Die Windpark Zweite Kemnitz Repowering GmbH & Co. KG mit Sitz in Bremen hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt. Das Unternehmen befindet sich weiterhin in der Projektentwicklungsphase und weist eine bilanzielle Überschuldung aus. Nach Angaben der Gesellschaft handelt es sich dabei jedoch um typische Anlaufverluste, sodass der Jahresabschluss unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt wurde.
Die Gesellschaft ist beim Amtsgericht Bremen unter HRA 28876 HB eingetragen und wird als kleine Kapitalgesellschaft & Co. im Sinne des Handelsgesetzbuches geführt. Ziel des Unternehmens ist das Repowering eines Windparks – also der Ersatz älterer Windenergieanlagen durch moderne und leistungsstärkere Anlagen.
Bilanzsumme steigt deutlich
Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2024 von 4.761 Euro auf 12.515 Euro.
Das Anlagevermögen blieb mit 222 Euro nahezu unverändert. Den größten Vermögensposten bilden die liquiden Mittel, deren Bestand von rund 4.432 Euro auf 11.369 Euro anstieg.
Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich leicht auf 130 Euro nach 108 Euro im Vorjahr.
Bilanzielle Überschuldung ausgewiesen
Erstmals weist die Gesellschaft einen nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil der Kommanditisten in Höhe von 794 Euro aus. Dadurch ist das Eigenkapital rechnerisch vollständig aufgebraucht.
Im Anhang stellt die Gesellschaft jedoch klar, dass die bilanzielle Überschuldung auf Anlaufverluste zurückzuführen sei. Aus diesem Grund wurde der Jahresabschluss weiterhin unter der Annahme der Fortführung des Unternehmens erstellt.
Verbindlichkeiten nehmen deutlich zu
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Berichtsjahr erheblich.
Sie stiegen von 502 Euro auf 10.905 Euro. Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.
Bemerkenswert ist, dass 10.260 Euro der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen. Im Vorjahr wurden keine entsprechenden Gesellschafterverbindlichkeiten ausgewiesen. Dies deutet darauf hin, dass die Finanzierung der laufenden Projektentwicklung im Wesentlichen durch die Gesellschafter erfolgt.
Rückstellungen leicht erhöht
Die Rückstellungen stiegen geringfügig von 1.575 Euro auf 1.610 Euro.
Angesichts der frühen Entwicklungsphase des Unternehmens spielen sie weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Gesellschaft befindet sich weiterhin im Aufbau
Der Jahresabschluss vermittelt das Bild einer Projektgesellschaft, die sich noch vor der eigentlichen Investitions- beziehungsweise Betriebsphase befindet.
Das sehr geringe Anlagevermögen zeigt, dass bislang noch keine wesentlichen Investitionen in Windenergieanlagen aktiviert wurden. Gleichzeitig steigen die Finanzierungsmittel und Verbindlichkeiten, was typisch für Unternehmen in der Vorbereitungs- und Genehmigungsphase größerer Infrastrukturprojekte ist.
Geschäftsführung teilweise neu besetzt
Im Berichtsjahr kam es zudem zu Veränderungen in der Geschäftsführung der persönlich haftenden Gesellschafterin wpd repowering verwaltungs GmbH.
Dr. Klaus Meier schied zum 27. Dezember 2024 aus der Geschäftsführung aus. Neben Dipl.-Oec. Carsten Meyer gehört seit dem 5. Juni 2024 auch Luise Laß der Geschäftsführung an.
Projektentwicklung steht im Vordergrund
Der Jahresabschluss macht deutlich, dass sich die Windpark Zweite Kemnitz Repowering GmbH & Co. KG weiterhin in einer frühen Projektphase befindet. Die ausgewiesenen Anlaufverluste und die Finanzierung über Gesellschafterdarlehen sind für Projektgesellschaften im Bereich der Windenergie nicht ungewöhnlich. Erst mit der Umsetzung des Repowering-Vorhabens und der späteren Inbetriebnahme neuer Windenergieanlagen dürfte sich die Vermögens- und Ertragsstruktur des Unternehmens grundlegend verändern.