Cyberkriminelle setzen zunehmend auf sogenannte Half-Click-Angriffe. Dabei genügt unter bestimmten Umständen bereits das Öffnen einer manipulierten E-Mail oder sogar deren Vorschau, um Schadcode auszuführen. Sicherheitsforscher warnen insbesondere Nutzer webbasierter E-Mail-Dienste vor dieser neuen Angriffsmethode.
Während klassische Phishing-Angriffe meist erst dann erfolgreich sind, wenn ein Link angeklickt, ein Anhang geöffnet oder Zugangsdaten eingegeben werden, benötigen Half-Click-Angriffe deutlich weniger Interaktion. Bereits das Anzeigen einer präparierten E-Mail kann ausreichen, um eine Sicherheitslücke auszunutzen.
Schwachstellen in Webmail-Systemen
Nach Erkenntnissen von Sicherheitsforschern zielen die Angriffe vor allem auf webbasierte E-Mail-Plattformen ab. Dabei werden Schwachstellen bei der Darstellung von HTML-Inhalten ausgenutzt. Versteckter Schadcode wird so in die Nachricht eingebettet, dass er von Sicherheitsmechanismen nur schwer erkannt wird. Betroffen waren unter anderem Webmail-Lösungen wie Zimbra, Roundcube und SOGo.
Kaum Warnzeichen für Nutzer
Besonders problematisch ist, dass Betroffene häufig keine verdächtigen Anzeichen erkennen. Es müssen weder Links angeklickt noch Dateianhänge geöffnet werden. Dadurch bleiben solche Angriffe oft unbemerkt und werden deutlich später entdeckt als klassische Phishing-Versuche.
So können Sie sich schützen
Ein vollständiger Schutz vor sogenannten Zero-Day-Angriffen ist zwar nicht möglich, das Risiko lässt sich jedoch verringern. Experten empfehlen, Browser, Betriebssystem und E-Mail-Programme stets auf dem aktuellen Stand zu halten und eine zuverlässige Sicherheitssoftware zu verwenden. Zudem sollten auch E-Mails, die auf den ersten Blick wie Werbung oder Spam wirken, möglichst nicht geöffnet werden.
Die neue Angriffsmethode zeigt, dass Cyberkriminelle ihre Techniken kontinuierlich weiterentwickeln. Umso wichtiger sind regelmäßige Sicherheitsupdates und ein vorsichtiger Umgang mit unbekannten E-Mails.