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Warnung vor Slush-Eis: Warum der Zusatzstoff Glycerin für Kinder zum Gesundheitsrisiko werden kann

Dr_Gomz (CC0), Pixabay

An heißen Sommertagen gehört Slush-Eis für viele Kinder zu den beliebtesten Erfrischungen. Die bunten, halbgefrorenen Getränke sind auf Volksfesten, in Freibädern oder Kiosken kaum wegzudenken. Doch Mediziner und Verbraucherschützer schlagen Alarm: Ausgerechnet der Zusatzstoff, der Slush-Eis seine typische Konsistenz verleiht, kann insbesondere für kleine Kinder gesundheitliche Probleme verursachen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einem übermäßigen Verzehr von Slush-Eis mit dem Zusatzstoff Glycerin (E422). Vor allem Kinder können bereits nach einer vergleichsweise kleinen Menge Beschwerden entwickeln.

Warum steckt Glycerin überhaupt im Slush-Eis?

Slush-Eis besteht im Wesentlichen aus zerkleinertem Eis, Wasser, Zucker, Farb- und Aromastoffen. Damit die Mischung in der Maschine nicht vollständig gefriert, wird häufig Glycerin zugesetzt. Der Stoff senkt den Gefrierpunkt der Flüssigkeit und sorgt dafür, dass das Eis seine typische weiche, halbgefrorene Konsistenz behält.

Glycerin ist als Lebensmittelzusatzstoff in der Europäischen Union grundsätzlich zugelassen und wird auch in anderen Lebensmitteln verwendet. Für aromatisierte Getränke gibt es jedoch keine gesetzlich festgelegte Höchstmenge, sodass Hersteller nur das sogenannte Prinzip der „technologisch notwendigen Menge“ einhalten müssen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung kann eine hohe Aufnahme von Glycerin unter anderem folgende Beschwerden verursachen:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schwindel oder Benommenheit
  • Kreislaufprobleme

Der Hintergrund: Glycerin wird in der Medizin unter anderem eingesetzt, um einen erhöhten Hirndruck zu senken. Wird eine größere Menge von Menschen mit normalem Hirndruck aufgenommen, kann der Druck vorübergehend zu stark absinken. Dadurch können unter anderem starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden auftreten.

Kinder sind besonders gefährdet

Besonders gefährdet sind kleine Kinder, da sie aufgrund ihres geringeren Körpergewichts deutlich schneller kritische Mengen aufnehmen können als Erwachsene. Schon ein großer Becher Slush-Eis kann ausreichen, um die vom BfR als unbedenklich angesehene Aufnahmemenge zu überschreiten.

Hinzu kommt, dass Kinder Slush-Eis häufig sehr schnell trinken. Dadurch gelangt das Glycerin innerhalb kurzer Zeit in den Körper, was das Risiko für Nebenwirkungen zusätzlich erhöhen kann.

Krankenhausfälle sorgten für Aufsehen

Für Aufmerksamkeit sorgte bereits im vergangenen Jahr eine Untersuchung britischer Wissenschaftler. Sie berichteten über 21 Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren, die nach dem Verzehr von Slush-Eis im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Kinder litten unter Beschwerden wie Bewusstseinsstörungen, Benommenheit, Unterzuckerung und Kreislaufproblemen. Nach medizinischer Behandlung erholten sich zwar alle Betroffenen wieder vollständig, der Fall machte jedoch deutlich, dass der Konsum großer Mengen Slush-Eis insbesondere für jüngere Kinder gesundheitliche Risiken bergen kann.

Was empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung?

Das BfR empfiehlt Eltern, beim Kauf von Slush-Eis aufmerksam zu sein. Besonders kleine Kinder sollten Getränke mit Glycerin möglichst meiden oder nur in sehr kleinen Mengen konsumieren.

Außerdem raten Experten dazu:

  • Kinder nicht mehrere große Portionen hintereinander trinken zu lassen.
  • Slush-Eis nur gelegentlich als Ausnahme zu genießen.
  • Auf Warnhinweise der Hersteller zu achten.
  • Bei Beschwerden wie starker Benommenheit, Erbrechen oder Kreislaufproblemen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Kein Grund zur Panik

Die Warnung bedeutet allerdings nicht, dass Slush-Eis grundsätzlich gefährlich ist. Für Jugendliche und Erwachsene stellt gelegentlicher Konsum in der Regel kein Problem dar. Das Risiko betrifft vor allem kleine Kinder, deren Körper empfindlicher auf größere Mengen Glycerin reagiert.

Wer Slush-Eis nur gelegentlich genießt und auf die Portionsgröße achtet, muss nach Einschätzung von Experten keine gesundheitlichen Folgen befürchten.

Fazit

Slush-Eis gehört für viele zum Sommer dazu. Doch der enthaltene Zusatzstoff Glycerin kann insbesondere bei kleinen Kindern gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder Kreislaufprobleme auslösen. Da für den Stoff keine verbindliche Höchstmenge vorgeschrieben ist, raten Fachleute zu einem bewussten Umgang. Für Eltern gilt deshalb: Bunte Erfrischung ist erlaubt – aber gerade bei kleinen Kindern sollte Slush-Eis nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen.

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