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Nach Sonnenfinsternis: Zahlreiche Menschen suchen wegen Augenbeschwerden Kliniken auf

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay

Nach der Sonnenfinsternis haben sich in mehreren Augenkliniken in Baden-Württemberg Menschen mit Schmerzen, Brennen oder Sehstörungen vorgestellt. Viele Betroffene befürchteten, ihre Augen durch einen ungeschützten oder nicht ausreichend geschützten Blick in die Sonne geschädigt zu haben. Bislang konnten die Ärzte bei den untersuchten Patienten jedoch keine bleibenden Schäden feststellen.

Besonders gut war die Sonnenfinsternis im Südwesten Deutschlands zu beobachten. In Freiburg wurde die Sonne zu mehr als 90 Prozent vom Mond verdeckt. Gerade das konnte dazu verleiten, das seltene Naturschauspiel für einen Moment ohne geeignete Schutzbrille zu betrachten.

Rund 20 Anfragen allein in Mannheim

An der Augenklinik des Universitätsklinikums Mannheim gingen in den Stunden nach der Sonnenfinsternis rund 20 Anfragen ein. Betroffene berichteten unter anderem über Kopfschmerzen und Schwindel.

Nach Einschätzung der Ärzte dürften diese Beschwerden jedoch wieder vollständig verschwinden. Hinweise auf bleibende Augenschäden wurden bei den bislang untersuchten Personen nicht festgestellt.

Ähnlich war die Situation in Stuttgart. Dort stellten sich bis zum Mittag nach der Sonnenfinsternis ebenfalls rund 20 Menschen in der Augenklinik vor, weil sie einen Schaden durch das Sonnenlicht befürchteten. Bei keinem der untersuchten Patienten konnte eine entsprechende Verletzung festgestellt werden.

Brennen und Flecken beim Sehen in Freiburg

Auch die Universitätsklinik Freiburg verzeichnete mehrere Fälle. Bereits in der Nacht nach der Sonnenfinsternis kamen acht Menschen wegen Augenschmerzen in die Klinik. Am folgenden Tag suchten weitere Betroffene medizinische Hilfe.

Sie berichteten unter anderem über Brennen in den Augen, Kopfschmerzen oder Flecken im Sichtfeld. Eine objektive Verschlechterung des Sehvermögens wurde nach Angaben der Klinik bislang jedoch bei keinem der Patienten festgestellt.

Die Ärzte rechnen damit, dass sich auch in den kommenden Tagen weitere Menschen untersuchen lassen, die nach dem Blick auf die Sonnenfinsternis Veränderungen beim Sehen bemerken.

Warum der Blick in die Sonne so gefährlich ist

Trotz der bislang überwiegend beruhigenden Untersuchungsergebnisse darf die Gefahr nicht unterschätzt werden. Augenärzte und das Bundesamt für Strahlenschutz hatten bereits vor der Sonnenfinsternis eindringlich davor gewarnt, ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne zu schauen.

Das Problem besteht darin, dass die intensive Sonnenstrahlung die Netzhaut im Inneren des Auges schädigen kann. Diese sogenannte solare Retinopathie kann bereits nach relativ kurzer direkter Sonnenbeobachtung entstehen.

Besonders tückisch ist, dass die Netzhaut selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt. Eine Schädigung muss deshalb während des Blicks in die Sonne nicht unmittelbar wehtun. Beschwerden können erst später auftreten.

Mögliche Anzeichen sind verschwommenes Sehen, dunkle oder helle Flecken im Sichtfeld, verzerrtes Sehen oder Veränderungen der Farbwahrnehmung.

Beschwerden nach Sonnenbeobachtung ernst nehmen

Wer nach einem ungeschützten Blick in die Sonne anhaltende Flecken im Sichtfeld, verschwommenes oder verzerrtes Sehen oder eine deutliche Verschlechterung der Sehfähigkeit bemerkt, sollte dies augenärztlich untersuchen lassen.

Die Erfahrungen aus Mannheim, Stuttgart und Freiburg zeigen zwar bislang ein beruhigendes Bild: Trotz zahlreicher besorgter Patienten wurden dort zunächst keine objektiven Sehschäden festgestellt. Die Fälle machen aber zugleich deutlich, warum die Warnungen vor dem ungeschützten Blick in die Sonne ernst genommen werden sollten.

Denn während vorübergehendes Brennen oder Kopfschmerzen wieder verschwinden können, kann eine tatsächliche Schädigung der Netzhaut im schlimmsten Fall dauerhaft bleiben.

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