Der BBBank Wachstum Union blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der international ausgerichtete Mischfonds verfolgt eine aktive Anlagestrategie und kombiniert Aktien, Anleihen und Investmentfonds; zusätzlich können Derivate zur Investition und Absicherung eingesetzt werden. Ziel ist neben marktgerechten Erträgen insbesondere ein langfristiges Kapitalwachstum.
Besonders positiv fällt die Wertentwicklung von 13,37 % nach BVI-Methode im Berichtszeitraum auf. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteilwert von 89,78 Euro zum 31. März 2025 auf 101,78 Euro zum 31. März 2026. Das Fondsvermögen stieg von rund 288 Mio. Euro auf 328,6 Mio. Euro. Bemerkenswert ist, dass dieser Anstieg überwiegend aus der guten Anlageperformance und nicht aus hohen Mittelzuflüssen resultierte: Netto flossen lediglich rund 2,3 Mio. Euro neues Anlegerkapital zu, während das Ergebnis des Geschäftsjahres 38,5 Mio. Euro erreichte.
Die positive Entwicklung wurde wesentlich vom Aktienportfolio getragen. Die wichtigsten realisierten Gewinne entstanden laut Fondsmanagement mit US-amerikanischen IT-Aktien, während die größten realisierten Verluste aus Derivategeschäften resultierten.
Aus Anlegersicht ist die Zusammensetzung des Portfolios entscheidend. Rund 58 % des Fondsvermögens waren in Aktien investiert, weitere 17 % in Investmentfonds und rund 17 % in Rentenanlagen. Innerhalb des Aktienportfolios entfielen 47 % auf Nordamerika. Gleichzeitig stellte die IT-Branche mit 42 % des Aktienvermögens den mit Abstand größten Branchenschwerpunkt dar. Damit profitiert der Fonds überdurchschnittlich von einer positiven Entwicklung großer Technologieunternehmen, ist aber entsprechend anfällig für Kurskorrekturen in diesem Sektor.
Diese Konzentration wird auch bei den Einzelpositionen sichtbar. Zu den bedeutenden Anlagen gehörten beispielsweise NVIDIA, Apple und Microsoft. Allein NVIDIA machte zum Bilanzstichtag rund 7,39 % des gesamten Fondsvermögens aus. Eine solche Position kann bei steigenden Technologiekursen einen erheblichen Performancebeitrag leisten, erhöht jedoch gleichzeitig das Einzelwert- und Konzentrationsrisiko.
Der Rententeil bietet einen gewissen Ausgleich zum Aktienrisiko, ist allerdings ebenfalls nicht defensiv positioniert. Unternehmensanleihen machten 51 % des Rentenvermögens aus. Das durchschnittliche Rating der Rentenanlagen lag bei BBB+, die durchschnittliche Rendite bei 5,32 %. Mit einer Duration von zehn Jahren und einem Monat besteht jedoch eine relativ hohe Sensitivität gegenüber Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus.
Hinzu kommt ein relevantes Währungsrisiko. Insgesamt waren 43 % des Fondsvermögens in Fremdwährungen investiert, davon 36 % im US-Dollar. Eine Aufwertung des US-Dollars gegenüber dem Euro kann die Fondswertentwicklung unterstützen; eine deutliche Abwertung würde dagegen die in Euro gemessene Performance belasten.
Auch der Derivateeinsatz sollte von Anlegern berücksichtigt werden. Der bilanzielle Derivatebestand entsprach zwar lediglich 1,85 % des Fondsvermögens, das durch Derivate zugrunde liegende Exposure belief sich jedoch auf rund 192,9 Mio. Euro. Derivate werden sowohl für Anlage- als auch für Absicherungszwecke eingesetzt und erhöhen die Komplexität der Strategie. Dass im Berichtsjahr gerade Derivategeschäfte die größten realisierten Verluste verursachten, unterstreicht dieses Risiko.
Auf der Kostenseite weist der Fonds eine Gesamtkostenquote von 1,51 % aus. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel im Berichtszeitraum nicht an. Zu beachten ist, dass die Gesamtkostenquote die Transaktionskosten nicht enthält. Für langfristig orientierte Anleger sind Kosten von 1,51 % jährlich durchaus relevant, da sie die Nettorendite über längere Anlagezeiträume merklich reduzieren können.
Positiv ist dagegen das insgesamt starke wirtschaftliche Ergebnis. Den Gesamterträgen von rund 6,9 Mio. Euro standen Aufwendungen von etwa 4,4 Mio. Euro gegenüber. Der ordentliche Nettoertrag betrug rund 2,5 Mio. Euro. Wesentlich bedeutender waren die Veräußerungsgeschäfte: Realisierten Gewinnen von 40,6 Mio. Euro standen Verluste von 12,5 Mio. Euro gegenüber, sodass daraus ein positives Ergebnis von rund 28,1 Mio. Euro entstand. Insgesamt erreichte das Geschäftsjahresergebnis 38,5 Mio. Euro.
Fazit aus Anlegersicht
Der BBBank Wachstum Union hat im Geschäftsjahr 2025/2026 mit einem Wertzuwachs von 13,37 % ein überzeugendes Ergebnis erzielt. Besonders die starke Positionierung in US-amerikanischen Technologieaktien erwies sich als Renditetreiber. Gleichzeitig liegt genau darin eines der wichtigsten Risiken: Der hohe Aktienanteil, die starke IT- und Nordamerika-Ausrichtung sowie das erhebliche US-Dollar-Exposure machen den Fonds trotz seiner Einstufung als Mischfonds deutlich abhängig von den internationalen Aktien- und Technologiemärkten.
Der Rentenanteil sorgt für Diversifikation, bringt aufgrund der langen Duration und des BBB+-Ratings jedoch eigene Zins- und Bonitätsrisiken mit sich. Hinzu kommen die Komplexität des Derivateeinsatzes und laufende Kosten von 1,51 %.
Insgesamt erscheint der Fonds vor allem für langfristig orientierte Anleger interessant, die Wachstumschancen suchen und bereit sind, deutliche Kursschwankungen in Kauf zu nehmen. Das abgelaufene Geschäftsjahr zeigt, dass die aktive Strategie erhebliches Renditepotenzial besitzt. Anleger sollten die starke Technologie-, US-Dollar- und Nordamerikaabhängigkeit jedoch nicht unterschätzen. Die gute Jahresperformance allein ist daher kein Garant für eine entsprechende zukünftige Wertentwicklung.