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Volksbank Westmünsterland Select: Solide Wertentwicklung bei defensiver, breit diversifizierter Ausrichtung

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Volksbank Westmünsterland Select für den Zeitraum vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026 zeigt aus Anlegersicht insgesamt eine solide Entwicklung. Der aktiv gemanagte Fonds verfolgt einen international ausgerichteten und breit diversifizierten Anlageansatz und berücksichtigt dabei verstärkt ökologische und soziale Kriterien. Seit Mai 2025 werden mindestens 80 % des Sondervermögens in Anlagen investiert, deren Emittenten entsprechende Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen.

Besonders positiv fällt die Wertentwicklung von 5,20 % im Berichtszeitraum auf. Damit konnte der Fonds trotz erhöhter politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten einen deutlichen Wertzuwachs erzielen. Der Anteilwert erhöhte sich von 51,45 Euro zum 31. März 2025 auf 54,13 Euro zum 31. März 2026.
Die Anlagestruktur ist vergleichsweise defensiv und stark diversifiziert. Zum Geschäftsjahresende bestanden rund 69 % des Fonds aus Investmentfonds, darunter insbesondere Renten-, Immobilien- und Aktienfonds. Hinzu kamen rund 12 % direkte Rentenanlagen und 10 % direkte Aktienanlagen. Ergänzt wurde das Portfolio durch Edelmetallzertifikate, Liquidität und Derivate. Diese Mischung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Anlageklassen und kann Kursschwankungen gegenüber einem reinen Aktienfonds abfedern.

Auffällig ist insbesondere der hohe Immobilienanteil. Immobilien-Investmentvermögen machten zum Bilanzstichtag 23 % des Fondsvermögens aus. Gleichzeitig entfielen 46,06 % auf Investmentanteile, 11,67 % auf verzinsliche Wertpapiere und 9,67 % auf direkt gehaltene Aktien. Goldzertifikate stellten weitere 6,52 % des Fondsvermögens dar. Damit besitzt der Fonds mehrere Ertrags- und Diversifikationsquellen, was grundsätzlich für Anleger mit einem eher ausgewogenen Risikoprofil interessant sein kann.

Auch die Qualität des Rentenportfolios erscheint solide. Das durchschnittliche Rating der Rentenanlagen lag bei A+, die durchschnittliche Duration bei fünf Jahren und drei Monaten und die durchschnittliche Rendite bei 2,16 %. Damit verfügt der Fonds über eine vergleichsweise gute Bonitätsqualität, bleibt aufgrund der mittleren Laufzeit jedoch gegenüber Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus empfindlich.

Das Geschäftsjahresergebnis belief sich auf rund 2,07 Mio. Euro. Dabei stammte ein erheblicher Teil des Erfolgs aus Veräußerungsgeschäften: Realisierten Gewinnen von rund 2,23 Mio. Euro standen realisierte Verluste von rund 655.000 Euro gegenüber. Das Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften erreichte somit rund 1,58 Mio. Euro. Der ordentliche Nettoertrag lag dagegen lediglich bei rund 152.000 Euro. Für Anleger bedeutet dies, dass die positive Jahresperformance wesentlich von erfolgreichen Anlage- und Umschichtungsentscheidungen des Fondsmanagements und weniger von laufenden Zins- und Dividendenerträgen getragen wurde.

Ein kritischer Punkt ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Das Fondsvermögen sank von rund 42,34 Mio. Euro auf 41,02 Mio. Euro, obwohl das Anlageergebnis positiv war. Ursache waren vor allem Netto-Mittelabflüsse von rund 3,45 Mio. Euro: Anteilscheinverkäufen von rund 1,14 Mio. Euro standen Rücknahmen von etwa 4,59 Mio. Euro gegenüber. Die Mittelabflüsse sollten Anleger beobachten, stellen angesichts des weiterhin vorhandenen Fondsvolumens für sich genommen jedoch noch keinen Beleg für eine Verschlechterung der Anlagequalität dar.

Zu berücksichtigen sind außerdem die Kosten. Die Verwaltungsvergütung beträgt 0,90 % jährlich, während die Gesamtkostenquote für den Berichtszeitraum bei 1,37 % lag. Zusätzlich fällt beim Erwerb grundsätzlich ein aktueller Ausgabeaufschlag von 1,95 % an. Gerade bei langfristiger Anlage wirken sich laufende Kosten auf die Nettorendite aus und sollten daher mit kostengünstigeren Alternativen verglichen werden.

Auf der Risikoseite bestehen neben allgemeinen Aktien- und Zinsrisiken auch Währungs-, Immobilien-, Kontrahenten- und Nachhaltigkeitsrisiken. Rund ein Viertel des Fondsvermögens war zum Geschäftsjahresende Fremdwährungen ausgesetzt, wobei der US-Dollar nahezu den gesamten Fremdwährungsanteil ausmachte. Dadurch kann die Entwicklung des Euro gegenüber dem Dollar die Fondsergebnisse zusätzlich beeinflussen.

Fazit aus Anlegersicht: Der Volksbank Westmünsterland Select präsentiert sich im Geschäftsjahr 2025/26 als breit diversifizierter, eher ausgewogen ausgerichteter Mischfonds mit einer überzeugenden Jahresperformance von 5,20 %. Positiv sind insbesondere die breite Streuung über Renten, Immobilien, Aktien und weitere Anlageformen, die gute Bonität des Rentenportfolios sowie die verstärkte ESG-Ausrichtung. Dem stehen eine Gesamtkostenquote von 1,37 %, deutliche Mittelabflüsse und die Abhängigkeit eines großen Teils des Jahresergebnisses von realisierten Kursgewinnen gegenüber. Für Anleger, die eine professionell verwaltete und breit gestreute Anlage mit moderatem Aktienanteil und Nachhaltigkeitsfokus suchen, kann der Fonds grundsätzlich interessant sein. Wer dagegen maximale Renditechancen oder besonders niedrige laufende Kosten priorisiert, sollte die Ergebnisse und Gebühren mit alternativen Mischfonds beziehungsweise kostengünstigen ETF-Portfolios vergleichen.

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