Bereits die Bilanz macht deutlich, dass es sich um eine reine Beteiligungsgesellschaft handelt. Das Anlagevermögen besteht nahezu vollständig aus Finanzanlagen und beläuft sich auf 39,2 Millionen Euro. Operative Windparks betreibt die Gesellschaft nicht selbst, sondern hält Beteiligungen an zahlreichen Projektgesellschaften.
Eigenkapital bleibt außergewöhnlich stark
Der größte Pluspunkt bleibt die Kapitalausstattung.
Mit 46,5 Millionen Euro Eigenkapital bei einer Bilanzsumme von 53,5 Millionen Euro erreicht die Gesellschaft eine Eigenkapitalquote von rund 87 Prozent.
Für Anleger ist das ein hervorragender Wert. Die Finanzierung erfolgt überwiegend aus Eigenmitteln und nicht über Fremdkapital.
Schulden nahezu halbiert
Besonders positiv fällt die Entwicklung der Verbindlichkeiten auf.
Diese sanken innerhalb eines Jahres von 14,17 Millionen Euro auf 7,05 Millionen Euro. Damit wurde die Verschuldung praktisch halbiert.
Ein solcher Schuldenabbau verbessert die finanzielle Stabilität erheblich und reduziert zukünftige Zinsbelastungen.
Liquidität deutlich gesunken
Auf den ersten Blick wirkt allerdings der Rückgang der liquiden Mittel alarmierend.
Die Bankguthaben schrumpften von 6,29 Millionen Euro auf lediglich 71.000 Euro.
Dieser Effekt relativiert sich jedoch teilweise dadurch, dass gleichzeitig die Forderungen auf 14,26 Millionen Euro anstiegen. Offenbar wurden liquide Mittel innerhalb des Beteiligungsverbunds umgeschichtet oder stehen noch als Forderungen gegenüber Beteiligungen beziehungsweise verbundenen Unternehmen aus.
Dennoch sollten Anleger beobachten, ob diese Forderungen zeitnah realisiert werden.
Deutsche Windparks liefern überwiegend solide Ergebnisse
Erfreulich entwickelt sich der Großteil der deutschen Beteiligungen.
Mehrere Windparks erwirtschaften weiterhin positive Ergebnisse.
Beispiele sind:
- Windpark Großenwede: Jahresüberschuss 476.000 Euro
- Windpark Coppenbrügge: 382.000 Euro
- Windpark Rehfeld: 346.000 Euro
- Windpark Westerengel: 212.000 Euro
- Windpark Klein Lobke: 212.000 Euro
Diese Projekte bilden das stabile Fundament des Beteiligungsportfolios.
Frankreich bleibt die größte Baustelle
Deutlich kritischer fällt dagegen der Blick auf die französischen Beteiligungen aus.
Alle drei 50-Prozent-Beteiligungen weisen negatives Eigenkapital und erneut hohe Verluste aus:
- La Ferrière: Eigenkapital -3,97 Mio. Euro, Jahresverlust 562.000 Euro
- Saint Mandé: Eigenkapital -2,84 Mio. Euro, Jahresverlust 546.000 Euro
- Mohon: Eigenkapital -3,67 Mio. Euro, Jahresverlust 621.000 Euro
Diese Gesellschaften befinden sich bilanziell weiterhin in einer schwierigen Situation.
Bemerkenswert ist allerdings, dass die CEE Wind-Beteiligungen keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf ihre Beteiligungswerte vorgenommen hat. Das Management geht also offenbar davon aus, dass die Wertminderungen nicht dauerhaft sind und sich die Projekte künftig wirtschaftlich erholen.
Für Investoren ist das eine zentrale Annahme, die sich in den kommenden Jahren bestätigen muss.
Keine eigenen Mitarbeiter
Wie für eine Holding typisch beschäftigt die Gesellschaft keine eigenen Arbeitnehmer.
Die wirtschaftliche Entwicklung hängt vollständig von den Ergebnissen der Beteiligungsgesellschaften sowie der Werthaltigkeit dieser Beteiligungen ab.
Fazit
Der Jahresabschluss vermittelt insgesamt einen soliden Eindruck.
Positiv sind insbesondere die außergewöhnlich hohe Eigenkapitalquote, der massive Schuldenabbau und die überwiegend profitablen deutschen Windparkbeteiligungen.
Kritisch bleiben dagegen die anhaltenden Verluste der französischen Beteiligungen mit negativem Eigenkapital. Dass trotz dieser Entwicklung keine Wertberichtigungen vorgenommen wurden, setzt voraus, dass sich die wirtschaftliche Lage dieser Projekte künftig tatsächlich verbessert.