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Vorsicht vor Gaming-Betrug: So stehlen Kriminelle wertvolle Spielerkonten

DG-RA (CC0), Pixabay

Gaming-Konten sind längst mehr als nur Zugänge zu einem Computerspiel. Seltene Skins, gekaufte Inhalte, virtuelle Währungen und jahrelanger Spielfortschritt können einen Account mehrere Hundert oder sogar Tausende Euro wert machen. Genau das machen sich Betrüger derzeit mit einer besonders raffinierten Masche zunutze.

Die Kriminellen locken ihre Opfer auf Internetseiten, die auf den ersten Blick nützliche Dienste anbieten. So wird beispielsweise versprochen, den Wert des eigenen Spieleinventars zu berechnen, kostenlose Skins oder virtuelle Gegenstände zu verschenken oder exklusive Vorteile freizuschalten.

Um das Angebot nutzen zu können, sollen sich Spieler mit ihrem echten Gaming-Konto anmelden. Dort beginnt die eigentliche Betrugsmasche: Zunächst werden Benutzername und Passwort eingegeben. Anschließend melden sich die Täter mit diesen Daten beim echten Spielkonto an. Der Spieleanbieter verschickt daraufhin aus Sicherheitsgründen einen Bestätigungscode per E-Mail.

Die gefälschte Internetseite fordert das Opfer anschließend auf, genau diesen Sicherheitscode einzugeben – angeblich, um den versprochenen Dienst nutzen zu können. Tatsächlich bestätigen die Spieler damit jedoch eine Änderung ihres Kontos oder geben den Kriminellen den letzten Schritt zur vollständigen Übernahme des Accounts frei.

Ein Beispiel dafür ist Fortnite. Dort wurde eine Webseite entdeckt, die den Wert des Inventars berechnen wollte. Nach Eingabe des Sicherheitscodes stellte sich heraus, dass dieser nicht den Login bestätigte, sondern die hinterlegte E-Mail-Adresse des Kontos änderte. Damit hatten die Betrüger die vollständige Kontrolle über den Account übernommen.

Grundsätzlich kann diese Methode bei nahezu jedem Online-Spiel angewendet werden. Besonders begehrt sind Konten mit seltenen oder teuren Skins, langer Spielhistorie, gekauften Inhalten, hinterlegten Zahlungsdaten oder einem hohen Wiederverkaufswert.

Spieler können sich mit einigen einfachen Maßnahmen schützen. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte aktiviert werden, idealerweise über eine Authenticator-App. Zugangsdaten sollten niemals auf fremden Internetseiten eingegeben werden, auch wenn dort attraktive Belohnungen oder kostenlose Extras versprochen werden. Sicherheitscodes aus E-Mails sollten immer genau gelesen werden. Daraus geht häufig hervor, ob der Code lediglich für einen Login oder für eine Änderung des Kontos bestimmt ist. Außerdem empfiehlt es sich, regelmäßig zu überprüfen, welche Apps oder Webseiten Zugriff auf das eigene Konto besitzen, und unbekannte Verbindungen zu entfernen. Für jedes Gaming-Konto sollte zudem ein eigenes, sicheres Passwort verwendet werden.

Wer bereits Benutzerdaten oder einen Sicherheitscode auf einer betrügerischen Webseite eingegeben hat, sollte sofort handeln. Solange noch Zugriff auf das Konto besteht, sollte das Passwort umgehend über die offizielle Internetseite oder App des Spieleanbieters geändert werden. Ist das Konto bereits übernommen worden, sollte unverzüglich die Kontowiederherstellung genutzt oder der Kundensupport kontaktiert werden.

Ebenso wichtig ist es, das eigene E-Mail-Konto zu sichern, da darüber häufig weitere Konten zurückgesetzt werden können. Wurden Zahlungsdaten missbraucht oder ist ein finanzieller Schaden entstanden, sollten Betroffene ihre Bank informieren und gegebenenfalls Strafanzeige erstatten. Screenshots der betrügerischen Webseite sowie E-Mails oder Nachrichten sollten als Beweismittel gesichert werden. Außerdem ist es sinnvoll, Mitspieler zu warnen, da gestohlene Konten häufig für weitere Betrugsversuche genutzt werden.

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