungsweise die bekannte Internetseite des Zahlungsdienstes selbst aufrufen.

Volks- und Raiffeisenbanken: Gefälschte Aktualisierung von VR-SecureGo

Eine weitere Phishing-Mail richtet sich an Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken. Die Nachricht wird unter dem Betreff „Aktualisierung Ihres Zugangs zur VR-SecureGo App erforderlich“ verbreitet.

Darin behaupten die Betrüger, der bisherige Zugang laufe am 11. August 2026 ab. Um weiterhin auf die Konten zugreifen zu können, müsse die Verbindung über eine Schaltfläche in der E-Mail erneuert werden.

Auch hier werden Sicherheitsargumente benutzt, um die Nachricht glaubwürdig erscheinen zu lassen. Gleichzeitig wurde eine äußerst kurze Frist gesetzt.

Die Verbraucherzentrale nennt als weitere Warnzeichen die fehlende persönliche Anrede, eine unseriöse Absenderadresse und die Aufforderung, die Aktualisierung über einen Link vorzunehmen.

Falsche Steuererstattung über 263 Euro

Nicht nur Banken und Zahlungsdienste werden für die Betrugsversuche missbraucht. Am 7. August 2026 wurde vor einer Phishing-Mail im Namen des Bundeszentralamts für Steuern gewarnt.

Darin wird behauptet, bei einer automatisierten Jahresveranlagung sei ein Guthaben von 263 Euro festgestellt worden. Zur Auszahlung müsse lediglich ein elektronisches Rückerstattungsformular ausgefüllt werden.

Die Nachricht versucht durch ein angebliches Aktenzeichen und eine behördlich wirkende Gestaltung Seriosität vorzutäuschen. Zusätzlich wird behauptet, der Erstattungsanspruch könne verfallen, wenn die vorgegebene Frist nicht eingehalten werde.

Wer ein ELSTER-Konto besitzt, sollte mögliche Mitteilungen ausschließlich direkt über das offizielle ELSTER-Portal überprüfen.

Commerzbank: Geldwäschegesetz und DSGVO als Vorwand

Eine weitere Betrugsvariante wurde im Namen der Commerzbank verbreitet. Angeblich müssten Kunden aufgrund gesetzlicher Vorgaben des Geldwäschegesetzes und der Datenschutz-Grundverordnung ihre persönlichen Daten bestätigen.

Dabei drohen die Täter mit erheblichen Konsequenzen. Ohne rechtzeitige Aktualisierung könnten angeblich Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen gesperrt werden.

Auch hierbei dienen Begriffe wie „Geldwäschegesetz“ und „DSGVO“ offensichtlich dazu, der Nachricht einen amtlichen und rechtlich zwingenden Charakter zu verleihen.

Das haben die aktuellen Phishing-Mails gemeinsam

Die Betrugsversuche arbeiten trotz unterschiedlicher Absendernamen nach einem sehr ähnlichen Muster. Fast immer gibt es einen angeblich dringenden Anlass: Das Online-Banking wird gesperrt, eine App läuft ab, ein Konto wurde angegriffen, wichtige Zahlungsfunktionen werden eingeschränkt oder eine Steuererstattung droht zu verfallen.

Hinzu kommen kurze Fristen und Links oder Schaltflächen, über die angeblich sofort gehandelt werden muss.

Wer eine solche Nachricht erhält, sollte keinen Link anklicken und keine persönlichen Daten, Bankzugangsdaten, Passwörter oder Zahlungsinformationen eingeben. Die betreffende Bank oder der Zahlungsdienst sollte stattdessen über die selbst aufgerufene offizielle App oder Internetseite kontaktiert beziehungsweise überprüft werden.

Verdächtige Nachrichten können zudem an phishing@verbraucherzentrale.nrw weitergeleitet werden. Anschließend sollten sie unbeantwortet als Spam beziehungsweise Phishing markiert und gelöscht werden.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Warenrückruf: Migros ruft panierte Pouletschnitzel wegen falschem Verbrauchsdatum zurück

Next Post

Gefährliche Magnete: KF Design ruft Magnetspiel „ZAPP“ von REMEMBER zurück