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Wanises Kommentar: La Roja marschiert weiter, überzeugt aber nicht

Spanien ist Gruppensieger. Punkt. Mehr Begeisterung lässt sich über diesen Abend im BMO Field von Toronto allerdings nur schwer formulieren.

Mit einem knappen 1:0 gegen Uruguay sicherte sich die „La Roja“ den ersten Platz in der Gruppe und zieht mit sieben Punkten souverän in die Runde der letzten 32 ein. Auf dem Papier klingt das überzeugend, auf dem Rasen war es über weite Strecken allerdings ein Auftritt mit angezogener Handbremse.

Der entscheidende Moment gehörte Álex Baena. Sein Treffer reichte, weil Uruguay offensiv kaum Ideen entwickelte und sich über die gesamte Spielzeit erstaunlich schwer tat, gefährliche Angriffe sauber auszuspielen. Von einer Mannschaft, die unter Marcelo Bielsa eigentlich für mutigen Offensivfußball stehen soll, war an diesem Abend nur wenig zu sehen. Zu viele Fehlpässe, zu wenig Tempo und kaum Kreativität machten es Spanien leichter, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Doch auch die Iberer müssen sich fragen lassen, warum sie aus ihrer spielerischen Überlegenheit so wenig Kapital schlugen. Ballbesitz allein gewinnt keine Herzen – und beinahe auch keine Spiele. Spanien kontrollierte zwar das Geschehen, ließ aber den letzten Biss im Strafraum vermissen. Dass Ferran Torres kurz vor Schluss erneut nur die Latte traf, passte ins Bild. Schon gegen Kap Verde fehlte ihm das nötige Quäntchen Glück, und auch diesmal verhinderte das Aluminium einen deutlicheren Sieg.

Fast hätte Spanien sich das Leben sogar selbst schwer gemacht. Torhüter Unai Simón sorgte mit einem unnötigen Ballverlust für den einzigen echten Schreckmoment seiner Mannschaft. Uruguay wusste das Geschenk jedoch nicht zu nutzen – sinnbildlich für einen Abend, an dem den Südamerikanern einfach zu wenig gelang.

So verabschiedet sich der zweimalige Weltmeister mit lediglich zwei Punkten aus dem Turnier. Für ein Team mit diesem Namen und dieser Fußballtradition ist das eine herbe Enttäuschung. Marcelo Bielsa wird in den kommenden Tagen viele unbequeme Fragen beantworten müssen.

Spanien hingegen marschiert weiter – wenn auch ohne Feuerwerk. Der Gruppensieg ist verdient, weil die Mannschaft defensiv stabil blieb und im entscheidenden Moment zuschlug. Doch in der K.-o.-Phase wird mehr nötig sein. Dort warten mit Österreich oder Algerien Gegner, die Fehler deutlich konsequenter bestrafen könnten.

Kap Verde darf sich derweil ebenfalls freuen. Als Gruppenzweiter geht das WM-Märchen weiter – auch wenn mit Argentinien nun ein echter Prüfstein wartet.

Spanien ist weiter. Überzeugt hat der Europameister an diesem Abend jedoch nur mit dem Ergebnis.

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