Der Deka Deutsche Börse EUROGOV® Germany 10+ UCITS ETF investiert ausschließlich in langfristige deutsche Bundesanleihen mit Restlaufzeiten von mehr als zehn Jahren und bildet den Deutsche Börse EUROGOV® Germany 10+ Index nahezu vollständig nach. Damit bietet der Fonds Anlegern ein sehr hohes Maß an Sicherheit hinsichtlich der Bonität, ist jedoch gleichzeitig stark von Zinsänderungen abhängig.
Zusammenfassung aus Anlegersicht
Im Geschäftsjahr 2025/2026 entwickelte sich der Fonds enttäuschend. Die Einjahresperformance lag bei -4,9 %, während über fünf Jahre sogar ein durchschnittlicher jährlicher Verlust von -7,7 % erzielt wurde. Lediglich auf Dreijahressicht konnte eine nahezu ausgeglichene Entwicklung von 0,1 % p.a. erreicht werden.
Die schwache Entwicklung ist nicht auf Kreditrisiken zurückzuführen, sondern auf das weiterhin hohe Zinsniveau. Langlaufende Staatsanleihen reagieren besonders empfindlich auf steigende oder dauerhaft hohe Marktzinsen. Mit einer modifizierten Duration von 14,76 Jahren weist der Fonds ein erhebliches Zinsänderungsrisiko auf. Bereits kleine Veränderungen des Marktzinsniveaus können deutliche Kursschwankungen auslösen.
Positive Aspekte
Sehr hohe Sicherheit der Emittenten
Das Fondsvermögen besteht nahezu vollständig aus Bundesanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Deutschland zählt zu den kreditwürdigsten Schuldnern weltweit. Im Berichtsjahr traten keinerlei Zahlungsausfälle auf.
Geringe Kosten
Die Gesamtkostenquote beträgt lediglich 0,15 % pro Jahr. Für einen ETF auf Staatsanleihen ist dies ein attraktiver Wert und unterstützt langfristig die Rendite.
Hohe Qualität der Indexabbildung
Der Fonds weist einen sehr niedrigen Tracking Error von 0,14 % auf. Das Management erfüllt somit sein Ziel, die Entwicklung des Referenzindex präzise nachzubilden.
Kein Währungsrisiko
Da ausschließlich in Euro-denominierte Bundesanleihen investiert wird, entfällt für Anleger aus dem Euroraum das Wechselkursrisiko vollständig.
Kritische Punkte
Hohe Verluste durch Zinsentwicklung
Das Geschäftsjahr endete mit einem Fondsverlust von rund 3,67 Mio. Euro. Besonders auffällig sind realisierte Verluste aus Wertpapierverkäufen von mehr als 4,2 Mio. Euro. Diese spiegeln die Belastung wider, die langfristige Anleihen durch das gestiegene Zinsniveau erfahren haben.
Starke Abhängigkeit von Zinssenkungen
Die Anlageidee funktioniert besonders gut, wenn die Marktzinsen sinken. Bleiben die Zinsen hingegen länger auf hohem Niveau oder steigen erneut, können weitere Kursverluste auftreten. Anleger investieren hier somit indirekt in die Erwartung künftig sinkender Zinsen.
Mittelabflüsse
Im Berichtsjahr verzeichnete der Fonds Netto-Mittelabflüsse von rund 3,5 Mio. Euro. Das Fondsvolumen sank von 63,3 Mio. Euro auf 55,2 Mio. Euro. Dies deutet darauf hin, dass ein Teil der Anleger die Anlageklasse derzeit meidet.
Ausschüttung
Der Fonds schüttete insgesamt 2,102 Euro je Anteil aus. Die laufenden Zinserträge der Bundesanleihen bleiben damit ein wesentlicher Bestandteil des Anlageerfolgs. Allerdings konnten die Ausschüttungen die Kursverluste nicht kompensieren.
Fazit für Anleger
Der Deka Deutsche Börse EUROGOV® Germany 10+ UCITS ETF eignet sich vor allem für konservative Anleger, die von künftig sinkenden Zinsen profitieren möchten und bereit sind, zwischenzeitlich deutliche Kursschwankungen zu akzeptieren. Die Bonitätsqualität ist hervorragend, die Kosten sind niedrig und die Indexabbildung erfolgt sehr präzise.
Gleichzeitig sollten Anleger nicht übersehen, dass der Fonds aufgrund seiner langen Laufzeiten ein erhebliches Zinsänderungsrisiko besitzt. Die negative Performance der vergangenen Jahre zeigt, dass selbst Bundesanleihen keine risikofreie Anlage darstellen, wenn das Zinsumfeld ungünstig ist.