Wenn Börsen verrücktspielen, gibt es zuverlässig zwei Dinge, die steigen:
der Goldpreis…
…und die Zahl der Menschen, die plötzlich behaupten, sie hätten das alles schon immer kommen sehen.
Einer davon war Alan Greenspan.
Der ehemalige Chef der US-Notenbank warnte bereits vor Jahrzehnten vor einer „irrationalen Euphorie“ an den Finanzmärkten. Damals hörte kaum jemand zu. Alle waren schließlich damit beschäftigt, noch schnell die nächste Technologieaktie zu kaufen.
Heute, fast 30 Jahre später, klingt Greenspan plötzlich wieder wie der einzige Erwachsene auf einer Party voller Krypto-Influencer.
Gold – der langweiligste Superstar der Welt
Greenspan liebte Gold.
Nicht weil man daraus hübsche Ketten machen kann.
Sondern weil Gold genau das Gegenteil von Politikern ist:
Es wird nicht einfach nachgedruckt.
Schon 1966 schrieb er, Regierungen würden ohne Goldstandard irgendwann Geld drucken, als gäbe es Bonuspunkte für jede zusätzliche Milliarde.
Rückblickend könnte man sagen:
Ganz falsch lag der Mann damit nicht.
Die Druckerpresse kennt keinen Feierabend
Nach Finanzkrisen, Pandemie und diversen Rettungspaketen liefen weltweit die Gelddruckmaschinen so heiß, dass vermutlich selbst die Druckerpatronen Überstunden beantragt hätten.
Parallel stiegen Staatsschulden, Inflation…
…und der Goldpreis.
Zufall?
Oder hatte der alte Alan tatsächlich einen Punkt?
Aber Aktien machten trotzdem reich
Jetzt kommt der unangenehme Teil.
Während Gold geduldig glänzte, marschierten Aktien langfristig einfach weiter.
Wer nach Greenspans berühmter Warnung 1996 komplett aus Aktien ausgestiegen wäre, hätte zwar hervorragend geschlafen…
…aber leider auch auf enorme Gewinne verzichtet.
Gold schützt eben vor vielen Dingen.
Unter anderem vor spektakulären Renditen.
Greenspan hatte auch nicht immer recht
2008 musste selbst der Altmeister kleinlaut einräumen:
„Ich habe einen Fehler gefunden.“
Eine Formulierung, die Ökonomen ungefähr so häufig benutzen wie Politiker den Satz:
„Das war komplett meine Schuld.“
Greenspan hatte geglaubt, Banken würden sich schon vernünftig verhalten.
Die Banken sahen das damals etwas kreativer.
Fazit
Gold ist wie ein Regenschirm.
Man freut sich, wenn man ihn hat.
Man hofft aber gleichzeitig, ihn möglichst selten wirklich zu brauchen.
Und genau deshalb empfehlen Finanzexperten bis heute meist fünf bis zehn Prozent Gold im Depot.
Denn wer sein gesamtes Vermögen in Gold anlegt, besitzt zwar einen wunderschönen Tresor…
…muss aber trotzdem hoffen, dass der Supermarkt auch Goldbarren als Zahlungsmittel akzeptiert.