Der PrivatFonds: Flexibel pro von Union Investment blickt auf ein insgesamt erfolgreiches Geschäftsjahr 2025/2026 zurück. Der global ausgerichtete, aktiv gemanagte Mischfonds verfolgt einen flexiblen Multi-Asset-Ansatz und kann neben Aktien- und Rentenanlagen auch Investmentfonds, Zertifikate, Liquidität und Derivate einsetzen. Damit verfügt das Management über einen großen Handlungsspielraum, der allerdings auch mit einer vergleichsweise komplexen Anlagestruktur verbunden ist.
Aus Anlegersicht überzeugt zunächst die Wertentwicklung. Im Berichtszeitraum erzielte der Fonds nach BVI-Methode einen Wertzuwachs von 8,75 %. Der Anteilwert erhöhte sich von 150,44 Euro zum 31. März 2025 auf 160,73 Euro zum 31. März 2026. Zusätzlich wurden 3,62 Euro je Anteil ausgeschüttet. Das Fondsvermögen stieg auf rund 254,9 Mio. Euro. Trotz der positiven Performance verzeichnete der Fonds jedoch Netto-Mittelabflüsse von rund 5,9 Mio. Euro, da die Anteilsrücknahmen die Mittelzuflüsse überstiegen.
Das Portfolio ist breit diversifiziert, setzt jedoch stark auf eine Fonds-in-Fonds-Struktur. Zum Geschäftsjahresende waren rund 81 % des Vermögens in Investmentfonds investiert, davon etwa 47 % in Aktienfonds, 26 % in Rentenfonds und 8 % in Mischfonds. Die Aktienanlagen verteilen sich unter anderem auf Europa, Nordamerika, globale Märkte und Asien. Bei den Rentenfonds spielen insbesondere Emerging Markets eine wichtige Rolle. Diese breite Streuung reduziert einzelne Unternehmens- und Regionenrisiken, führt für Anleger aber zugleich zu einer schwerer durchschaubaren Portfoliostruktur.
Ein weiterer Risikofaktor ist das Währungsengagement: 31 % des Fondsvermögens waren zum Stichtag Fremdwährungen ausgesetzt, allein 25 % entfielen auf den US-Dollar. Bei den Rentenanlagen lag die durchschnittliche Bonität bei BBB+, die Duration bei drei Jahren und fünf Monaten und die durchschnittliche Rendite bei 4,98 %. Damit bewegt sich das Rentenportfolio noch im Investment-Grade-Bereich, enthält aber insbesondere durch die Emerging-Markets-Ausrichtung zusätzliche Kredit-, Länder- und Währungsrisiken.
Kritisch zu beurteilen ist vor allem die Kostenbelastung. Die Gesamtkostenquote erreichte im Geschäftsjahr 2,34 %, wobei Transaktionskosten darin noch nicht enthalten sind. Hinzu kam eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,48 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes. Insgesamt verringerte die erfolgsabhängige Vergütung das Fondsvermögen im Geschäftsjahr um rund 1,63 Mio. Euro. Für einen langfristig orientierten Anleger stellt dieses Kostenniveau eine hohe Hürde dar, da der aktive Managementansatz dauerhaft genügend Mehrertrag erwirtschaften muss, um diese Belastung gegenüber günstigeren Anlagealternativen zu rechtfertigen.
Auch der Einsatz von Derivaten verdient Beachtung. Das zugrunde liegende Derivate-Exposure belief sich auf rund 67,9 Mio. Euro. Der durchschnittliche Leverage nach der Bruttomethode betrug 142,69 %. Gleichzeitig lag der durchschnittliche potenzielle Risikobetrag (Value at Risk) bei 3,68 %, bei einem Höchstwert von 4,20 % während des Berichtszeitraums. Derivate können zur Absicherung und effizienten Portfoliosteuerung beitragen, erhöhen aber die Komplexität und können zusätzliche Markt- und Kontrahentenrisiken verursachen.
Bemerkenswert ist zudem die Zusammensetzung des Jahresergebnisses. Während das gesamte Geschäftsjahresergebnis rund 20,8 Mio. Euro erreichte, war der ordentliche Nettoertrag mit rund –3,5 Mio. Euro negativ. Entscheidend für das gute Ergebnis waren vielmehr Veräußerungsgewinne: Realisierten Gewinnen von rund 27,8 Mio. Euro standen realisierte Verluste von knapp 6,0 Mio. Euro gegenüber. Besonders Gewinne aus Edelmetallzertifikaten und globalen Aktienfonds trugen positiv bei, während die größten realisierten Verluste aus Derivategeschäften stammten.
Fazit aus Anlegersicht: Der PrivatFonds: Flexibel pro hat im Geschäftsjahr 2025/2026 mit einer Performance von 8,75 % ein überzeugendes Ergebnis erzielt und bietet durch seine globale Multi-Asset-Ausrichtung eine breite Diversifikation. Positiv sind außerdem die flexible Vermögensallokation und die Möglichkeit, unterschiedliche Marktphasen aktiv zu nutzen. Dem stehen jedoch eine hohe Gesamtkostenquote, eine zusätzliche erfolgsabhängige Vergütung, erhebliche Fremdwährungspositionen, der Einsatz von Derivaten sowie eine komplexe Fonds-in-Fonds-Struktur gegenüber.
Für Anleger, die bewusst ein aktiv gemanagtes und breit diversifiziertes Multi-Asset-Produkt suchen und bereit sind, dafür höhere Gebühren zu akzeptieren, kann der Fonds interessant sein. Kostenbewusste Anleger sollten dagegen besonders prüfen, ob die aktive Strategie langfristig einen ausreichenden Mehrwert gegenüber deutlich günstigeren ETF- oder einfachen Mischfondslösungen erzielt. Das erfolgreiche Berichtsjahr liefert dafür ein positives Signal, reicht allein jedoch noch nicht aus, um die langfristige Überlegenheit des kostenintensiven Managementansatzes zu belegen.