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UKE-Studie schlägt Alarm: Mehr Cannabis-Notfälle nach Legalisierung – Zweifel an den gesundheitlichen Folgen wachsen

MurrrPhoto (CC0), Pixabay

Gut zwei Jahre nach der Teil-Legalisierung von Cannabis in Deutschland mehren sich die Hinweise auf unerwünschte gesundheitliche Folgen. Eine neue Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt, dass seit der Gesetzesreform deutlich mehr Menschen wegen akuter Cannabisvergiftungen und cannabisbedingter Psychosen in Krankenhäusern behandelt werden mussten. Die Ergebnisse könnten die politische Debatte über die Auswirkungen der Legalisierung erneut anheizen.

Krankenhausfälle nehmen deutlich zu

Nach den Daten der Hamburger Forschenden stieg die Zahl der stationären Behandlungen aufgrund eines akuten Cannabisrausches seit der Teil-Legalisierung um rund ein Drittel. Auch die Zahl der Psychosen im Zusammenhang mit Cannabiskonsum erhöhte sich um etwa ein Sechstel. Bundesweit entspricht dies rund 1.000 zusätzlichen Krankenhausfällen.

Diese Entwicklung fällt umso stärker ins Gewicht, weil die Reform ursprünglich unter anderem mit einer besseren Kontrolle des Konsums und einem verbesserten Gesundheitsschutz begründet wurde.

Leichterer Zugang – aber offenbar auch höhere Risiken

Besonders kritisch bewerten die Wissenschaftler den erleichterten Zugang zu Medizinal-Cannabis. Seit der Gesetzesänderung ist Cannabis auf ärztliche Verordnung einfacher erhältlich. Die in Apotheken abgegebenen Produkte weisen häufig einen deutlich höheren THC-Gehalt auf als Cannabis, das bislang überwiegend auf dem Schwarzmarkt konsumiert wurde.

Nach Einschätzung der Forschenden könnte gerade diese hohe Wirkstoffkonzentration erklären, warum trotz weitgehend stabiler Konsumentenzahlen mehr Menschen wegen akuter gesundheitlicher Komplikationen medizinisch behandelt werden müssen.

Zwar handelt es sich bislang um eine wissenschaftliche Hypothese und nicht um einen endgültig nachgewiesenen Ursachenzusammenhang. Dennoch werfen die Ergebnisse die Frage auf, ob die gesundheitlichen Risiken hochpotenter Cannabisprodukte bislang unterschätzt wurden.

Keine Entwarnung trotz stabiler Suchtzahlen

Die Studie enthält zwar auch eine positive Nachricht: Die Zahl der Erwachsenen, die wegen einer Cannabisabhängigkeit stationär behandelt werden mussten, ist bislang nicht gestiegen.

Eine Entwarnung lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Akute Rauschzustände und Psychosen können erhebliche gesundheitliche Folgen haben und erfordern häufig eine sofortige medizinische Versorgung. Gerade psychotische Episoden können für Betroffene und ihr Umfeld schwerwiegende Auswirkungen haben und in Einzelfällen langfristige Behandlungen nach sich ziehen.

Politische Erwartungen stehen auf dem Prüfstand

Die Ergebnisse dürften auch politisch aufmerksam verfolgt werden. Die Teil-Legalisierung sollte den Schwarzmarkt eindämmen, den Jugendschutz verbessern und den Umgang mit Cannabis stärker kontrollierbar machen.

Sollte sich bestätigen, dass der erleichterte Zugang zu hochpotenten Cannabisprodukten zu einer steigenden Zahl schwerer gesundheitlicher Zwischenfälle beiträgt, könnten strengere Vorgaben für Verschreibung, Abgabe oder Wirkstoffgehalte erneut diskutiert werden.

Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass die bisherigen Daten noch keine abschließende Bewertung der Reform erlauben. Langfristige Entwicklungen müssen weiterhin wissenschaftlich beobachtet werden.

Fazit

Die neue UKE-Studie liefert deutliche Hinweise darauf, dass die Teil-Legalisierung von Cannabis nicht ohne gesundheitliche Nebenwirkungen geblieben ist. Der spürbare Anstieg von Krankenhausbehandlungen wegen akuter Cannabisrauschzustände und Psychosen wirft kritische Fragen zur bisherigen Ausgestaltung der Reform auf. Auch wenn ein direkter Zusammenhang mit dem leichter verfügbaren hochpotenten Medizinal-Cannabis bislang nicht abschließend bewiesen ist, sehen die Forschenden hierin einen ernst zu nehmenden Erklärungsansatz. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die gesundheitlichen Folgen der Cannabis-Legalisierung weiterhin sorgfältig beobachtet und gegebenenfalls politische Konsequenzen gezogen werden müssen.

View Comments (1) View Comments (1)
  1. Jedes Wochenende werden 1.000 Menschen mit Alkoholvergiftung in den Notfallstationen aufgenommen, ganz zu schweigen ebenfalls vorkommenden Alkoholpsychosen!

    1.000 Menschen im Krankenhaus weil NULL-Prävention bei Cannabis stattfindet, die Menschen werden einfach nicht sachlich und objektiv informiert!

    So kaufen die Menschen Strohrum und wundern sich das Ihnen schlecht? So sieht Deutsche Prävention aus???

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