Der Jahresbericht des Cattolico Rent Union für das Geschäftsjahr vom 1. April 2025 bis 31. März 2026 zeigt aus Anlegersicht ein insgesamt solides, aber wenig dynamisches Bild. Der international ausgerichtete Rentenfonds verfolgt das Ziel, marktgerechte Erträge und langfristiges Kapitalwachstum zu erzielen. Dabei liegt der Schwerpunkt klar auf verzinslichen Wertpapieren; zugleich werden Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt. Mindestens 75 % des Fondsvermögens sollen in Wertpapiere von Emittenten investiert werden, die definierte ökologische, soziale und ethische Kriterien erfüllen.
Zum Geschäftsjahresende waren rund 98 % des Fondsvermögens in Rentenanlagen investiert. Regional dominierten die Euroländer mit 63 %, während Nordamerika 16 % ausmachte. Innerhalb des Anleiheportfolios entfielen 56 % auf Unternehmensanleihen, darunter insbesondere Finanz- und Industrieanleihen. Covered Bonds machten 25 % und Staatsanleihen 19 % des Rentenvermögens aus. Das durchschnittliche Rating lag bei A, was für eine insgesamt gute Bonitätsqualität spricht. Die Duration von fünf Jahren und drei Monaten bedeutet allerdings eine spürbare Sensitivität gegenüber Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus. Positiv ist die durchschnittliche Portfoliorendite von 3,71 % zum Bilanzstichtag.
Die tatsächliche Wertentwicklung blieb im Berichtsjahr dennoch überschaubar. Der Fonds erzielte nach BVI-Methode einen Wertzuwachs von 1,45 %. Das Geschäftsjahresergebnis belief sich auf rund 1,93 Mio. Euro. Der ordentliche Nettoertrag erreichte rund 3,03 Mio. Euro, während die Veräußerungsgeschäfte per saldo einen Verlust von rund 124.000 Euro lieferten. Zusätzlich belasteten negative Veränderungen der nicht realisierten Ergebnisse die Gesamtentwicklung. Die Ausschüttung beträgt 0,50 Euro je Anteil beziehungsweise insgesamt rund 2,63 Mio. Euro.
Bemerkenswert ist die Entwicklung des Fondsvolumens. Das Fondsvermögen sank von rund 134,8 Mio. Euro auf 125,0 Mio. Euro. Ein wesentlicher Grund waren Nettomittelabflüsse von rund 9,1 Mio. Euro. Der Anteilwert ging gleichzeitig lediglich von 23,91 Euro auf 23,76 Euro zurück. Unter Einbeziehung der Ausschüttung ergibt sich daher ein wesentlich freundlicheres Bild als der reine Vergleich der Anteilwerte vermuten lässt. Langfristig zeigt die Übersicht zudem, dass der Anteilwert seit März 2023 von 22,29 Euro auf 23,76 Euro gestiegen ist.
Auch die Kosten sind für Anleger relevant. Die Verwaltungsvergütung beträgt 0,55 % pro Jahr, die Gesamtkostenquote für das Berichtsjahr 0,67 %. Eine erfolgsabhängige Vergütung fiel nicht an. Die ausgewiesenen Transaktionskosten waren mit rund 6.465 Euro gering. Beim direkten Erwerb des Fonds ist allerdings der aktuelle Ausgabeaufschlag von 3,00 % zu berücksichtigen. Gerade bei kürzerem Anlagehorizont kann dieser die Nettorendite erheblich beeinträchtigen.
Das Risikoprofil erscheint für einen Rentenfonds ausgewogen, ist jedoch keineswegs risikolos. Die durchschnittliche Bonität von A und die breite Streuung über verschiedene Länder und Emittenten reduzieren das Ausfallrisiko. Gleichzeitig führt der hohe Anteil an Unternehmensanleihen zu Kredit- und Emittentenrisiken. Hinzu kommen Zinsänderungsrisiken: Steigende Marktzinsen können insbesondere wegen der mittleren Duration zu Kursverlusten führen. Fremdwährungspositionen und Derivate bringen zusätzliche Risiken mit sich. Der Bericht verweist außerdem auf gestiegene politische Risiken, insbesondere im Zusammenhang mit der internationalen Handels- und Zollpolitik sowie möglichen Verknappungen beim globalen Öl- und Gasangebot.
Fazit aus Anlegersicht: Der Cattolico Rent Union präsentiert sich als breit diversifizierter, überwiegend auf Euro-Anleihen ausgerichteter Rentenfonds mit guter durchschnittlicher Bonität und einer attraktiveren laufenden Portfoliorendite von 3,71 %. Positiv sind außerdem die moderate Gesamtkostenquote, die Ausschüttung und die konsequente Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Dem stehen die lediglich moderate Wertentwicklung von 1,45 %, die Zins- und Kreditrisiken sowie insbesondere die deutlichen Mittelabflüsse gegenüber. Der Rückgang des Fondsvermögens sollte deshalb weiter beobachtet werden. Für defensiv orientierte Anleger, die laufende Erträge und eine breite Anleihestreuung suchen, kann der Fonds grundsätzlich interessant sein. Weniger attraktiv erscheint er für Anleger, die überdurchschnittliches Kapitalwachstum erwarten oder aufgrund eines kurzen Anlagehorizonts den Ausgabeaufschlag von 3 % nur schwer kompensieren können.
Insgesamt liefert der Jahresbericht das Bild eines soliden Rentenfonds mit ordentlicher Ertragsbasis, dessen künftige Attraktivität wesentlich davon abhängt, ob die aktuelle Portfoliorendite in eine höhere Gesamtrendite für die Anleger umgesetzt und der Trend der Mittelabflüsse stabilisiert werden kann. Der unabhängige Abschlussprüfer bestätigt, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse des Sondervermögens ermöglicht.