Bereits ein Blick auf die Bilanz zeigt, dass die Gesellschaft praktisch kein eigenes operatives Geschäft betreibt. Die Bilanzsumme beträgt lediglich 27.247 Euro und liegt damit sogar leicht unter dem Vorjahreswert von 28.195 Euro.
Fast ausschließlich Bankguthaben
Die Aktivseite besteht nahezu ausschließlich aus Bankguthaben.
Zum Jahresende verfügte die Gesellschaft über 27.150 Euro liquide Mittel. Forderungen spielen mit gerade einmal 98 Euro praktisch keine Rolle.
Anlagevermögen oder operative Vermögenswerte besitzt die Gesellschaft überhaupt nicht.
Eigenkapital bleibt nahezu vollständig erhalten
Das Eigenkapital beträgt zum Jahresende 24.717 Euro und liegt damit nur knapp unter dem Stammkapital von 25.000 Euro.
Die Eigenkapitalquote liegt bei über 90 Prozent und ist damit außergewöhnlich hoch.
Aus Sicht der Stabilität besteht daher keinerlei finanzielles Risiko.
Wieder ein kleiner Jahresverlust
Wie bereits im Vorjahr schreibt die Gesellschaft allerdings rote Zahlen.
Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf 847 Euro nach 1.044 Euro im Vorjahr.
Positiv ist dabei immerhin, dass sich der Verlust leicht reduziert hat.
Allerdings zeigt dies gleichzeitig, dass die Gesellschaft dauerhaft keine eigenen Erträge erwirtschaftet und lediglich laufende Verwaltungskosten verursacht.
Keine Schulden
Bemerkenswert ist auch die äußerst einfache Passivseite.
Es bestehen keinerlei Verbindlichkeiten. Lediglich 2.530 Euro Rückstellungen für zukünftige Verpflichtungen sind bilanziert.
Damit ist die Gesellschaft faktisch schuldenfrei.
Reine Konzernfunktion
Der Anhang macht deutlich, warum die Bilanz so unspektakulär ausfällt.
Die Gesellschaft ist ausschließlich Komplementärin der wpd onshore GmbH & Co. KG und übernimmt damit die Geschäftsführung sowie die persönliche Haftung.
Sie wird vollständig in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen und erfüllt damit eine klassische Holding- beziehungsweise Managementfunktion.
Ein eigenes operatives Geschäft findet praktisch nicht statt.
Für Anleger wenig Aussagekraft
Aus Investorensicht besitzt dieser Jahresabschluss daher nur eine sehr begrenzte Aussagekraft.
Die Gesellschaft erwirtschaftet keine nennenswerten Umsätze, investiert nicht und baut auch kein Vermögen auf. Ihre wirtschaftliche Entwicklung hängt vollständig von ihrer Funktion innerhalb des wpd-Konzerns ab.
Der geringe Jahresverlust stellt angesichts der vorhandenen Liquidität und des hohen Eigenkapitals kein Risiko dar, bietet aber ebenso wenig Wachstumsperspektiven.
Fazit
Die wpd onshore management GmbH präsentiert sich als finanziell stabile, aber wirtschaftlich nahezu inaktive Verwaltungsgesellschaft.
Positiv sind die schuldenfreie Bilanz, die sehr hohe Eigenkapitalquote und die solide Liquiditätsausstattung.
Kritisch bleibt, dass die Gesellschaft dauerhaft keine eigenen Erträge erzielt und Jahr für Jahr kleine Verluste erwirtschaftet. Für Anleger liefert der Abschluss deshalb kaum Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Entwicklung des eigentlichen Windparkgeschäfts im wpd-Konzern. Wer die operative Stärke von wpd beurteilen möchte, muss vielmehr den Konzernabschluss oder die einzelnen Projektgesellschaften analysieren.