Die Windpark Westpfalz RMG Risk Management GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr 2024 ihre Investitionen massiv ausgeweitet. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss zeigt einen sprunghaften Anstieg des Anlagevermögens und hohe Finanzierungsaktivitäten. Gleichzeitig steigt jedoch auch die Verschuldung des Unternehmens erheblich an.
Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Rothselberg, die Geschäftsleitung liegt in Karlsruhe.
Anlagevermögen vervielfacht sich
Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Sachanlagevermögen. Dieses stieg innerhalb eines Jahres von rund 6,1 Millionen Euro auf mehr als 22,6 Millionen Euro an. Hintergrund sind umfangreiche Investitionen in neue Windkraftanlagen und den Ausbau bestehender Projekte.
Im Mittelpunkt steht dabei offenbar das Repowering-Projekt am Birkenkopf. Dort werden ältere Windkraftanlagen durch neue, leistungsfähigere Anlagen ersetzt. Die Bauarbeiten wurden 2024 fortgeführt, die neuen Anlagen gingen laut Jahresabschluss im März 2025 ans Netz.
Auch die bereits bestehende Anlage am Galgenberg bleibt Teil des Portfolios.
Hohe Kredite finanzieren Ausbau
Die Investitionen wurden überwiegend über Fremdkapital finanziert. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft stiegen von rund 3,45 Millionen Euro auf mehr als 19,4 Millionen Euro an.
Der größte Teil entfällt auf Darlehen der Deutsche Leasing Finance GmbH. Die Kredite sind unter anderem durch:
- Forderungsabtretungen,
- Sicherungsübereignungen der Windenergieanlagen,
- sowie Kontenpfandrechte abgesichert.
Die langfristige Finanzierungsstruktur zeigt:
- rund 2,4 Millionen Euro kurzfristige Verbindlichkeiten,
- etwa 4,4 Millionen Euro mit Laufzeiten bis fünf Jahre,
- sowie mehr als 12,2 Millionen Euro mit Laufzeiten über fünf Jahre.
Eigenkapital wächst trotz Jahresverlust
Trotz eines Jahresfehlbetrags von rund 91.900 Euro erhöhte sich das Eigenkapital deutlich. Grund dafür ist eine erhebliche Kapitalerhöhung der Kommanditisten.
Das Kommanditkapital wurde zuvor um fast fünf Millionen Euro erhöht und erreichte zum Jahresende über 9 Millionen Euro. Nach Abzug von Verlustvorträgen ergibt sich ein bilanzielles Eigenkapital von rund 6,4 Millionen Euro.
Langfristige Verpflichtungen belasten die Zukunft
Neben den Bankdarlehen bestehen weitere erhebliche finanzielle Verpflichtungen. Laut Jahresabschluss belaufen sich die langfristigen Zahlungsverpflichtungen aus:
- Grundstückspachtverträgen,
- Wartungsverträgen,
- Betriebsführungsverträgen,
- sowie Instandhaltungsvereinbarungen
für die drei Windenergieanlagen auf insgesamt rund 7,76 Millionen Euro.
Hinzu kommen Bürgschaften gegenüber Behörden für Rückbauverpflichtungen und Gewährleistungen.
Kein Personal beschäftigt
Wie bei vielen Projektgesellschaften in der Windbranche beschäftigt die Gesellschaft selbst keine Arbeitnehmer. Operative Aufgaben werden offenbar über externe Dienstleister oder verbundene Unternehmen abgewickelt.
Ausbau der Windenergie als strategisches Ziel
Der Jahresabschluss zeigt exemplarisch, wie kapitalintensiv der Ausbau erneuerbarer Energien inzwischen geworden ist. Moderne Windkraftprojekte erfordern hohe Investitionen, langfristige Finanzierungen und komplexe Vertragsstrukturen.
Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, dass Betreiber trotz hoher Investitionen weiterhin auf stabile Stromerlöse und langfristige Wirtschaftlichkeit angewiesen bleiben, um die umfangreichen Finanzierungs- und Betriebskosten tragen zu können.