Die massUP GmbH mit Firmensitz in der Annabergstraße 18 in 55131 Mainz befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Mainz ordnete am 25. Juni 2026 um 11:30 Uhr im Verfahren mit dem Aktenzeichen 280 IN 128/26 die vorläufige Verwaltung des Vermögens der Gesellschaft an.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Hans-W. Goetsch aus Mainz bestellt. Gleichzeitig ordnete das Gericht einen Zustimmungsvorbehalt an. Verfügungen der Gesellschaft über ihr Vermögen sind damit nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam. Zudem wurden die Schuldner der Gesellschaft aufgefordert, Zahlungen ausschließlich unter Beachtung der gerichtlichen Anordnung zu leisten.
Die massUP GmbH ist beim Amtsgericht Mainz unter der Handelsregisternummer HRB 46430 eingetragen. Geschäftsführer der Gesellschaft ist Armin Bieser.
Das Unternehmen war als InsurTech auf digitale Versicherungslösungen spezialisiert. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells standen White-Label-Versicherungsprodukte, Embedded-Insurance-Lösungen sowie digitale Vertriebsplattformen für Versicherungen. Die Gesellschaft entwickelte Software und digitale Infrastrukturen, mit denen Versicherer, Makler, Online-Händler und andere Vertriebspartner Versicherungsprodukte direkt in ihre Verkaufsprozesse integrieren konnten. Zum Angebot gehörten insbesondere sogenannte Annex- und Spezialversicherungen, die beispielsweise beim Kauf von Elektronik, Sportgeräten, Freizeitprodukten oder anderen Konsumgütern unmittelbar mit angeboten werden können.
Darüber hinaus stellte die Gesellschaft eine API-basierte Plattform zur Verfügung, über die Versicherungsprodukte digital verwaltet, abgeschlossen und abgewickelt werden konnten. Ziel war es, den Vertrieb von Versicherungen weitgehend zu automatisieren und in digitale Geschäftsmodelle zu integrieren.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beginnt nun die Prüfung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird feststellen, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens vorliegen und ob Möglichkeiten für eine Sanierung oder Fortführung des Geschäftsbetriebes bestehen.
Die weitere Entwicklung des Verfahrens wird nun beim Amtsgericht Mainz unter dem Aktenzeichen 280 IN 128/26 verfolgt. Für Versicherungsunternehmen, Vertriebspartner, Makler und Kunden dürfte insbesondere die Frage von Bedeutung sein, ob die digitalen Plattformen und bestehenden Kooperationen des Unternehmens fortgeführt werden können.