Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Kreditangeboten der Plattform „Finory Cred“. Nach Erkenntnissen der Behörde bieten die bislang unbekannten Betreiber über die Website finorycred.com Darlehen an, ohne über die dafür erforderliche Erlaubnis zu verfügen. Verbraucher sollten daher besondere Vorsicht walten lassen und vor einer Kontaktaufnahme oder Zahlung die Zulassung des Anbieters überprüfen.
Die BaFin veröffentlichte ihre Warnmeldung am 5. August 2026. Im Mittelpunkt steht die Internetseite finorycred.com, auf der unter der Bezeichnung Finory Cred Kredite angeboten werden.
Nach Angaben der Finanzaufsicht besitzen die Betreiber keine Erlaubnis, entsprechende Bankgeschäfte in Deutschland zu betreiben. Damit dürfen sie hierzulande grundsätzlich keine gewerblichen Darlehensangebote unterbreiten.
Kreditangebote unterliegen strengen Vorgaben
Wer in Deutschland Bankgeschäfte, Finanzdienstleistungen oder Wertpapierdienstleistungen anbietet, benötigt dafür in vielen Fällen eine vorherige Genehmigung der BaFin. Die Zulassung soll sicherstellen, dass Anbieter bestimmte gesetzliche, organisatorische und finanzielle Anforderungen erfüllen.
Unternehmen ohne Erlaubnis unterliegen dagegen keiner regulären laufenden Aufsicht durch die BaFin. Für Verbraucher kann dies erhebliche Risiken mit sich bringen, insbesondere wenn persönliche Daten, Ausweiskopien oder Vorauszahlungen verlangt werden.
Vorsicht vor angeblichen Vorabkosten
Bei unerlaubten Kreditangeboten handelt es sich häufig um sogenannte Vorschussmodelle. Dabei wird Interessenten zunächst ein vermeintlich unkompliziertes Darlehen zugesagt. Vor der angeblichen Auszahlung sollen sie jedoch Gebühren, Versicherungsbeiträge, Steuern oder Bearbeitungskosten bezahlen.
Nach der Zahlung wird der Kredit oftmals nicht ausgezahlt. Stattdessen verlangen die Betreiber weitere Beträge oder brechen den Kontakt vollständig ab.
Die BaFin-Mitteilung nennt für Finory Cred zwar keine konkreten Zahlungsforderungen. Verbraucher sollten bei entsprechenden Aufforderungen jedoch grundsätzlich misstrauisch werden.
Zulassung selbst überprüfen
Die Finanzaufsicht empfiehlt, vor Abschluss eines Kreditvertrags zu kontrollieren, ob das betreffende Unternehmen tatsächlich zugelassen ist. Hierfür stellt die BaFin eine öffentlich zugängliche Unternehmensdatenbank bereit.
Dabei sollten Verbraucher nicht nur auf den Firmennamen achten. Auch Internetadresse, Unternehmenssitz und Kontaktdaten müssen mit den Angaben im offiziellen Register übereinstimmen. Betrüger verwenden teilweise Namen existierender Unternehmen oder leicht abgewandelte Bezeichnungen, um einen seriösen Eindruck zu erwecken.
Warnsignale bei Online-Krediten
Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn Kredite ohne Bonitätsprüfung, mit garantierter Zusage oder ungewöhnlich schneller Auszahlung beworben werden. Auch Kontakte ausschließlich über Messenger-Dienste, fehlende Unternehmensangaben und Überweisungen auf ausländische Konten können Warnsignale sein.
Verbraucher sollten außerdem keine Ausweiskopien, Gehaltsabrechnungen oder Bankdaten an unbekannte Anbieter übermitteln. Solche Informationen können für Identitätsmissbrauch und weitere Betrugsversuche verwendet werden.
Was Betroffene tun sollten
Wer bereits mit Finory Cred in Kontakt steht, sollte keine weiteren Zahlungen leisten und keine zusätzlichen persönlichen Unterlagen übermitteln. Sämtliche E-Mails, Chatverläufe, Vertragsunterlagen und Zahlungsbelege sollten gesichert werden.
Wurde bereits Geld überwiesen, ist eine sofortige Kontaktaufnahme mit der eigenen Bank ratsam. Je nach Zahlungsweg kann möglicherweise noch ein Rückruf oder eine Sperrung veranlasst werden. Bei Betrugsverdacht sollten Betroffene zudem Strafanzeige erstatten und den Vorgang der BaFin melden.
Die Warnung der Finanzaufsicht beruht auf § 37 Absatz 4 Kreditwesengesetz. Mit solchen Veröffentlichungen informiert die Behörde die Öffentlichkeit über Unternehmen, bei denen Anhaltspunkte für unerlaubte Bank- oder Finanzgeschäfte bestehen.