Dark Mode Light Mode

Wanise´ Kommentar: Erst Schlafwagen, dann Löwen-Show – Senegal hält das WM-Märchen am Leben

Toronto hat an diesem Abend zwei Gesichter gesehen. In den ersten 45 Minuten wirkte das Spiel zwischen Senegal und dem Irak eher wie ein freundschaftlicher Sommerkick – ideenarm, zäh und mit reichlich Sand im Getriebe. Wer sich zur Halbzeit einen Kaffee holte, traf damit vermutlich die beste Entscheidung des Abends.

Doch dann kamen die Teranga-Löwen aus der Kabine – und plötzlich war Schluss mit gemütlich.

Mit dem Führungstreffer von Ismaïla Sarr in der 56. Minute platzte der Knoten. Was danach folgte, war eine Demonstration afrikanischer Spielfreude und Offensivkraft. Der eingewechselte Pape Gueye verwandelte den Rasen in seine persönliche Bühne. Erst zirkelte er einen Traumtreffer ins Netz, dann ließ er mit einem wuchtigen Abschluss aus kurzer Distanz den nächsten Jubel folgen. Zwischendurch bereitete er auch noch den Treffer von Iliman Ndiaye mustergültig vor. So sieht ein Joker aus, der den Unterschied macht.

Der Irak hingegen verlor nach der Pause völlig den Faden. Die Defensive wurde immer löchriger, während Torhüter Hassan mit mehreren starken Paraden noch verhinderte, dass das Ergebnis völlig aus dem Ruder lief. Auch Sadio Mané hätte sich noch in die Torschützenliste eintragen können, doch sein Schuss landete nur am Pfosten. Das 5:0 war deshalb sogar eher schmeichelhaft für den Außenseiter.

Für Senegal kommt dieser Kantersieg genau zur richtigen Zeit. Nach einem holprigen Start ins Turnier lebt die Hoffnung auf das Achtelfinale weiter. Als möglicher bester Gruppendritter mischen die Westafrikaner weiterhin im Rennen um die K.-o.-Runde mit – und wenn sie künftig gleich so spielen wie nach der Halbzeit, dürfte sie dort niemand freiwillig als Gegner haben wollen.

Für den Irak endet die Weltmeisterschaft dagegen mit einer bitteren Erkenntnis. Nach drei Spielen bleibt nur der letzte Platz in der Gruppe und das vorzeitige Aus. Über weite Strecken fehlten Mut, Durchschlagskraft und letztlich auch die Qualität, um auf dieser Bühne bestehen zu können.

Der Fußball kann manchmal grausam sein. Eine Halbzeit lang war Senegal kaum wiederzuerkennen, eine Halbzeit später spielte die Mannschaft wie ein ernsthafter WM-Kandidat. Vielleicht ist genau das das Faszinierende an diesem Turnier: Man weiß nie, wann der Schalter umgelegt wird. Senegal hat ihn rechtzeitig gefunden – und darf weiter träumen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Verdächtige Vinted-Anzeigen sorgen für Aufregung: Polizei prüft Hinweise auf möglichen Kinderhandel

Next Post

Wanises Kommentar: La Roja marschiert weiter, überzeugt aber nicht