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Chancenreicher Hochzinsfonds mit erhöhtem Risikoprofil und gemischter Jahresbilanz 2025

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht des Fonds „Galilei Global Bond Opportunities UI“ zeigt aus Anlegersicht ein klares Bild: Der Fonds verfolgt eine offensiv ausgerichtete Hochzinsstrategie mit Fokus auf globale Unternehmensanleihen unterhalb des Investment-Grade-Bereichs. Ziel ist eine überdurchschnittliche laufende Verzinsung, die allerdings mit deutlich erhöhten Risiken erkauft wird.

Positiv hervorzuheben ist zunächst die hohe laufende Verzinsung des Portfolios. Das Rentenportfolio erzielte zum Jahresende einen durchschnittlichen Kupon von 6,84 % sowie eine durationsgewichtete Rendite von 8,39 %. Gleichzeitig blieb die durchschnittliche Restlaufzeit mit 3,29 Jahren moderat, wodurch das Zinsänderungsrisiko begrenzt wird.

Die Fondsmanager investieren sehr opportunistisch und flexibel weltweit in Hochzinsanleihen ohne Ratingbeschränkungen. Das durchschnittliche Rating des Gesamtportfolios lag lediglich bei B+, was eindeutig dem spekulativen Bereich zuzuordnen ist. Der Fonds hält zahlreiche Emissionen aus Schwellenländern sowie hochverschuldete Unternehmensanleihen mit Kupons von teilweise über 10 %. Beispiele dafür sind Air Baltic, Vedanta Resources, Zorlu Enerji oder Tullow Oil.

Die Portfolioallokation ist stark auf Unternehmensanleihen konzentriert: Rund 88,7 % des Fondsvermögens waren direkt in Anleihen investiert. Zusätzlich bestehen kleinere Positionen in Zertifikaten und Zielfonds. Auffällig ist dabei die hohe Konzentration auf einzelne größere Positionen wie „PATIO Direkt Drei GmbH“ oder „Kapitalmarkt-Immobilien BB GmbH“, die jeweils rund 9 % des Fondsvermögens ausmachen. Diese Konzentration erhöht das Klumpenrisiko deutlich.

Das Geschäftsjahr 2025 verlief insgesamt durchwachsen. Zwar erzielte der Fonds aus Zinsen und realisierten Gewinnen ein positives Ergebnis, allerdings belasteten erhebliche nicht realisierte Kursverluste das Jahresergebnis. Insgesamt sank das Fondsvermögen von 56,6 Mio. EUR auf 54,6 Mio. EUR.

Die Wertentwicklung blieb entsprechend moderat:

Anteilklasse P: +2,00 %
Anteilklasse I: +2,61 %

Diese Rendite erscheint angesichts des hohen Risikoprofils eher enttäuschend. Besonders kritisch ist, dass die nicht realisierten Verluste im Geschäftsjahr über 3,7 Mio. EUR betrugen. Das deutet darauf hin, dass viele Hochzinsanleihen zwar attraktive Kupons liefern, der Markt aber gleichzeitig deutliche Risikoabschläge einpreist.

Ein weiterer wichtiger Punkt aus Anlegersicht sind die Kosten. Die Gesamtkostenquote beträgt:

1,22 % für die Anteilklasse P
0,82 % für die institutionelle Anteilklasse I.

Für einen Rentenfonds sind diese Kosten vergleichsweise hoch, insbesondere wenn die erzielte Jahresperformance lediglich im niedrigen einstelligen Bereich liegt. Hinzu kommt eine erfolgsabhängige Vergütung in der P-Klasse.

Positiv zu bewerten ist dagegen die relativ breite geografische Streuung über Europa, Schwellenländer und verschiedene Branchen hinweg. Zudem werden Währungsrisiken teilweise abgesichert. Das Management nutzt Derivate nur in moderatem Umfang; die durchschnittliche Hebelwirkung lag bei lediglich 1,18.

Insgesamt eignet sich der Fonds vor allem für risikobereite Anleger, die gezielt hohe laufende Erträge suchen und bereit sind, dafür erhöhte Ausfall- und Kursschwankungsrisiken in Kauf zu nehmen. Für konservative Anleger oder sicherheitsorientierte Altersvorsorge erscheint der Fonds hingegen weniger geeignet. Besonders in wirtschaftlich schwächeren Marktphasen könnte das Portfolio aufgrund der vielen spekulativen Emittenten deutlich unter Druck geraten.

Der Fonds bietet somit attraktive Renditechancen im Hochzinssegment, verlangt Anlegern jedoch eine hohe Risikotoleranz und einen langfristigen Anlagehorizont ab.

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