Der Jahresbericht des Deka Investment GmbH zum Deka Future Energy ESG UCITS ETF zeigt aus Anlegersicht ein gemischtes, aber insgesamt interessantes Bild. Der ETF profitiert deutlich vom weltweiten Trend zur Energiewende und konnte im Geschäftsjahr 2025/2026 eine starke Erholung verzeichnen. Gleichzeitig bleiben die Risiken im Sektor hoch.
Deutliche Kurserholung nach schwachen Vorjahren
Mit einer Jahresperformance von +33,5 % entwickelte sich der ETF im Berichtsjahr sehr stark. Dennoch zeigt der langfristige Blick, dass Anleger trotz der Erholung weiterhin unter Wasser liegen:
1 Jahr: +33,5 %
3 Jahre p.a.: -4,9 %
Seit Auflage p.a.: -3,6 %
Das verdeutlicht die hohe Zyklik und Volatilität des Zukunftsenergiesektors. Der Fonds konnte die Verluste früherer Jahre noch nicht vollständig kompensieren. Für langfristige Anleger bleibt der ETF daher eher ein Wachstums- und Zukunftsinvestment als ein defensiver Baustein.
Fokus auf Energiewende und ESG
Der ETF investiert weltweit in Unternehmen aus den Bereichen:
erneuerbare Energien
Solar- und Windkraft
Energiespeicher
Wasserstoff
Energieeffizienz
nachhaltige Infrastruktur
Besonders positiv ist die konsequente ESG-Ausrichtung. Unternehmen mit problematischen Geschäftsfeldern wie Kohle, Waffen, Tabak oder schweren Menschenrechtsverletzungen werden ausgeschlossen. Zudem lag der Anteil nachhaltiger Investments bereits bei 53,09 %, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren.
Aus Nachhaltigkeitssicht gehört der ETF damit zu den glaubwürdigeren Produkten im Bereich „grüne Investments“.
Breite internationale Diversifikation
Das Portfolio ist global aufgestellt und verteilt sich auf 60 Unternehmen aus Europa, USA, Japan und weiteren Industrieländern. Die größten Positionen sind unter anderem:
Vestas Wind Systems
Tesla Inc.
First Solar Inc.
Nextracker Inc.
Panasonic Holdings Corp.
Auffällig ist der relativ hohe Anteil wachstumsstarker, teilweise noch wenig profitabler Unternehmen wie Rivian, Sunrun oder Fluence Energy. Das erhöht das Renditepotenzial, aber auch das Risiko deutlich.
Sehr hohe Schwankungen bleiben das Kernrisiko
Die Volatilität des Fonds lag bei 23,63 % und damit erheblich höher als bei klassischen Welt-ETFs.
Der Fonds reagiert stark auf:
Zinsentwicklungen
Förderpolitik für erneuerbare Energien
Rohstoffpreise
globale Konjunktur
politische Entscheidungen
Viele Unternehmen im Portfolio sind kapitalintensiv und stark von günstigen Finanzierungsbedingungen abhängig. Besonders steigende Zinsen können den gesamten Sektor belasten.
Positiv: Sehr gute Indexnachbildung und niedrige Kosten
Für einen spezialisierten Themen-ETF arbeitet der Fonds effizient:
Gesamtkostenquote: 0,55 %
Tracking Error: nur 0,18 %
Das zeigt, dass der ETF seinen Vergleichsindex sehr präzise abbildet. Für passive Anleger ist dies ein wichtiger Qualitätsfaktor.
Fondsvermögen wächst wieder deutlich
Das Fondsvermögen stieg von rund 20,1 Mio. Euro auf 26,6 Mio. Euro.
Interessant ist dabei:
Der Mittelzufluss der Anleger war leicht negativ.
Das Wachstum entstand hauptsächlich durch Kursgewinne.
Das deutet darauf hin, dass viele Anleger nach den schwachen Vorjahren noch zurückhaltend sind.
Bewertung aus Anlegersicht
Der ETF eignet sich vor allem für Anleger, die:
langfristig an die Energiewende glauben,
gezielt auf Zukunftstechnologien setzen möchten,
hohe Schwankungen akzeptieren können,
ESG-Kriterien wichtig finden.
Weniger geeignet ist der Fonds für:
sicherheitsorientierte Anleger,
kurzfristige Investoren,
Anleger mit geringem Risikoprofil.
Fazit
Der Deka Future Energy ESG UCITS ETF bleibt ein chancenreiches, aber spekulatives Zukunftsinvestment. Die starke Jahresperformance zeigt, wie schnell sich der Sektor erholen kann. Gleichzeitig machen die negativen Langfristzahlen deutlich, dass Anleger weiterhin Geduld und Risikobereitschaft benötigen.
Positiv hervorzuheben sind:
die konsequente ESG-Strategie,
die breite internationale Streuung,
die präzise Indexabbildung,
die klare Ausrichtung auf Zukunftsmärkte.
Das größte Risiko bleibt jedoch die hohe Volatilität eines stark wachstumsorientierten Energiesektors. Für langfristig orientierte Anleger kann der ETF eine sinnvolle Beimischung sein – allerdings eher als Ergänzung zu einem breit diversifizierten Kernportfolio und nicht als alleinige Geldanlage.