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Dänemark verabschiedet die Post – Briefe werden jetzt zu Kunstwerken

handikapinfo (CC0), Pixabay

Früher schrieb man sich Liebesbriefe.

Heute verschickt man einen Daumen hoch bei WhatsApp und hält das für Romantik.

In Dänemark ist damit jetzt endgültig Schluss: Der staatliche Postdienst PostNord hat die Briefzustellung eingestellt. Was bleibt, sind Pakete – schließlich muss der Online-Einkauf ja irgendwie nach Hause kommen.

Die britische Künstlerin Gillian Taylor nahm den Abschied zum Anlass für ein außergewöhnliches Kunstprojekt.

Sie ließ sich in den letzten Tagen der dänischen Briefpost Briefe schicken – von Freunden, Bekannten und sogar völlig Fremden. Daraus bastelte sie hunderte schwebende Gänseblümchen.

Die Briefmarken bilden die Blütenmitte.

Die Umschläge wurden zu Blütenblättern.

Aus Bürokratie wurde Botanik.

Ein Freund wollte ihr seinen letzten Brief sogar am allerletzten Tag schicken.

Blöderweise war der Briefkasten bereits abgebaut.

Der Brief reiste deshalb über Österreich und kam erst zwei Monate später an.

Man könnte sagen:

Die Post war zwar eingestellt.

Aber der Umweg hatte Laufzeit.

Taylor sagt, viele Menschen hätten durch das Projekt überhaupt erst wieder angefangen, Briefe zu schreiben.

Manchmal muss eben erst etwas verschwinden, damit man merkt, dass man es vermisst.

Während heutzutage jede Nachricht mit „Gelesen um 14:37 Uhr“ endet, hatte ein handgeschriebener Brief früher wenigstens noch Stil.

Und manchmal sogar Parfüm.

Fazit:

Die Dänen haben die Briefpost abgeschafft.

Jetzt bleibt nur zu hoffen, dass nicht irgendwann auch noch Oma ihre Geburtstagskarte durch einen QR-Code ersetzt.

Denn manche Dinge sollten analog bleiben.

Zum Beispiel echte Briefe.

Oder schlechte Handschriften.

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