Besitzer von Lexika, Enzyklopädien oder hochwertigen Faksimile-Sammlungen geraten erneut ins Visier professioneller Betrüger. Die Verbraucherzentralen warnen vor einer weiterentwickelten Betrugsmasche, bei der Kriminelle mit angeblich lukrativen Verkaufschancen hohe Geldbeträge erschleichen. Neu hinzugekommen sind kostspielige Zusatzleistungen, die den Opfern einen erfolgreichen Wiederverkauf der Sammlungen vorgaukeln sollen.
Die Täter versprechen häufig, für wertvolle Buchsammlungen einen zahlungskräftigen Käufer gefunden zu haben. Voraussetzung für den Verkauf seien jedoch verschiedene kostenpflichtige Maßnahmen. Dabei handelt es sich um Leistungen, die nach Angaben der Verbraucherzentralen keinen nachweisbaren Nutzen haben.
Zu den neuen Maschen gehören angebliche Gutachter, die sich als Experten ausgeben und die Sammlungen vor Ort begutachten oder fotografieren. Für diese vermeintliche Wertermittlung verlangen sie oft mehrere Tausend Euro. Ebenso werden kostenpflichtige Zertifikate angeboten, die die Vollständigkeit einer Sammlung bestätigen sollen. Den Betroffenen wird eingeredet, dass ein Verkauf über Online-Plattformen ohne ein solches Dokument nicht möglich sei. Auch hierfür werden häufig hohe vierstellige Beträge verlangt.
Ein weiterer Trick besteht darin, Verbraucher zu einer kostenpflichtigen Registrierung ihrer Buchsammlung zu bewegen. Diese Registrierung werde angeblich benötigt, damit ein Verkauf überhaupt stattfinden könne. Tatsächlich handelt es sich nach Einschätzung der Verbraucherschützer lediglich um eine weitere Möglichkeit, Geld von den Betroffenen zu erlangen.
Besonders alarmierend ist, dass den Verbraucherzentralen bislang kein einziger Fall bekannt geworden ist, in dem eine derart beworbene Buchsammlung anschließend tatsächlich mit Gewinn verkauft werden konnte. Die versprochenen Kaufinteressenten existieren häufig gar nicht oder verschwinden, sobald die geforderten Gebühren bezahlt wurden.
Die Verbraucherzentralen raten deshalb dringend, sich auf solche Angebote nicht einzulassen. Unbekannte Personen sollten nicht in die Wohnung gelassen werden. Ebenso wird davor gewarnt, Kredite aufzunehmen oder Ratenzahlungsverträge abzuschließen, um die verlangten Gebühren zu finanzieren. Wer Zweifel an der Seriosität eines Angebots hat oder sich unter Druck gesetzt fühlt, sollte sich an die örtliche Verbraucherzentrale oder direkt an die Polizei wenden.
Nach Angaben der Verbraucherschützer laufen bereits Ermittlungen gegen kriminelle Netzwerke, die mit dieser Masche bundesweit aktiv sind. Wer von vermeintlichen Vertretern bedrängt wird und diese nicht zum Gehen bewegen kann, sollte unverzüglich die Polizei verständigen. Die Warnung zeigt erneut, dass Betrüger ihre Methoden ständig weiterentwickeln und insbesondere ältere Menschen gezielt als Opfer auswählen.