Automatische Wechseldienste für Strom- und Gastarife werben damit, Verbrauchern die Suche nach günstigen Energieverträgen abzunehmen. Die sogenannten Wechseldienstleister überwachen bestehende Verträge, kündigen sie bei Bedarf und schließen neue Tarife ab. Die Verbraucherzentralen weisen jedoch darauf hin, dass der bequeme Service nicht immer die größtmögliche Ersparnis bringt.
Der größte Vorteil solcher Anbieter liegt im Komfort. Wer sich nicht regelmäßig mit Tarifvergleichen beschäftigen möchte, kann den Wechsel weitgehend automatisieren. Da viele Haushalte ihren Energieversorger über Jahre nicht wechseln, lassen sich auf diese Weise häufig dennoch Einsparungen erzielen.
Allerdings arbeiten die Dienstleister nach unterschiedlichen Geschäftsmodellen. Einige behalten einen Teil der erzielten Ersparnis als Vergütung ein – häufig 20 bis 30 Prozent. Andere finanzieren sich ausschließlich über Provisionen der Energieversorger. In diesem Fall bleibt die gesamte Ersparnis beim Kunden. Dennoch gilt: Wer selbst regelmäßig Tarife vergleicht und den günstigsten Anbieter auswählt, kann in vielen Fällen mehr sparen als mit einem Wechselservice.
Vor der Beauftragung sollten Verbraucher genau prüfen, nach welchen Kriterien der Dienstleister neue Tarife auswählt. Wichtig sind unter anderem die Vertragslaufzeiten, die Berücksichtigung von Bonusangeboten, mögliche Ökostromtarife sowie die Transparenz der Kosten und Vergütung. Auch ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen lohnt sich.
Für den automatischen Wechsel erteilen Kunden dem Dienstleister eine Vollmacht. Diese kann unabhängig von der Vertragslaufzeit jederzeit widerrufen werden. Trotzdem bleiben Verbraucher stets direkter Vertragspartner ihres Energieversorgers und müssen sich bei Fragen zu Rechnungen oder Abschlägen weiterhin selbst an den Anbieter wenden.
Ganz ohne eigenes Zutun funktioniert ein Wechselservice zudem nicht. Kunden sollten Tarifvorschläge, Strom- und Gasrechnungen sowie mögliche Bonuszahlungen regelmäßig kontrollieren. Nutzt der Dienstleister keine eigene E-Mail-Adresse für die Kommunikation mit dem Energieversorger, müssen Preiserhöhungen selbst weitergeleitet werden, damit rechtzeitig ein neuer Tarif gesucht werden kann.
Auch der Datenschutz spielt eine wichtige Rolle. Da Wechseldienstleister persönliche Daten und Vertragsinformationen erhalten, empfiehlt es sich, vor Vertragsabschluss zu prüfen, wer hinter dem Unternehmen steht und ob Daten an Dritte oder Vergleichsportale weitergegeben werden.
Die Verbraucherzentralen kommen zu dem Fazit: Für Verbraucher, die ihre Energieverträge sonst über Jahre unverändert lassen würden, kann ein Wechselservice sinnvoll sein. Wer jedoch bereit ist, regelmäßig selbst Tarife zu vergleichen und zu wechseln, erzielt meist die höchste Ersparnis.