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Windenergieanlage vor Rückbau: Betreiber stärkt Eigenkapital und bereitet sich auf das Ende der Betriebsphase vor
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Windenergieanlage vor Rückbau: Betreiber stärkt Eigenkapital und bereitet sich auf das Ende der Betriebsphase vor

geralt (CC0), Pixabay

Die in Bremen ansässige Windenergieanlage Fehnland GmbH & Co. KG gehört zu den älteren Betreibergesellschaften im Bereich der Windenergie. Der veröffentlichte Jahresabschluss vermittelt das Bild eines Unternehmens, dessen ursprüngliche Investitionen längst abgeschrieben sind und das sich zunehmend auf die letzte Phase des Anlagenbetriebs vorbereitet.

Windenergieanlage bilanziell vollständig abgeschrieben

Das Anlagevermögen der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag lediglich 4 Euro und blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Dieser äußerst geringe Bilanzwert bedeutet nicht, dass die Windenergieanlage keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr besitzt. Vielmehr wurden ihre ursprünglichen Anschaffungskosten im Laufe der vergangenen Jahre nahezu vollständig abgeschrieben. Solange die Anlage technisch zuverlässig arbeitet, kann sie weiterhin Strom erzeugen und Einnahmen erwirtschaften.

Gerade bei älteren Windparks ist diese Entwicklung typisch: Die Investitionskosten sind bilanziell nahezu vollständig erfasst, während die Anlagen häufig noch mehrere Jahre im Betrieb bleiben.

Eigenkapital wächst deutlich

Eine positive Entwicklung zeigt sich beim Eigenkapital.

Dieses erhöhte sich von rund 37.800 Euro auf knapp 86.600 Euro. Damit konnte die Gesellschaft ihre Eigenkapitalbasis innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln.

Die Kapitalanteile der Kommanditisten stiegen auf rund 385.600 Euro. Dem stehen allerdings weiterhin ausstehende Einlagen von knapp 299.000 Euro gegenüber.

Trotz dieser noch offenen Einlagen verbesserte sich die Eigenkapitalposition des Unternehmens deutlich.

Forderungen steigen, Liquidität bleibt stabil

Auch das Umlaufvermögen entwickelte sich positiv.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich von rund 62.300 Euro auf knapp 94.600 Euro.

Die liquiden Mittel gingen zwar leicht von rund 107.700 Euro auf etwa 96.300 Euro zurück, bewegen sich jedoch weiterhin auf einem komfortablen Niveau.

Insgesamt stieg das Umlaufvermögen auf knapp 191.000 Euro, nachdem im Vorjahr rund 170.000 Euro ausgewiesen worden waren.

Rückstellungen gehen zurück

Die Rückstellungen reduzierten sich deutlich von rund 105.700 Euro auf etwa 58.100 Euro.

Ein wesentlicher Bestandteil bleibt weiterhin die Rückstellung für den späteren Rückbau der Windenergieanlage.

Nach Angaben der Gesellschaft wird derzeit mit Rückbaukosten von rund 40.000 Euro gerechnet. Für diese Verpflichtung wurde handelsrechtlich eine Rückstellung von knapp 33.900 Euro gebildet.

Bei deren Berechnung wurden unter anderem eine angenommene jährliche Preissteigerung von zwei Prozent, die von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten Zinssätze sowie erwartete Erlöse aus der Verwertung von Schrott berücksichtigt.

Rückbau bereits für 2027 vorgesehen

Besonders bemerkenswert ist der Blick in die Zukunft.

Die Gesellschaft plant nach eigenen Angaben den Rückbau der bestehenden Windenergieanlage im Jahr 2027.

Damit befindet sich das Unternehmen bereits in einer Phase, in der nicht mehr ausschließlich der laufende Betrieb im Mittelpunkt steht, sondern zunehmend die geordnete Stilllegung der Anlage vorbereitet wird.

Der Rückbau gehört heute zu den gesetzlichen Verpflichtungen von Windparkbetreibern. Nach Ende der Nutzung müssen Fundament, technische Anlagen und Infrastruktur entfernt sowie die Flächen möglichst in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.

Verbindlichkeiten steigen leicht

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Geschäftsjahr von rund 26.500 Euro auf etwa 46.300 Euro.

Alle Verpflichtungen besitzen eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Langfristige Finanzierungen oder Bankdarlehen werden im Jahresabschluss nicht ausgewiesen.

Kleine Gesellschaft ohne umfangreiche Unternehmensstruktur

Die Windenergieanlage Fehnland GmbH & Co. KG erfüllt die Kriterien einer kleinen Kapitalgesellschaft.

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die WPD Verwaltungs-GmbH mit Sitz in Bremen.

Die Geschäftsführung lag im Berichtsjahr bei den Geschäftsführern Dr. Gernot Blanke und Dr. Klaus Meier.

Typischer Lebenszyklus eines Windparks

Die Bilanz verdeutlicht exemplarisch den wirtschaftlichen Verlauf vieler älterer Windenergieprojekte.

Nach den hohen Investitionen in den Anfangsjahren sinken die bilanziellen Vermögenswerte durch regelmäßige Abschreibungen kontinuierlich. Gleichzeitig erwirtschaften die Anlagen häufig weiterhin stabile Einnahmen, wodurch sich Eigenkapital aufbauen und Rückstellungen für den späteren Rückbau bilden lassen.

Je näher das Ende der technischen oder wirtschaftlichen Nutzungsdauer rückt, desto stärker gewinnen Themen wie Rückbauplanung, Flächensanierung oder ein mögliches Repowering an Bedeutung.

Grundlage für neue Windenergieprojekte?

Der geplante Rückbau im Jahr 2027 muss nicht zwangsläufig das endgültige Ende des Standorts bedeuten. Viele ältere Windparks werden heute nach Ablauf ihrer ursprünglichen Betriebszeit durch moderne und leistungsstärkere Anlagen ersetzt.

Ob dies auch am Standort Fehnland vorgesehen ist, geht aus dem Jahresabschluss allerdings nicht hervor.

Fest steht jedoch: Die Gesellschaft befindet sich in einer wirtschaftlich geordneten Abschlussphase ihres bisherigen Anlagenbetriebs. Das gestärkte Eigenkapital, die vorhandenen Liquiditätsreserven und die bereits gebildeten Rückstellungen schaffen eine solide Grundlage, um die anstehenden Aufgaben bis zum geplanten Rückbau finanziell abzusichern.

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