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Wanises WM-Kommentar: Ein 0:0 zum Gähnen – aber beide können irgendwie damit leben

Es gibt Spiele, nach denen spricht man tagelang über Traumtore, spektakuläre Paraden oder dramatische Wendungen.

Und dann gibt es Paraguay gegen Australien.

90 Minuten später wusste man immerhin sicher, dass die Anzeigetafel funktioniert. Sie zeigte konsequent dasselbe an wie beim Anpfiff: 0:0.

Herzlichen Glückwunsch.

Australien darf sich trotzdem freuen. Dank der besseren Tordifferenz reicht Platz zwei zum direkten Einzug in die K.-o.-Runde. Man muss also nicht immer schön spielen – manchmal genügt es, einfach ein Tor weniger kassiert zu haben als der Konkurrent.

Paraguay wiederum wird Dritter und darf mit vier Punkten berechtigte Hoffnungen auf das Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten machen. Das könnte übrigens Deutschlands nächster Gegner werden. Falls Julian Nagelsmann das Spiel gesehen hat, dürfte er sich vor allem eines gedacht haben: „Da geht vielleicht was.“

Fußballerisch war das Ganze nämlich eher Schonkost.

Australien hatte schon nach vier Minuten durch Jackson Irvine die beste Gelegenheit des gesamten Spiels. Und das sagt eigentlich schon alles. Wer seine größte Chance nach vier Minuten vergibt und danach 86 Minuten lang nichts Vergleichbares produziert, hat sich den Begriff „Offensivfeuerwerk“ definitiv nicht verdient.

Nach der Pause übernahm Paraguay etwas mehr die Kontrolle. Zumindest statistisch. Denn vor dem gegnerischen Tor blieb auch „La Albirroja“ erstaunlich harmlos. Viel Ballbesitz, viele Zweikämpfe, viele gute Vorsätze – aber erschreckend wenig Torgefahr.

Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal hektisch. Bos hätte Australien kurz vor Schluss zum Sieg schießen können, auf der anderen Seite sorgten Mauricio und Yengi in der Nachspielzeit zumindest dafür, dass die Torhüter nicht komplett einfroren.

In einem anderen Spiel wären diese Szenen vermutlich nicht einmal in der Zusammenfassung gelandet.

So blieb es beim torlosen Remis – und ehrlich gesagt fühlte sich das Ergebnis genauso an wie das Spiel selbst: logisch.

Australien wird sagen: Auftrag erfüllt.

Paraguay wird sagen: Vier Punkte könnten reichen.

Und die Zuschauer?

Die werden sich vermutlich vor allem daran erinnern, dass sie 90 Minuten lang tapfer durchgehalten haben.

Manchmal gewinnt eben nicht der bessere Fußball, sondern die bessere Tordifferenz.

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