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Vis Bonum Ratio 2025/2026: Solide Wertentwicklung bei ausgewogenem Risikoprofil – aber mit hohen Kosten

geralt (CC0), Pixabay

Aus Anlegersicht präsentiert sich der Jahresbericht des Fonds Vis Bonum Ratio insgesamt positiv. Der Fonds konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 trotz eines anspruchsvollen Kapitalmarktumfelds eine Wertsteigerung von 9,0 % erzielen und damit sowohl das Fondsvermögen als auch den Anteilspreis deutlich erhöhen. Gleichzeitig verfolgt das Management weiterhin eine breit diversifizierte Multi-Asset-Strategie mit dem Ziel, Schwankungen zu begrenzen.

Positiv hervorzuheben ist zunächst die stabile Entwicklung des Fondsvermögens. Dieses stieg von rund 7,88 Mio. € auf 8,86 Mio. €, wobei sowohl die gute Wertentwicklung als auch Nettomittelzuflüsse von rund 286.000 € zu diesem Wachstum beitrugen. Dies deutet darauf hin, dass Anleger dem Fonds weiterhin Vertrauen schenken.

Die Anlagestrategie erscheint ausgewogen. Rund 86 % des Vermögens sind in Investmentfonds investiert, ergänzt durch knapp 9 % Xetra-Gold als Absicherung sowie knapp 5 % Liquidität. Innerhalb des Portfolios liegt der Schwerpunkt auf Zukunftsbranchen wie Cybersecurity, Robotik, Blockchain, Wasser, NASDAQ-Technologie sowie auf regionalen Schwerpunkten wie Japan, Indien und Europa. Dadurch wird eine breite Diversifikation über verschiedene Regionen und Themen erreicht.

Auch die Risikokennzahlen sprechen für eine vergleichsweise kontrollierte Anlagestrategie. Mit einer Volatilität von 9,65 % bewegt sich der Fonds deutlich unter der Schwankungsintensität vieler reiner Aktienfonds. Das geringe USD-Währungsrisiko von lediglich 5,4 % reduziert zusätzlich Wechselkursrisiken für Euro-Anleger. Zudem verzichtet der Fonds vollständig auf den Einsatz von Derivaten, wodurch die Struktur transparent bleibt.

Ein weiterer Pluspunkt ist das aktive Portfoliomanagement. Im Berichtsjahr wurden mehrere Positionen ausgetauscht und neue Themenfonds aufgenommen. Gleichzeitig konnten durch acht Verkäufe realisierte Gewinne von über 587.000 € erzielt werden, ohne dass realisierte Verluste entstanden. Dies spricht für ein erfolgreiches Timing bei den Umschichtungen.

Kritisch zu bewerten sind allerdings die Kosten. Die ausgewiesene Total Expense Ratio (TER) beträgt 2,02 %. Für einen Fonds, der überwiegend wiederum in andere Fonds investiert (Dachfondsstruktur), ist dies vergleichsweise hoch. Da zusätzlich die laufenden Kosten der Zielfonds anfallen, schmälert dies langfristig die Rendite der Anleger erheblich. Kostengünstigere ETF-Lösungen wären in dieser Hinsicht deutlich effizienter.

Auch die Ertragsstruktur zeigt, dass der Anlageerfolg fast ausschließlich aus Kursgewinnen stammt. Die laufenden Erträge aus Zinsen und Ausschüttungen konnten die Verwaltungsaufwendungen nicht decken; der ordentliche Nettoertrag war negativ. Der Jahresgewinn entstand überwiegend durch realisierte und nicht realisierte Kurssteigerungen. In steigenden Märkten funktioniert dieses Konzept gut, in schwächeren Börsenphasen könnte sich diese Abhängigkeit jedoch nachteilig auswirken.

Positiv ist dagegen die langfristige Entwicklung. Der Anteilspreis stieg innerhalb von drei Jahren kontinuierlich von 10,04 € auf 12,72 €, was eine stabile Aufwärtsentwicklung ohne größere Rückschläge erkennen lässt.

Fazit aus Anlegersicht

Der Vis Bonum Ratio überzeugt durch eine solide Performance, eine breite Diversifikation und ein insgesamt moderates Risikoprofil. Besonders Anleger, die eine aktiv gemanagte Vermögensverwaltung mit geringerem Schwankungsrisiko als reine Aktienfonds suchen, finden hier ein interessantes Konzept.

Der größte Schwachpunkt bleibt jedoch die vergleichsweise hohe Kostenbelastung. Langfristig müssen diese Gebühren durch dauerhaft überdurchschnittliche Managementleistungen kompensiert werden. Ob dies gelingt, wird sich insbesondere in schwierigeren Marktphasen zeigen.

Gesamtbewertung aus Anlegersicht: 8 von 10 Punkten

Stärken

Gute Jahresrendite von 9 %
Breite Diversifikation über Regionen und Zukunftsthemen
Moderates Risikoprofil
Goldanteil als Krisenabsicherung
Erfolgreiches aktives Management im Berichtsjahr

Schwächen

Hohe Gesamtkostenquote (TER 2,02 %)
Dachfondsstruktur verursacht zusätzliche indirekte Kosten
Laufende Erträge reichen nicht zur Deckung der Kosten aus
Erfolg stark von steigenden Kapitalmärkten abhängig.

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