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ÖKO-TEST warnt vor problematischen Inhaltsstoffen in bekannten After-Sun-Lotionen

Memed_Nurrohmad (CC0), Pixabay

Nach einem sonnigen Tag greifen viele Menschen zu After-Sun-Lotionen, um ihre Haut zu beruhigen und mit Feuchtigkeit zu versorgen. Ein aktueller Test von ÖKO-TEST zeigt jedoch: Nicht jedes Produkt ist bedenkenlos zu empfehlen. Zwar schnitten die meisten der untersuchten Lotionen gut ab, zwei bekannte Markenprodukte fielen jedoch aufgrund bedenklicher Inhaltsstoffe deutlich durch.

Für den Test wurden insgesamt 20 After-Sun-Lotionen untersucht, darunter auch sechs zertifizierte Naturkosmetik-Produkte. Das erfreuliche Ergebnis: Mehr als drei Viertel der getesteten Produkte erhielten die Bewertung „gut“ oder „sehr gut“. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen also nicht zwangsläufig zu teuren Marken greifen, um eine hochwertige Hautpflege nach dem Sonnenbad zu erhalten.

Besonders kritisch bewerteten die Tester jedoch die Hawaiian Tropic Hydrating After Sun Lotion, die mit „mangelhaft“ abschnitt, sowie die Garnier Ambre Solaire After Sun Feuchtigkeits-Milch, die sogar die Note „ungenügend“ erhielt.

In beiden Produkten wurden unter anderem polyzyklische Moschusverbindungen nachgewiesen. Diese künstlichen Duftstoffe können sich im menschlichen Fettgewebe anreichern und stehen im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen. Auf europäischer Ebene wird derzeit geprüft, ob einzelne dieser Stoffe künftig als wahrscheinlich fortpflanzungsschädigend eingestuft werden.

Darüber hinaus kritisierte ÖKO-TEST in einzelnen Produkten aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Diese Stoffgruppe kann Verbindungen enthalten, die als krebserregend gelten. Nach Angaben der Tester gelangen solche Rückstände häufig als Verunreinigung von Paraffinen in kosmetische Produkte. Zwar ist bislang nicht abschließend geklärt, in welchem Umfang MOAH über die Haut aufgenommen werden oder sich im Körper anreichern, dennoch sehen Verbraucherschützer ihren Einsatz kritisch.

Neben den problematischen Duftstoffen und Mineralölbestandteilen beanstandete ÖKO-TEST auch PEG-Verbindungen sowie synthetische Polymere. PEG-Derivate können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen. Synthetische Polymere stehen wegen ihrer schlechten biologischen Abbaubarkeit und möglicher Umweltbelastungen in der Kritik.

Die Tester betonen jedoch, dass der überwiegende Teil der untersuchten After-Sun-Produkte empfehlenswert ist. Zahlreiche Lotionen überzeugten mit unbedenklichen Inhaltsstoffen und wirksamer Feuchtigkeitspflege. Gute Qualität ist dabei bereits für wenige Euro erhältlich.

Grundsätzlich gilt: After-Sun-Produkte können die Haut nach intensiver Sonneneinstrahlung beruhigen und mit Feuchtigkeit versorgen. Einen Sonnenbrand heilen können sie jedoch nicht. Bei starken Verbrennungen mit Blasenbildung oder großflächigen Hautschäden sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Der beste Schutz bleibt ein wirksamer Sonnenschutz mit ausreichendem Lichtschutzfaktor sowie das Vermeiden intensiver Sonneneinstrahlung während der Mittagsstunden.

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