Nordkorea ist bekanntlich das Land, in dem es angeblich keine Probleme gibt. Außer vielleicht Strom, Lebensmittel, Internet, Meinungsfreiheit und gelegentlich die Wahrheit.
Nun beschäftigt sich die Welt mit einem besonders heiklen Thema: Kim Jong Un spricht bis heute kein einziges Wort öffentlich über seine Mutter.
Und das offenbar aus gutem Grund.
Denn während die Staatspropaganda seit Jahrzehnten erzählt, die Herrscherfamilie stamme praktisch direkt vom heiligen Paektu-Berg und sei göttlich legitimiert, führt die Ahnenforschung plötzlich… nach Osaka.
Ausgerechnet Japan.
Für Nordkoreas Propagandamaschine ungefähr so, als würde Bayern München feststellen, dass der Rekordmeister eigentlich in Dortmund gegründet wurde.
Die offizielle Geschichte lautet:
Paektu-Blutlinie.
Heilige Abstammung.
Revolutionäre Gene.
Die inoffizielle Geschichte klingt eher nach einer Folge von „Wer weiß denn sowas?“:
Mutter in Japan geboren, Tochter koreanischer Einwanderer und später Tänzerin.
Da bekommt selbst das nordkoreanische Wahrheitsministerium leichte Schnappatmung.
Deshalb gilt dort offenbar die Devise:
Über den Großvater spricht man.
Über den Vater spricht man.
Über den heiligen Berg spricht man.
Über Mama… reden wir lieber über das Wetter.
Besonders kurios ist die Familiengeschichte ohnehin.
Kim Jong Il sammelte Lebensgefährtinnen offenbar ungefähr so leidenschaftlich wie andere Briefmarken.
Am Ende musste entschieden werden, welcher Sohn einmal ein Atomprogramm übernehmen darf.
Der Erstgeborene war zu westlich.
Der andere angeblich nicht durchsetzungsfähig.
Also blieb Kim Jong Un.
Manchmal entscheidet Geschichte eben ähnlich wie der letzte freie Platz beim Familiengrillen.
Dass Kim seine Frau und inzwischen sogar seine Tochter öffentlich präsentiert, sehen Experten